Heckenschere statt Schneeschieber

Schnee und Eis ist hier weiterhin Mangelware. Daher widmen sich die Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes derzeit der Baum-, Beet- oder Heckenpflege. Foto : Schlecker
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Schnee und Eis ist hier weiterhin Mangelware. Daher widmen sich die Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes derzeit der Baum-, Beet- oder Heckenpflege. Foto : Schlecker

Rosenheim - Der akute Schneemangel ärgert zwar die Wintersportler, aber der Stadtkasse tut das milde Frühlingswetter gut. Dank immer noch voll gefüllter Salzlager kann in diesem Jahr wohl kräftig gespart werden.

Über ein halbes Jahr hielt der Winter die Stadt im vergangenen Jahr in seinen Fängen. Schnee und Eis gehörten auch in den Vorjahren grundsätzlich immer zur kalten Jahreszeit dazu. Heuer aber ist alles anders: Von Schnee ist in der Stadt immer noch keine Spur, und wenn man den Wetterprognosen glauben darf, wird sich daran zumindest in den kommenden zehn Tagen nichts ändern.

Für die Bauhof-Mitarbeiter bedeutet das: Sie greifen derzeit zur Heckenschere statt zum Schneeschieber. "Wir können jetzt viele Arbeiten erledigen, für die sonst nur wenig Zeit bleibt", freut sich Werner Oeckler, der Leiter des städtischen Baubetriebshofes in Westerndorf St. Peter. Ihm und seinen Mitarbeitern kommt das milde Wetter nicht ungelegen. Arbeit gibt es nämlich trotzdem in ausreichendem Maße. Derzeit werden Bäume gestutzt und Hecken gepflegt. Das wäre bei Schnee und Eis alles nicht möglich.

Dem Stadtbild tut der ausbleibende Winter nach Ansicht des Bauhofchefs so richtig gut: "Besonders die Innenstadt sieht ohne den üblichen Winterdreck zur Zeit sehr schön aus."

Am Montag gab es auf einigen Straßen im Stadtgebiet zum ersten Mal seit vielen Wochen wieder vereinzelt glatte Stellen. "Um die zu beseitigen, reichte aber schon ein zweistündiger Einsatz mit zwei kleineren Fahrzeugen", berichtete Oeckler.

Die Salzlager sind daher in diesem Jahr noch voll. "Das spart richtig Geld", steht für Oeckler fest. Hinzu kommt, dass es bis jetzt auch kaum Straßenschäden zu vermelden gibt.

Nicht unglücklich über den ausbleibenden Winter sind auch die Mitarbeiter der Müllabfuhr, denn Schnee und Eis erschweren ihre Arbeit ungemein. Sie werden in den kommenden Wochen sogar Überstunden abbauen können, die durch die Mehrarbeit nach Weihnachten und Silvester entstanden sind.

Trotzdem gibt es aber auch beim Baubetriebshof ein paar Mitarbeiter, die sich nach wie vor sehnsüchtig Schnee wünschen. "Uns steht jetzt eine wirklich gute Fahrzeugflotte zum Schneeräumen zur Verfügung. Die will man natürlich schon mal gerne im Einsatz sehen", schmunzelt Oeckler.

Doch wie es scheint, wird daraus in dieser Saison nicht mehr viel werden. Denn auch wenn der Schnee in den kommenden Wochen noch kommen sollte, ist sich der Bauhof-Chef sicher, dass der nicht mehr allzulange liegen bleibt: "Die Tage werden jetzt schon wieder deutlich länger, und der Boden ist überhaupt nicht gefroren. Der Winter hat da keine große Chance mehr."

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