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Eishockey-TV-Experte Ehelechner im Interview

Hager? „Ein Gifthaferl, das beim Gegner unter die Haut fahren kann“

Der gebürtige Rosenheimer Patrick Ehelechner kommentiert das olympische Eishockeyturnier.
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Der gebürtige Rosenheimer Patrick Ehelechner kommentiert das olympische Eishockeyturnier.
  • Thomas Neumeier
    VonThomas Neumeier
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Patrick Ehelechner ist während der Olympischen Spiele im Stress. Der gebürtige Rosenheimer ist für den TV-Sender Eurosport als Kommentator des Eishockeyturniers im Einsatz. Der ehemalige Junioren-Nationaltorwart glaubt daran, dass Deutschland das Wunder von 2018 wiederholen kann.

Rosenheim – Patrick Ehelechner ist stark eingespannt. Der 37-Jährige wird das olympische Eishockeyturnier als Kommentator bei Eurosport begleiten. Der ehemalige Torhüter, der in der DEL für Hannover, Mannheim, Duisburg, Nürnberg und Augsburg spielte und 2015 seine Karriere bei den Starbulls Rosenheim beendete, wird dabei nicht nur die Spiele live kommentieren, sondern auch in der Nachbetrachtung sowie in den sozialen Netzwerken eine große Rolle spielen. Im Interview mit der Sportredaktion spricht der NHL-Draft von 2003 über das deutsche Team, die Medaillenchancen und seinen Job während der Spiele.

Deutsche Auswahl mit großer Tiefe im Kader

Herr Ehelechner, 2018 gab es für eine begeisternde deutsche Mannschaft die Silbermedaille. Kann dieses Wunder wiederholt werden?

Patrick Ehelechner:Das ist gleich eine gute Frage. Ich hoffe es! Aufgrunddessen, dass die Spieler aus der NHL nicht mit dabei sind, ist die Chance für unsere Mannschaft größer. Wir haben so eine Tiefe im Kader, dass wir mit breiter Brust antreten können.

Wie sehr bedauern Sie, dass deutsche Stars wie Philipp Grubauer, Moritz Seider, Lukas Reichel oder Leon Draisaitl nicht mitwirken können?

Ehelechner:Es wäre schon geil gewesen, einmal die besten deutschen Spieler über ein ganzes Turnier zu sehen. Andererseits hätten auch die anderen Mannschaften die volle Tabelle bringen können. Mir tut es aber schon sehr leid für Leon oder Grubi, das ist saubitter.

„Niederberger ist die klare Nummer eins im Tor“

Wie bewerten Sie den deutschen Kader?

Ehelechner:Das ist eine gute Mischung. Wir haben mit Matthias Niederberger eine klare Nummer eins im Tor. Die Verteidiger sind groß, schnell und erfahren, Marcel Brandt hat einen unglaublichen Onetimer (Direktschuss, d. Red.). Und dass mit Kahun, Kühnhackl, Rieder und Loibl Spieler aus der Schweiz und Schweden mit dabei sind, tut uns gut und hilft uns brutal. Ich nehme den Deutschland-Cup, da hat Tobias Rieder brutal aufgetrumpft.

Mit Patrick Hager ist auch ein Rosenheimer dabei. Wie wichtig ist er fürs Team?

Ehelechner:Patrick ist ein Gifthaferl, diese Art von Spieler brauchst du in jeder Mannschaft. Der kann beim Gegner unter die Haut fahren und ist sich für keinen Check zu schade. Er muss kein Topscorer sein, aber Hagers Präsenz in der Kabine auf dem Eis brauchst du, um dem Gegner weh zu tun.

Loibls Entwicklung „sehr interessant und positiv“

Eine kurze Rosenheim-Vergangenheit hat auch Stefan Loibl. Wie sehen Sie seine Entwicklung?

Ehelechner:Die ist sehr interessant und sehr positiv. Er ist schon in Straubing herausgestochen und hat in Mannheim eine wichtige Position einnehmen dürfen. Den Wechsel nach Schweden hätte ich nicht erwartet, es zeigt aber seine Qualitäten, wenn er sich in dieser starken Liga so behauptet.

Sie haben die fehlenden NHL-Spieler angesprochen. Die deutschen Gruppengegner Kanada und USA müssen damit auskommen. Wie stark sind die noch?

Ehelechner:Ich bin selbst gespannt. Kanada spielt immer vorne mit, ob es für ganz vorne reicht, ist schwierig zu sagen. Eric Staal ist ein bekannter Name und wird die Führungsrolle einnehmen, Ben Street kennt man aus München. Die USA tritt mit vielen Collegespielern an, die werden sich erst einmal finden müssen. Das ist natürlich ein Vorteil für Deutschland.

Deutschland hat „eine gute Mischung“

Im deutschen Team sind zehn Spieler mit dabei, die 2018 Silber errungen haben.

Ehelechner:Das ist sehr wichtig. Man braucht für ein erfolgreiches Turnier den Teamspirit. Und den bringen diese Leute mit. Und die anderen sind hungrig nach der Medaille. Das ist die gute Mischung.

Dritter Vorrundengegner ist Gastgeber China mit vielen eingebürgerten Nordamerikanern.

Ehelechner:China ist keine Eishockey-Nation und krasser Außenseiter. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die überraschen können.

Gibt es in den Aufgeboten Spieler, auf die man besonders achten sollte?

Ehelechner:Kanadas Top-Talent Owen Power sollte man auf alle Fälle auf der Liste haben. Aber es kommt dann auch oft ganz anders. 2018 hatte ich auch fünf Spieler auf dem Zettel – und dann waren es wieder ganz andere, die aufgetrumpft hatten. Wer es diesmal sein könnte, wird man nach den ersten beiden Spieltagen sehen.

Medaillentipp: „Russland, Finnland, Deutschland – Reihenfolge offen“

Wie lautet Ihr Medaillentipp?

Ehelechner:Russland, Finnland und Deutschland – in welcher Reihenfolge lasse ich aber noch offen! Russland ist sehr stark, sehr präsent und auf dem Papier gut. Finnland hat einen starken europäischen Kader und hat sich seit der letzten Weltmeisterschaft weiterentwickelt. Und ich bin natürlich Deutschland-Fan und hoffe da auf eine Medaille.

Wie sieht Ihre Arbeit während des olympischen Eishockeyturniers aus?

Ehelechner:Für mich steht an fast jedem Tag Eishockey auf dem Programm, teilweise sogar zwei Spiele am Tag. Ich bin auch schon als Co-Kommentator bei den Viertelfinals, den Halbfinals, dem Spiel um Platz drei und beim Endspiel und bin sehr stolz, dass mir Eurosport dieses Vertrauen schenkt. Zudem bin ich auf den Social-Media-Kanälen aktiv und bin auch oft in der Eishockeyshow mit Christian Ehrhoff, die jeden Abend um 20.15 Uhr für 90 Minuten auf Eurosport läuft. Das ist eine fette Nummer für unsere Sportart!

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