Hilfsangebote in Rosenheim: Deshalb freuen sich die Initiatoren über die geringe Nachfrage

  • Heidi Geyer
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Von der kirchlichen Einrichtungen über Vereine bis zu Privatpersonen – das Hilfsangebot in der Stadt Rosenheim für ältere Menschen, die sich während der Corona-Krise nicht selbst versorgen können, ist groß. Die Nachfrage nicht. Warum das ein gutes Zeichen ist, erklären Initiatoren der Angebote.

Rosenheim – Gleich zu Beginn der Corona-Krise haben zahlreiche Vereine und Organisationen Hilfsangebote und Unterstützung für hilfsbedürftige Menschen ins Leben gerufen. Nun ziehen zwei der Anbieter eine erste Bilanz. Bislang werden sie nach eigenen Angaben nur sporadisch gebraucht.

Nachfrage hält sich in Grenzen

Unter dem Motto „Miteinander – füreinander“ bietet beispielsweise der Siedlerbund Rosenheim-Kastenau seit Beginn der Ausgangsbeschränkung vor fast zwei Wochen Einkaufshilfe für Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen, die als Risikopatienten gelten, an. Anneliese Kotter (67) organisiert das Angebot.

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Bislang hält sich die Nachfrage aber in Grenzen. Vier ältere Damen hat sie in der Zwischenzeit mit Medikamenten und Einkäufen versorgt. Enttäuscht ist Kotter darüber nicht, im Gegenteil: „Ich freue mich, dass die Menschen und Familien in Kastenau so zusammenhalten und dass es auch ohne unsere Hilfe klappt“, sagt sie.

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Viele Menschen hätten sich gemeldet und wollen die Aktion unterstützen. Es sei schön, diese Erfahrung zu machen in diesen schwierigen Zeiten. Das entspräche genau dem Auftrag des Siedlerbundes, der 1932 entstanden ist. „Als mein Vater gebaut hat, hat er Hilfe bekommen und anderen im Gegenzug geholfen“, sagt Kotter. Schon seit jeher ginge es dem Verein darum, sich gegenseitig zu helfen – ob beim Hausbau oder wie nun eben während der Pandemie.

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Auch die katholischen Stadtteilkirchen am Zug und Inn in Rosenheim haben einen Einkaufsdienst auf die Beine gestellt. Die Gemeindereferenten Yunes (29) und Lena (28) Baccouche organisieren Einkäufe und Botengänge für alle Menschen, die dringend Hilfe brauchen. Unterstützt werden sie von Ministranten und Firmhelfern aus den Gemeinden.

Anfangs irritiert, jetzt sehr froh

Vorwiegend ältere Menschen melden sich bei den Stadtteilkirchen, bislang aber auch nur eine Handvoll. Anfangs war Yunes Baccouche irritiert, als die Anrufe ausblieben. Inzwischen sagt auch er: „Gut, dass die Leute so abgesichert sind und uns nicht brauchen. Trotzdem sind wir froh um jeden, der anruft und den wir unterstützen können.“

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