Haupt- und Finanzausschuss: Diskussion über die Zukunft der Stemplingerstraße in Rosenheim

Heißes Pflaster: Die Stemplingerstraße in Rosenheim soll ausgebaut werden. Geplant ist unter anderem die Erneuerung und Verstärkung der Straßenbefestigung und die Verbesserung des Unterbaus. Aerzbäck
  • Anna Heise
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Der Zustand der Stemplingerstraße in Rosenheim ist schlecht. Doch das könnte sich bald ändern. Im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss wurde über einen Ausbau und einer Erneuerung der Straße diskutiert. Eine Entscheidung fiel nicht. Es gab zu viele offene Fragen.

Rosenheim – Schlaglöcher auf der Fahrbahn, Risse im Gehweg und ein schlechter Unterbau: In der Stemplingerstraße in Rosenheim muss sich einiges tun. „Der Zustand ist nicht gut“, sagte Oberbürgermeister Andreas März (CSU). Und das, obwohl es sich bei der Stemplinger-straße um eine Verbindung zwischen der Prinzregenten- und der Wittelsbacherstraße handelt. Außerdem sind zahlreiche Sportbegeisterte fast täglich auf der Straße unterwegs, liegen hier doch sowohl die Luitpoldhalle als auch das Hans-Klepper-Hallenbad.

Günstiger Zeitpunkt

Nicht verwunderlich also, dass sich die Stadt zum Handeln entschloss. Auch weil, wie März sagt, der Zeitpunkt günstig ist. So planen die Stadtwerke in den kommenden Monaten eine Auswechslung des Mischwasserkanals. Ziel sei es, diese Bauarbeiten mit dem Straßenbau zu verbinden, um die Verkehrsbeschränkungen zu minimieren und den zeitlichen Ablauf zu optimieren.

Gehweg soll erneuert werden

Geplant ist, so geht es aus den Unterlagen der Verwaltung hervor, die Erneuerung und Verstärkung der Straßenbefestigung, die Verbesserung des Unterbaus sowie die Erneuerung des Gehwegs und der Entwässerungseinrichtungen in der Straße. Auch sollen die Übergänge für die Fußgänger barrierefrei gestaltet werden.

Ausbau trotz Haushaltssperre

Die Kosten für das Projekt betragen rund 340 000 Euro.Trotz der Haushaltssperre will die Stadt die Maßnahme schnellstmöglich anpacken. Geplanter Baubeginn: August 2020. Die Bauzeit soll rund drei Monate betragen. Doch bevor mit den Arbeiten begonnen werden kann, müssen noch einige offene Fragen geklärt werden.

Fahrradstraße ohne Parkplätze?

So schlug beispielsweise der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Franz Opperer, vor, die Stemplingerstraße in eine Fahrradstraße umzubauen oder sie zumindest als einen verkehrsberuhigten Bereich zu kennzeichnen. „So wie die Straße jetzt ist, wird sie nicht benötigt“, sagte er. Ihm schwebe „ein ganz anderer Ausbau“ vor.

Stadt will an Gehweg festhalten

Anders schätzte Helmut Cybulska, der verantwortliche Dezernent für Städteplanung, Umwelt und Bauwesen, die Situation ein. Ihm zufolge will die Stadt an dem einseitigen Gehweg festhalten. Auch auf die Parkplätze an der Straße könne nicht verzichtet werden. „Wir dürfen die Schulen nicht vergessen“, sagt Cybulska. So seien die Lehrer des Ignaz-Günther-Gymnasiums und der Mittelschule auf die Parkplätze angewiesen.

Parkplätze für Sportveranstaltungen

Eine Meinung, die Stadtrat Dr. Wolfgang Bergmüller (CSU), teilt. Auch Zuschauer der Sportveranstaltungen und die Mitglieder der jeweiligen Vereine bräuchten die Parkplätze. „Ich habe selber schon oft erlebt, dass die Parkplätze dort überfüllt sind“, sagte er und plädierte dafür, die Stellplätze nicht zu streichen. Unterstützung bekam Bergmüller vom Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler/UP Robert Multrus: „Die Parkplätze sind notwendig.“ Zwar gab er Opperer recht, dass Fahrradstraßen in Rosenheim notwendig seien, „aber nicht in der Stemplingerstraße“.

Größere Breite für verkehrsberuhigten Bereich

Stadtrat Franz Lukas (Grüne) versuchte, die Diskussion zu entschärfen, sagte, dass es durchaus denkbar wäre, die Parkplätze zu erhalten und die Straße trotzdem als verkehrsberuhigten Bereich zu kennzeichnen. Doch genau das ist, laut Cybulska gar nicht so einfach. Denn für einen verkehrsberuhigten Bereich müsste die Straße eine größere Breite haben. „Wir haben da keinen Spielraum“, sagte er. Er schlug vor, den pragmatischen Ansatz zu wählen, die Straße so auszubauen „wie sie sich bis jetzt bewährt hat“.

Schrägparken statt Senkrechtparken

Ebenfalls gegen einen verkehrsberuhigten Bereich sprach sich der Fraktionsvorsitzende der CSU, Herbert Borrmann, aus. Er schlug vor, übers Schrägparken nachzudenken. So müssten die Autofahrer beim Ein- und Ausparken „nicht so weit ausholen“. Dadurch entstünde Platz für einen Radweg.

Im Luitpoldpark fehlt eine Toilette

Auch hier äußerte Cybulska Bedenken. So sei die Option des Schrägparkens nur bei einer Einbahnstraßenlösung realisierbar. Einen Einwurf, den Franz Opperer aufgriff, um an den Antrag seiner Fraktion zu erinnern. Darin hatten die Grünen ein Einbahnstraßensystem für den gesamten Innenstadtbereich gefordert. Dadurch ließe sich, so heißt es in dem Antrag, der Gesamtverkehr in den einzelnen Straßen reduzieren.

Abschließende Diskussion am Dienstag, 23. Juni

Ob die Stemplingerstraße zukünftig eine Einbahnstraße wird, wird sich zeigen. Eine abschließende Diskussion soll am kommenden Dienstag im Ausschuss für Verkehrsfragen und ÖPNV stattfinden.

Dann könnte auch noch einmal der Antrag von Robert Multrus besprochen werden. Seine Forderung: die Errichtung einer Toilette im Luitpoldpark. Vor geraumer Zeit war der Antrag abgelehnt worden mit der Begründung, dass die nötigen Anschlüsse fehlten. Mit den anstehenden Bauarbeiten könnte dieses Problem behoben und damit eine Toilette errichtet werden. März versprach, dem Vorschlag nachzugehen.

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