KOLUMNE

Hannelore Maurers „Zwischen Himmel und Erde“: Hoffnungsvoller Gottesacker

Hannelore Maurer.
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Hannelore Maurer.

Die Rosenheimer Gemeindereferentin Hannelore Maurer (52) ist Autorin von drei Büchern und spricht im Radio für die Sendung „Auf ein Wort“ auf Bayern 1 und Bayern 3. Für die OVB-Leser schreibt sie die wöchentliche Kolumne „Zwischen Himmel und Erde“, in der sie gute Gedanken mit auf den Weg gibt.

Von Hannelore Maurer

Kolumne – Unsere Welt verändert sich, unsere Sprache auch. Alte Wörter, die wir nicht mehr verwenden, verschwinden aus unserem Sprachgebrauch, zum Beispiel der Ausdruck „Gottesacker“.

Ich gehe davon aus, dass die Älteren von uns noch wissen, dass früher damit der Friedhof gemeint war. Bei den Jüngeren bin ich mir aber gar nicht mehr so sicher. Dabei hat für mich der Ausdruck „Gottesacker“ etwas sehr hoffnungsvolles: Mit dieser Bezeichnung hört der Friedhof auf, nur eine Stätte zu sein, die aufnimmt, was am Ende unseres Lebens einmal von uns übrig bleibt.

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Der Acker ist ein Boden, der bestellt wird, damit darauf etwas wächst. Ein Feld, auf dem gesät und geerntet wird. Wer „Gottes Acker“ sagt, nennt damit auch den Namen dessen, dem der Acker gehört. Wenn wir an Allerheiligen die Gräber unserer Angehörigen und Freude besuchen, stehen wir gemeinsam auf dem Gottesacker und es ist ein Tag, an dem sich verdichtet, was wir erhoffen: Auf dem Gottesacker wurde begraben, was am Ende seiner Kraft war. Doch daraus erwächst, was die Lebenskraft Gottes in sich trägt. Unser ganzes Leben ist ein Ackerfeld.

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Wir begraben im Lauf der Jahrzehnte nicht nur unsere Verstorbenen, sondern manchmal auch Beziehungen, Hoffnungen, Illusionen und Träume. Wenn wir unser Leben als „Gottes Acker“ begreifen, können wir auch daraus etwas neues wachsen lassen. Und wenn wir uns dann in dieser Welt einmal „vom Acker machen“, dann dürfen wir darauf vertrauen, dass uns - nicht aus eigenem Verdienst, sondern aus Gottes großer Liebe heraus - neues Leben erwächst.

Schreiben Sie der Autorin: hannelore.maurer@ovb.net

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