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Kunst-Festival beginnt in Rosenheim

„Her mit Euren Hauswänden“ – Galerie-Leiterin verrät, warum die Transit Art so erfolgreich ist

Mr. Woodland im vergangenen Jahr auf der Hebebühne vor seinem Motiv am Modepark Röther.
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Mr. Woodland im vergangenen Jahr auf der Hebebühne vor seinem Motiv am Modepark Röther.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Rosenheim – Wie auch die vergangenen Jahre war es ein Kraftakt für die Leiterin der Städtischen Galerie Monika Hauser-Mair und ihr Team. Aber die Transit Art 2022 prägt auch heuer wieder das Stadtbild. Von heute bis zum 16. Juni können Besucher wieder den Künstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen, während sie ihre Werke im Stadtbild verewigen.

Im Interview spricht, Hauser-Mair über die größten Herausforderungen bei der Organisation, und verrät, warum das Festival so erfolgreich ist.

Haben Sie ein Lieblings-Wandkunstwerk in Rosenheim?

Monika Hauser-Mair: Nein, die Murals(Anm. der Red.: großformatige Wandmalerei an Häuserwänden) gefallen mir alle wahnsinnig gut, denn jedes Kunstwerk ist von ganz eigener Qualität und hat für mich jeweils ganz individuelle Besonderheiten. Während zum Beispiel der Fisch in seiner Funktion als Zeppelin mit dem Titel „Heimwärts“ des Duo Sorati am P1 direkt in Bahnhofsnähe sehr poetisch wirkt – und das Bahnhofsviertel braucht so viel Poesie wie nur möglich –, denke ich beim Kunstwerk „Golden Yellow“ von Julia Benz in der Rathausstraße an einen großen Eisbecher – vielleicht mit dem Titel „Juicy Rosenheim“. Und beim Werk von Gera1 am Modepark Röther – mit den vom Künstler gewählten Neonfarben – will ich mir sogar bei schlechtem Wetter fast eine Sonnenbrille aufsetzen.

War von Anfang an klar, dass es auch in diesem Jahr wieder ein Transit Art Festival geben wird?

Hauser-Mair: Nein, das war keineswegs klar. Transit Art ist nur dank der großzügigen Unterstützung der „meine Volksbank Raiffeisenbank eG“ möglich. Zu unserer großen Freude hat sich die VR-Bank auch dieses Jahr wieder zur Finanzierung des Festivals bereit erklärt. Vor allem da es die letzten beide Jahre auf solch positive Resonanz in der Stadt gestoßen ist. Neben der Finanzierung ist es aber auch jedes Jahr wieder eine große Herausforderung, die Erlaubnis für geeignete Wände in Rosenheim zu erhalten. Deshalb gilt mein großes Dankeschön stets allen Hauseigentümern, die der Städtischen Galerie ihr Vertrauen schenken und bereit sind, sich auf Transit Art einzulassen.

Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr am meisten?

Hauser-Mair: Auf ein lebendiges Kunsterlebnis mitten in der Stadt mit hoffentlich vielen neugierigen Besuchern. In diesem Jahr haben wir sogar neun Künstler aus Spanien, Belgien und ganz Deutschland nach Rosenheim eingeladen, das wird sicherlich ein spannender Austausch. Und ich freue mich auf ein urbaneres Rosenheim.

Monika Hauser-Mair (Städtische Galerie)

Wie werden die Künstler beziehungsweise die Wände ausgewählt?

Hauser-Mair: Transit Art in Rosenheim wird inzwischen als Street Art Event mit überregionaler Bedeutung wahrgenommen. So erhalten wir zahlreiche Bewerbungen von Street Art Künstlern aus Deutschland und Europa. Jeder und jede hat ihren ganz eigenen Stil. Bei der Auswahl schauen wir unter anderem darauf, dass die Kunstschaffenden die bestehende Mural-Landschaft in Rosenheim mit einer neuen Facette ergänzen. Auch die Mischung zwischen figurativ geprägten Murals sowie eher grafisch angelegten Arbeiten sollte stimmig sein.

Die Auswahl der Wände ist bedeutend schwieriger. Wir müssen offensiv auf Hausbesitzer zugehen, sie von dieser Form der Kunst im öffentlichen Raum überzeugen, bestenfalls begeistern und dann auch die Möglichkeiten der Umsetzung bezüglich Größe, Zugänglichkeit, Lage, Sicherheit der Wände mit weiteren Akteuren und Entscheidungsträgern abstimmen. Damit am Ende alles zueinander passt, bedarf es vieler, vieler Gespräche. Also liebe Hauseigentümer: Her mit Euren Wänden!

Es sind wieder viele internationale Künstler dabei. Wie glücklich macht es Sie, dass beispielsweise Künstler aus Zürich oder Brüssel kommen?

Hauser-Mair: Das wir Rosenheim in so kurzer Zeit weit über die Grenzen Bayerns hinaus als Ort für qualitative Street Art von Künstlern und Künstlerinnen aus dem In- sowie Ausland etablieren konnten, freut uns tatsächlich sehr – denn mein Team und ich sind unglaublich begeisterungsfähig, temperamentvoll und Feuer und Flamme für das, was wir tun. Und wir wollen mit unserer Arbeit identitätsstiftend wirken.

Was gibt es denn an Highlights?

Hauser-Mair: Zu den Kunstwerken selbst wird jetzt noch nichts verraten. Die Entstehung begleiten wir auch auf Facebook und Instagram, aber kommt doch vorbei und seht den Künstlerinnen und Künstler bei der Arbeit über die Schulter!

Die Werke der Transit Art sind über die gesamte Innenstadt verteilt.

Hätten Sie jemals damit gerechnet, dass das Transit-Art-Festival so erfolgreich wird? Und woran glauben Sie liegt das?

Hauser-Mair: Grundlegend für den Erfolg ist sicherlich die hohe Qualität der Künstler und ihrer Werke. Aber natürlich ist auch eine gute, offene und gastfreundliche Stimmung immer ganz wichtig. Das Team der Städtischen Galerie Rosenheim organisiert das Festival mit sehr viel Herzblut. Wir wollen, dass sich unsere Gäste während ihres Aufenthaltes rundherum wohl fühlen und vollkommen „sorglos“ an den Wänden arbeiten können. Gerade viele Liebe und Herzlichkeit aber auch Neugier, Offenheit und Toleranz sind in meinen Augen wichtige Erfolgsfaktoren.

Wie ist denn die Resonanz der Rosenheimer?

Hauser-Mair: Durchweg positiv und – was uns besonders freut – durch alle Altersgruppen hindurch. Natürlich sind Geschmäcker verschieden und – wie in der Kunst üblich – findet nicht jedes Werk bei allen immer Gefallen. Aber die Menschen sind dennoch insgesamt begeistert, dass bisher brachliegende Flächen durch die Kunstwerke aufgewertet werden. Wir sind also nicht nur ein Tatort, an dem Verbrecher von den Rosenheim Cops überführt werden. Wir sind ebenfalls lebendig und leidenschaftlich. Inwiefern es uns bereits gelungen ist, das Gesicht Rosenheims mit Street Art nachhaltig zu verändern – müssen wohl die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt beantworten.

Alle Infos zur Transit Art im Überblick

Bis zum 16. Juni geht das Festival. Alle Standorte sowie Informationen zu den beteiligten Künstlerinnen sowie Künstler des diesjährigen Festivals finden sich auf Flyern, der an zentralen Orten in Rosenheim ausliegen und auch auf den Websites www.galerie.rosenheim.de oder www.transitart.de abrufbar ist. Die Termine für Veranstaltungen rund um die Transit Art sind ebenso wie die für Führungen ebenfalls auf der Website zu finden. Aufgrund der hohen Nachfrage ist eine Voranmeldung unter galerie@rosenheim.de oder telefonisch 08031/365-1447 erforderlich.

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