Mit dem Hammer zugeschlagen: 21-Jähriger in Rosenheim zu Bewährungsstrafe verurteilt

Nach der Hammerattacke musste sich das Opfer aufgrund einer Schädelprellung und mehrerer Hämatome behandeln lassen.
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Nach der Hammerattacke musste sich das Opfer aufgrund einer Schädelprellung und mehrerer Hämatome behandeln lassen.
  • vonChrista Auer
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Weil er im Zuge eines Streits auf einen Mitbewohner mit einem Hammer losgegangen war, musste sich ein 21-jähriger Asylbewerber aus Gambia jetzt in Rosenheim vor Gericht verantworten. Das Opfer erlitt dabei unter anderem eine Schädelprellung.

Rosenheim – „Es wurde viel erfunden, was ich nicht gemacht habe“, sagte der 21-jährige Asylbewerber jetzt vor dem Jugendschöffengericht. Das könne seiner Meinung nach daran liegen, dass seine Vernehmung bei der Polizei in Englisch stattgefunden habe, das Protokoll aber in Deutsch verfasst worden sei und er viele „Blätter“ unterschrieben habe.

Werkzeug im Unterricht angefertigt

Fakt sei, dass er mit einen Mitbewohner der Asylbewerberunterkunft Probleme gehabt habe und es deshalb zum Streit gekommen sei. Das habe ihn genervt, deshalb habe er ihm mit dem Hammer, den er im Werkunterricht selbst gebaut hat, einmal auf den Arm geschlagen, räumte der Angeklagte ohne Umschweife ein. Ebenso wie eine Ohrfeige im Vorfeld, „aber das wars“.

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Laut Anklage war es aber mehr, was an diesem Tag vorgefallen ist: Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft gerieten die beiden Männer in Streit, weil der Angeklagte den Geschädigten verdächtigte, in der Vergangenheit seine Drogen gestohlen zu haben. Am Ende der Auseinandersetzung soll der 21-jährige den Geschädigten geschubst und dabei gedroht haben, ihn zu töten. Doch der sei sich keiner Schuld bewusst gewesen und habe deshalb ein klärendes Gespräch gesucht, so die Ermittlungen.

Arme zum Schutz gehoben

Als er die Zimmertür des Angeklagten geöffnet habe, sei der Angeklagte sofort mit einem Hammer auf ihn losgegangen und habe mindestens fünfmal mit dem spitzen Hammerkopf in Richtung Kopf geschlagen. Allerdings habe er den Kopf mit seinen erhobenen Armen schützen können. Er erlitt eine Schädelprellung sowie Prellungen, Hämatome und offene Wunden an beiden Armen.

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Laut Anklage habe seine Lebensgefährtin versucht, dazwischenzugehen. Daraufhin habe ihr der Angeklagten einen Faustschlag ins Gesicht versetzt und ihr wiederholt mit dem Tod gedroht.

1.500 Sozialstunden?

Da die Zeugin nicht vor Gericht erschien, wurde der Anklagepunkt der vorsätzlichen Körperverletzung und der Bedrohung auf Antrag der Staatsanwaltschaft eingestellt. Übrig blieb der Tatvorwurf der gefährlichen Körperverletzung.

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Im Rahmen eines Rechtsgesprächs war es zu einer Verständigung gekommen, die einen Strafrahmen zwischen einem Jahr und drei Monaten und – wie von der Anklagevertretung gefordert – einem Jahr und zehn Monaten in Aussicht stellte. Zudem wurden als spürbare Ahndung der Bewährungsstrafe 1.500 Sozialstunden gefordert.

Verfahren als Warnung

Verteidigerin Gabriele Sachse plädierte für den unteren Strafrahmen und 500 Sozialstunden. Ihr Mandant sei geständig gewesen und habe sich das Verfahren als Warnung dienen lassen. Zudem habe er eigenständig den Alkohol- und Drogenkonsum beendet.

Beratung bei der Suchthilfe

Das Schöffengericht mit der Vorsitzenden Richterin Verena Köstner schloss sich in seinem Urteil weitgehend diesem Antrag an und verurteilte den jungen Mann zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung. Zudem muss er fünf Beratungstermine bei der Suchthilfe besuchen.

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