KOLUMNE

Hannelore Maurers „Zwischen Himmel und Erde“: Der Regisseur des Lebens

Hannelore Maurer

Die Rosenheimer Gemeindereferentin Hannelore Maurer (51) ist Autorin von drei Büchern und spricht im Radio für die Sendung „Auf ein Wort“ auf Bayern 1 und Bayern 3. Ab sofort schreibt sie für die OVB-Leser die wöchentliche Kolumne „Zwischen Himmel und Erde“, in der sie gute Gedanken mit auf den Weg gibt.

Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, kommt man gar nicht umhin, auch die Aufkleber zu lesen, die sich der jeweilige Vordermann oder die Vorderfrau auf das Auto geklebt hat. Ich weiß dann zum Beispiel, dass der Fahrer vor mir Fan vom FC Bayern ist, auch für Tiere bremst, gegen Atomkraft oder anderes ist.

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Vor kurzem habe ich aber einen Aufkleber mit folgendem Spruch gelesen: „Gott spielt keine Rolle in meinem Leben.“ Natürlich macht mich das als Seelsorgerin und auch persönlich traurig. Was wäre mein Leben ohne die Liebesbeziehung zu Gott, aus der ich die Kraft für mich und meine Arbeit nehme; bei dem ich mich geborgen weiß und von dem ich mir sicher sein darf, dass er der einzige ist, der mich nie allein lassen wird. Selbstverständlich darf da jeder seine eigene Einstellung haben, aber es macht mich schon nachdenklich, dass sich jemand so einen Aufkleber mit dieser provokanten Aussage auf das Auto pappt.

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Gott spielt keine Rolle in meinem Leben! Als ich an der Ampel direkt hinter dem Auto zum Stehen komme, kann ich plötzlich lesen, dass unter dem Spruch noch etwas steht, das Kleingedruckte sozusagen. Plötzlich bekommt der Aufkleber einen ganz anderen Sinn. Da steht zwar immer noch: „Gott spielt keine Rolle in meinem Leben.“ Aber darunter: „Er ist der Regisseur!“

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Jetzt regt mich der Spruch doch zum weiteren Nachdenken an: Spielt Gott nur eine „Rolle“ in meinem Leben oder hab ich wirklich das Vertrauen, ihm mein Leben ganz zu übergeben? Darf er tatsächlich der Regisseur in meinem Leben sein? Lasse ich ihn das Drehbuch meines Lebens schreiben?

Schreiben Sie der Autorin unter hannelore.maurer@ovb.net

Unser Leben ist manchmal schon wie ein Film mit spannungsreichen Szenen. Ich vertraue aber darauf, dass er am Ende doch ein Happyend für uns bereithält. Auch da, wo wir zwischendrin die Sicht auf das Ziel verloren haben und sich uns der Sinn nicht immer ganz erschließt.

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