Sehnsucht nach Live-Auftritten

„Himmelblau“: Rosenheimer Band Kaffkiez veröffentlicht ihre zweite Single mit Power

  • vonKilian Schroeder
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Nach „Nie Allein“ bringen die sechs Jungs der Rosenheimer Band „Kaffkiez“ ihren zweiten Song heraus. Was hinter „Himmelblau“ steckt und was der Produzent des Liedes sagt, der schon mit Lena Meyer-Landrut und Rapper Cro zusammengearbeitet hat.

Rosenheim – In der Ferne sieht man schon die Silhouetten der Berge, Tau liegt auf der Wiese, durch die eine kleine Karawane an Jugendlichen zieht. Auf einmal setzt der Refrain ein und alle beginnen, wild zu tanzen. Natürlich ist das in Zeiten der Pandemie keine reale Szene. Sie kommt aus dem Musikvideo des Songs „Himmelblau“ der Rosenheimer Band „Kaffkiez“. Nach ihrem Überraschungserfolg „Nie Allein“ bringen die sechs Jungs aus der Region heute ihre zweite Single „Himmelblau“ heraus.

200 000 Zugriffe auf Spotify

„Es ist ein Dankessong für die Unterstützung, die wir bekommen haben“, sagt Johannes Eisner. Er ist der Frontmann der Band, die neben ihm noch aus Johannes Gottwald, Niklas Mayer, Florian Weinberger, Benedikt Vodermaier und Janik Schüttler besteht. Mit der Unterstützung meint er vor allem die Resonanz auf ihre erste Single „Nie Allein“. Der Song hat über 200 000 Zugriffe auf Spotify und über 30 000 Aufrufe auf Youtube.

Sie bilden die Rosenheimer Band „Kaffkiez“: (von links) Johannes Gottwald, Niklas Mayer, Benedikt Vodermaier, Florian Weinberger und Johannes Eisner.

Dieser Erfolg hat für sie einige Türen geöffnet: Inzwischen wurde „Kaffkiez“ von einem Label und einer professionellen Künstleragentur unter Vertrag genommen. „Wir haben uns danach erstmal neu gesammelt. ,Nie Allein‘ hat wirklich einiges verändert“, sagt Schüttler.

Innerhalb von zehn Minuten Idee für Song

Dann musste eine neue Single her. In einer Besprechung hätte Johannes Gottwald das Wort „Himmelblau“ vorgeschlagen. „Jeder von uns hat sich dann überlegt, welche Gefühle wir damit verbinden. Wir hatten innerhalb von zehn Minuten die Idee für den Song“, erzählt Schüttler. Dann ging es ins Studio – aber nicht in Rosenheim, sondern nach Berlin. „Das war verrückt. Allein der Fakt, dass wir für unsere Songs in ein Studio in Berlin gefahren sind“, sagt Gottwald.

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Herausgekommen ist der Song „Himmelblau“. Ab heute liegt er auf Youtube und Spotify zum Anhören bereit. Es geht um den Heimweg von einer Party mit Freunden – etwas, was die Bandmitglieder derzeit alle vermissen. Dazu kommt schnelle, tanzbare Musik, so wie man sie schon von der ersten Single „Nie Allein“ kennt. Es klinge ein bisschen roher und dreckiger, sagt Eisner. Die Band ist sich einig, im Songschreiben einen Schritt nach vorne gemacht zu haben.

Das liege auch an der Unterstützung des Produzenten Johann Seifert. Der Musiker arbeitete schon mit bekannten Künstlern wie Lena Meyer-Landrut oder Cro zusammen. Mit ihm haben sie in Berlin an „Himmelblau“ geschliffen. „Vor allem bei einzelnen Instrumentierungen hat er uns weitergeholfen“, sagt Gottwald. Und auch Johann Seifert selbst hat die Zusammenarbeit Spaß gemacht. „Es war eine sehr entspannte Studiosession“, sagt Seifert. „Himmelblau“ gefällt ihm gut. „Der Song hat von Anfang bis zum Ende Power.“

Es fliegt Konfetti, Pizza wird herumgereicht

Die kommt auch im Musikvideo rüber. Die Bandmitglieder hatten – als die Auflagen das noch zuließen – Freunde eingeladen, um mit ihnen gemeinsam zu drehen. Die Gruppe tanzt dabei auf einer Wiese am Simsee in den frühen Morgenstunden, es fliegt Konfetti, Pizza wird herumgereicht. Sie wollen ein positives Lebensgefühl vermitteln.

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Der Song ist für die Bühne gemacht, doch die ist wegen Corona derzeit noch geschlossen. „Es ist extrem schade und traurig“, sagt Gottwald. Im Sommer hatten sie noch ein Konzert unter Auflagen in München gespielt. Das Publikum musste sitzen und Abstand einhalten. „Unser Sound lebt aber vom Feiern, vom zusammen tanzen“, sagt Gottwald. Niklas Mayer stimmt ihm zu: „Die Bühne ist unsere erste Priorität. Ich vermisse die Konzerte sehr.“ Je nachdem, wie sich Corona entwickle, hoffen die Rosenheimer, im nächsten Jahr eine Städtetour machen zu können.

Sie bleiben ihrer Heimatstadt treu

Aber bis es soweit ist, arbeiten sie weiter an neuer Musik. „Wir sind super gespannt, wie unser zweiter Song jetzt ankommt, ob die Leute das genau so feiern wie ,Nie Allein‘“, sagt Schüttler. Auf jeden Fall wollen sie aber weitere Singles veröffentlichen.

Deutschlandweit touren, in Berlin aufnehmen – ob da die Heimatstadt Rosenheim, das „Kaff“ in „Kaffkiez“, auf der Strecke bleibt? „Auf keinen Fall“, sagt Eisner. „Ohne die lokale Unterstützung wäre das alles nie gegangen.“ Gottwald fügt hinzu: „Wir sind ja alle Rosenheimer Jungs.“

Rubriklistenbild: © Kaffkiez

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