Gruselgeschichten von der Stadtführerin

Halloween in der Corona-Krise: Stadt Rosenheim wartet mit mysteriösen Geschichten auf

Müssen ihre Verkleidungen fürs Erste im Schrank lassen: die Stadtführerinnen (von links) Ilse Schönhammer, Elke Steiner und Rosi Fery.
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Müssen ihre Verkleidungen fürs Erste im Schrank lassen: die Stadtführerinnen (von links) Ilse Schönhammer, Elke Steiner und Rosi Fery.

Die Rosenheimer Stadtführung zu Halloween muss ausfallen. Doch gruseln kann man sich auch so – mit Rosenheimer Spukgeschichten, die Stadtführerin Rosi Fery erzählt.

Rosenheim – Es war im Jahr 1967 in einer Rosenheimer Anwaltskanzlei: Leuchtstoffröhren gehen aus, Bilder drehen sich plötzlich, Schubladen und Schränke bewegen sich, ohne dass jemand Hand angelegt hätte. Der sogenannte „Spuk von Rosenheim“ ist einer der bekanntesten Fälle angeblich paranormaler Ereignisse. Eigentlich hätte Rosi Fery diese und noch viele andere Gruselgeschichten rund um die Region heute Abend erzählen wollen. Doch aufgrund der neuen Corona-Auflagen muss ihre Stadtführung zu Halloween ausfallen.

Verschiedene Themenführungen

„Es ist eine Stadtführung über unheimliche und kuriose Geschichten“, sagt Rosi Fery. Die Stadtführerin hat die Führung vor über zehn Jahren erarbeitet und hält sie mehrmals im Jahr. „Die Idee kam mir, als ich einmal bei einem Seminar von der Bamberger Hexenführung gehört habe. Dann habe ich mir überlegt, wie man so etwas auch für Rosenheim machen könnte.“ Die Reiseleiterin bietet verschiedene Themenführungen in Rosenheim an, zum Beispiel über Brunnen und Wasser oder über die Rosenheimer Stadttore.

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Anwaltskanzlei in der Königsstraße ist Schauplatz

In einem normalen Jahr würden Fery und ihre Kolleginnen an verschiedenen Orten in der Stadt mal vom Wahrsager Alois Irlmaier, mal von den Urteilen im alten Rathaus, mal vom Wunderheiler Bruno Göring erzählen. Der Schauplatz des „Spuks von Rosenheim“ ist die ehemalige Anwaltskanzlei Adam in der Königsstraße.

Normalerweise würde die Führung um 20 Uhr starten, sodass es schon dunkel in Rosenheims Gassen ist. Für die Stimmung verkleiden sie dann sich als Hexen oder Landfrauen. Die Geschichten haben alle mindestens einen wahren Kern.

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„Eigentlich bin ich gar nicht so eine Halloween-Fanatikerin“, sagt Fery. „Als ich jung war, gab es das noch gar nicht.“ Auch ihre Kollegin Ilse Schönhammer, die die Führung ebenfalls anbietet, sagt, dass es ihr gar nicht unbedingt um Halloween geht. „Es ist eher der Bezug zu Rosenheim, es geht um die unheimlichen Geschichten. Davon gibt es viele in Rosenheim“, sagt Schönhammer. Da beide die Führung schon oft gehalten haben, können sie aufs Publikum eingehen und sich der Situation anpassen. „Viele Rosenheimer wissen gar nicht, was in ihrer Stadt so alles passiert ist“, sagt Schönhammer.

Dieses Halloween sorgt ein anderer Spuk letztendlich dafür, dass die Führung ausfallen muss. Die Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie lassen nicht zu, dass so viele Menschen zusammen kommen. Bis zuletzt hatten Fery und Schönhammer gehofft, die Führung war schon ausverkauft. Das nächste Mal planen sie den Rundgang zu Silvester.

Viele Geschichten in petto

Dann hofft Fery auf einen lustigen Spaziergang. „Es freut mich am meisten, wenn es einfach unterhaltsam ist, wenn jemand zwischendrin lacht“, sagt Fery. „In Rosenheim kennen mich schon viele, da wissen sie, was sie erwartet.“ Jede der Stadtführerinnen halte die Führung ein wenig anders. „Wir haben inzwischen schon einige Geschichten, da können wir auswählen, was wir jeweils erzählen“, sagt Schönhammer.

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Der „Spuk von Rosenheim“ ist übrigens bis heute nicht ganz aufgeklärt. Angeblich hätte eine Auszubildende in der Rechtsanwaltskanzlei besondere Energien ausgestrahlt, die die Ereignisse erklärten. Auf jeden Fall haben sie aufgehört, sobald das Mädchen weg war. Ob sie der Grund für den Spuk war? „Sie können das glauben – oder eben nicht“, sagt Schönhammer.

Stichwort Halloween: Ministerin appelliert an Eltern

Bayerns Familienministerin Carolina Trautner appelliert an Eltern, wegen der Corona-Pandemie die Halloween-Bräuche nur im Familienkreis zu gestalten. „Gemeinsam basteln, verkleiden und Süßigkeiten naschen soll natürlich auch in diesem Jahr möglich sein, aber bitte nur innerhalb der Familie. Wir müssen jetzt alle die Kontakte zu anderen Menschen so gering wie möglich halten und vorsichtig sein. Mit Blick auf die derzeitigen Infektionszahlen rate ich deshalb von Halloween-Feiern außerhalb der Familie und vom von Tür zu Tür Gehen ab.“

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