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MEINUNG

Hannelore Maurers „Zwischen Himmel und Erde“: Jede Mauer hat irgendwo ein Ende

Hannelore Maurer
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Hannelore Maurer

Die Rosenheimer Gemeindereferentin Hannelore Maurer (52) ist Autorin von vier Büchern und spricht im Radio für die Sendung „Auf ein Wort“ auf Bayern 1 und Bayern 3. Für die OVB-Leser schreibt sie die wöchentliche Kolumne „Zwischen Himmel und Erde“, in der sie gute Gedanken mit auf den Weg gibt.

Kolumne– Nach der Vertreibung aus der sudetendeutschen Heimat ist ein Cousin meines Großvaters in der damaligen sowjetischen Besatzungszone gelandet. So kam es, dass er nach dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 aus dem anderen Teil Deutschlands nicht mehr herausgekommen ist.

Als ich noch ein Kind war, hat mir meine Mutter erklärt, dass diese Verwandten uns nicht besuchen könnten, weil es dort eine hohe Mauer gäbe. Das wollte meine kindliche Logik nicht akzeptieren, denn jede Mauer hat irgendwo ein Ende und wenn alle Menschen zusammenhelfen, kann man auch eine hohe Mauer zum Einsturz bringen.

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Im Gymnasium wurde uns dann erklärt, dass die Existenz zweier deutscher Staaten ein Status Quo sei, der nicht zu ändern ist. Als junge Frau habe ich wenige Jahre später vor dem Fernseher mitverfolgt, wie die ersten Trabbis über die nun offene Grenze rollten und ich habe mich in dieser Stunde meiner Tränen nicht geschämt.

Sicher haben wirtschaftlichen Ursachen zum Umbruch beigetragen, der nach den friedlichen Montagsgebeten in der Leipziger Nikolaikirche nicht mehr aufzuhalten war. Am Ende war meine kindliche Logik doch gar nicht so falsch: Jede Mauer hat irgendwo ein Ende und es braucht nur die Einsicht und den guten Willen vieler.

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Der Bau der Berliner Mauer jährt sich in diesen Tagen zum 60. Mal. Man will es nicht glauben, aber jetzt werden in anderen Staaten Mauern neu gebaut und genauso gefährlich sind die in unserem Köpfen entstehen. Umso wichtiger erscheint mir das erinnernde Gedenken und die Dankbarkeit, dass es auch anders gehen kann.

Schreiben Sieder Autorin: hannelore.maurer@ovb.net

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