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HIV: Jeder ungeschützte neue Sexualkontakt gibt Anlass zum Test

Dr. Wolfgang Hierl

Rosenheim – Pro Woche kommen etwa fünf Menschen ins Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim zum Aidstest.

Während der „Bayerischen HIV-Testwoche“ nutzten sogar 22 die Möglichkeit, sich kostenlos und anonym testen zu lassen. Trotzdem ist HIV nach wie vor ein Tabu-Thema, weiß Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes.

Was ist HIV?

Unter HIV versteht man eine chronisch verlaufende Infektion durch das Humane Immundefizienz-Virus, die das Immunsystem des Menschen angreift und schwächt, wodurch mittel- bis langfristig der HIV-infizierte, unbehandelte Mensch an anderen Infektionserkrankungen und/oder Tumorerkrankungen versterben kann.

Wie viele Infizierte gibt es?

Nach dem aktuellen Jahresbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) lebten Ende des Jahres 2017 in Deutschland etwa 86 100 HIV-positive Menschen, 11 700 von ihnen in Bayern. Die Zahl der Menschen, die sich 2017 neu mit HIV infiziert haben, ist leicht rückläufig, deutlich bei Männern, die Sex mit Männern haben. Das RKI schätzt die Zahl der Neuerkrankungen bundesweit auf rund 2700 und in Bayern auf etwa 340.

Was sind Therapie-Möglichkeiten?

Es steht eine Vielzahl von hocheffektiven Medikamenten in Tablettenform zur Verfügung, durch die eine HIV-Infektion bei frühzeitigem Beginn über eine lange Zeit sehr gut kontrolliert werden kann.

Warum ist das Thema weiterhin so tabuisiert?

Die Tabuisierung der HIV-Infektion ist sehr wahrscheinlich durch ihre eigene Geschichte bedingt. Die Erkrankung hat sich insbesondere unter homosexuellen Männern stark verbreitet, die auch heute noch den überwiegenden Teil der HIV-Infizierten in entwickelten Ländern bilden. Des Weiteren kommt die HIV-Infektion auch bei Drogenabhängigen mit intravenösem Drogenkonsum überproportional häufig vor, sodass möglicherweise Vorurteile gegenüber diesen beiden Gruppen häufig auf alle HIV-positiven Menschen übertragen werden.

In welchen Fällen raten Sie zu einem HIV-Test?

Im Grunde kann jeder ungeschützte Sexualkontakt mit einem neuen Partner, den man nur flüchtig oder erst seit Kurzem kennt, Anlass sein, einen HIV-Test machen zu lassen. Weiterhin sollte bei Kontakt von eigenem Blut oder eigener Schleimhaut mit Fremdblut eine HIV-Infektion ausgeschlossen werden. Hierbei ist anzumerken, dass alle Blutkonserven in Deutschland auf HIV untersucht werden und hierdurch eine HIV-Übertragung durch eine Bluttransfusion mit sehr hoher Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

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