KOLUMNE

Hannelore Maurers „Zwischen Himmel und Erde“: Heiliger Zaungast

Hannelore Maurer.
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Hannelore Maurer.

Die Rosenheimer Gemeindereferentin Hannelore Maurer (52) ist Autorin von vier Büchern und spricht im Radio für die Sendung „Auf ein Wort“ auf Bayern 1 und Bayern 3. Für die OVB-Leser schreibt sie die wöchentliche Kolumne „Zwischen Himmel und Erde“, in der sie gute Gedanken mit auf den Weg gibt.

Von Hannelore Maurer

Kolumne – Nach einem Telefonat mit unserem Vertreter des Heiligen Nikolaus war mir schon seit einigen Wochen klar, dass es heuer am 5. Dezember keine Besuche von ihm bei unseren Familien zuhause geben kann. Vieles ist in diesem Jahr eben nicht möglich und das betrifft auch die Tour des Nikolauses von einem überfüllten und überhitzen Wohnzimmer zum nächsten.

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Unser Gottesdienst für die Kinder im Freien, bei dem der Heilige Nikolaus während der Predigt dann zufällig des Weges kam, war eine mögliche Alternative. Und was bedeuten schon meine kalte Füße gegen den Glanz in den Gesichtern der Kinder. Anderenorts kam der Nikolaus zu den Familien bis an den Gartenzaun und überbrachte aus weitem Abstand seinen Gruß und seine Botschaft.

Sehnsucht nach Hoffnung

Niemand von uns wünscht sich die derzeitigen Einschränkungen auch für das nächste Jahr, trotzdem hat der „Nikolaus am Gartenzaun“ viele Menschen sehr berührt. Hier war spürbar, dass es allen Beteiligten nicht um Brauchtum und alljährliche adventliche Rituale geht, sondern um sehr viel mehr: Um die Sehnsucht nach Hoffnung, Zuversicht und Liebe, um unverdiente Geschenke, die „vom Himmel kommen“, und die Botschaft vom Sieg des Guten über alle Dunkelheit, die wir mit diesem Heiligen in Verbindung bringen.

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Das zu verinnerlichen war in diesem Jahr vielleicht sogar besser möglich als in früheren Jahren. Er muss nicht wirklich in jedes Wohnzimmer und dort eine Moralpredigt halten. So wird deutlicher, dass er eine echte Botschaft hat – und vor allem kein Zaungast vor unserem Herzen sein will.

Schreiben Sie der Autorin: hannelore.maurer@ovb.net

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