Haus der Volksbank-Raiffeisenbank wird saniert

Ein architektonischer Hinguckersollte der Neubau eigentlich werden. Architekturbüro Schleburg

Rosenheim – Nach wie vor steht das Gebäude der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG an der Bahnhofstraße in Rosenheim leer.

Die Planungen für einen Neubau an gleicher Stelle waren weit fortgeschritten, bis Ende des Jahres der Rosenheimer Seeton das Aus für das Projekt brachte. Der unsichere Untergrund, so hieß es, berge bei der Neugestaltung zu hohe Risiken für die Nachbargebäude. Jetzt soll saniert werden.

Es war eine niederschmetternde Nachricht, die im Dezember 2019 alle Pläne für das Haus in der Bahnhofstraße 5/5a zunichtemachte: Ein Gutachten der Technischen Universität München hatte ergeben, dass der Seeton zu Hebungen und Senkungen im Boden führen würde, reiße man das alte, achtstöckige Gebäude samt seiner Nebengebäude ab und baue neu. Zusätzlich verschärfen würde die Situation die Tatsache, dass das Gebäude der Bank Wand an Wand zu anderen Häusern steht. Das Vorhaben wurde abgesagt. Im Bauausschuss kommende Woche wird die Stadt das baurechtliche Verfahren für das Projekt einstellen. Bleibt die Frage, wie es nun weitergehen soll. Das Haus steht seit Monaten leer. Nach Auskunft der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee soll das Gebäude saniert werden. Beibehalten werden soll, laut Sprecherin Katrin Wolfrum, die Mischung aus Gewerbe- und Wohnimmobilien. Noch im Dezember hieß es, dass auch die Bank selbst wieder dort einziehen wolle. Zum aktuellen Stand konnte keine Auskunft gegeben werden.

Derzeit wird die Sanierung geplant, für das kommende Jahr sollen dann die Genehmigungen eingeholt werden. In der Zwischenzeit werde alles dafür getan, dass das Gebäude keinen Schaden durch den Leerstand nehme.

Mit dem Aus für den Neubau geht zunächst auch die Hoffnung dahin, das Projekt könnte die Straße aufwerten. Ein „neues Gesicht“ für Rosenheim sollte es werden, so bezeichnete es das Planungsbüro Schleburg, dessen Architekten auch das Sparkassen-Hochhaus in Rosenheim entworfen hatten. Geplant war ein terrassenförmiges, geschwungenes Gebäude mit Glasfront. Anfang 2019 sollte ursprünglich der Abriss erfolgen, Ende 2022 sollte das neue Gebäude bezugsfertig sein.

Auch die Stadt Rosenheim hatte mit dem Projekt große Hoffnungen verbunden. Die damalige Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) hatte davon gesprochen, dass sich die Bahnhofstraße von einer 2B- in eine 1A-Lage verbessern würde. Das wird vorerst nicht der Fall sein. Abzuwarten ist, wie stark die Fassade von einer Sanierung profitieren wird.

Rosenheims Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl bedauert die Entwicklung, auch wenn die Gründe nachvollziehbar seien. Aus seiner Sicht werden andere Projekte dennoch zu einer positiven Entwicklung führen können: „Wir gehen davon aus, dass durch die Planungen für das sogenannte Posthöfe-Areal und die möglichen weiteren Entwicklungen an der Bahnhofstraße 5/5a mittel- bis langfristig dennoch eine städtebauliche und architektonische Aufwertung erfolgen soll.“ hgy

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