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Organischen Abfall verwerten

Grüne finden: Rosenheim kann die Biotonne auch ohne eigene Entsorgungsmöglichkeit einführen

Kann man sich auf einen vierzehntägigen Turnus bei der Leerung von Restmüll- und Biomülltonnen verständigen, sieht sich der Baubetriebshof um Werksleiterin Sandra Ramming und Betriebsleiter Christian Bielmeier bei der Einführung einer Biomülltonne keinen größeren Schwierigkeiten gegenüber.
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Kann man sich auf einen vierzehntägigen Turnus bei der Leerung von Restmüll- und Biomülltonnen verständigen, sieht sich der Baubetriebshof um Werksleiterin Sandra Ramming und Betriebsleiter Christian Bielmeier bei der Einführung einer Biomülltonne keinen größeren Schwierigkeiten gegenüber.
  • VonJohannes Thomae
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Mit einem Besuch des Baubetriebshofs beendete der Arbeitskreis Umwelt der Rosenheimer Grünen seine Recherchen zum Thema Biotonne. Der Kreis ist der Meinung: Rosenheim könnte das Behältnis für organische Abfälle ohne größere Schwierigkeiten einführen. Auch wenn es zunächst eine Übergangslösung brauche.

Rosenheim – „Die größte Aufgabe wird sein, die Menschen zu informieren, sie mitzunehmen. Es kann sein, dass das ein Jahr braucht, aber dann wird es wohl problemlos laufen.“ So schätzt Sandra Ramming, Werksleiterin des gesamten Baubetriebshofes, die Schwierigkeiten bei der Einführung einer Biomülltonne in Rosenheim ein.

Abschluss einer Informationstour

Der Arbeitskreis Umwelt der Rosenheimer Grünen informierte sich bei ihr und Christian Bielmeier, dem Baufhofleiter. Die Besucher wollten wissen, was die Stelle, die am unmittelbarsten mit der Einführung zu tun hätte, dazu zu sagen hat.

Der Besuch beim Bauhof war dabei der Abschluss einer ganzen Informationstour: Die Grünen hatten sich schon in Wasserburg über die dortigen Erfahrungen mit der Einführung der Biomülltonne informiert, waren auch beim Rosenheimer Erdenwerk in Eiselfing gewesen, wo Biomüll zu Humus verarbeitet wird und bei diesem Prozess Wärme und Strom erzeugt. Nun also Informationen zum Leeren der Tonnen.

Der Arbeitskreis Umwelt der Rosenheimer Grünen informiert sich über die Voraussetzungen für die Einführung einer Biomülltonne.

Abtransport selbst kein Problem

Der Abtransport selbst, so Sandra Ramming, wäre dann kein Problem, wenn man sich auf eine vierzehntägige Abholung von Rest- beziehungsweise Biomüll verständigen könnte. In einer Woche würde dann die Restmülltonne geleert, in der nächsten die Biomülltonne.

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Bei diesem Turnus könnte die Müllentsorgung vom Bauhof mit der derzeitigen Mannschaft und den derzeitigen Fahrzeugen bewältigt werden.

Eine entscheidende Frage sei in diesem Zusammenhang aber noch zu klären: Wo kommt der Müll hin?

Mit Übergangslösung leben müssen

Je näher sich die „Biomüll-Endstation“ bei Rosenheim befindet, desto besser, denn die Müllfahrzeuge müssen bei ihren Tagestouren mehrmals entladen werden. Eine Fahrtstrecke von zum Beispiel einer dreiviertel Stunde von der letzten Müllaufnahme bis zum Abladen wäre da schon grenzwertig, meint Betriebsleiter Christian Bielmeier.

Schließlich ist das Fahrzeug mit seiner Besatzung von meist drei Mann in dieser Zeit gewissermaßen außer Gefecht. Man werde, so die Meinung der Grünen-Besucher, hier eine gewisse Zeit mit einer Übergangslösung leben müssen.

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Wenn man mit der Einführung der Biomülltonne warte, bis im Raum Rosenheim eine entsprechende eigene Verarbeitungsmöglichkeit geschaffen sei, „dann bekommen wir die Tonne nie“, meinte Susanne Heunisch, die im Vorstand der Rosenheimer Grünen ist.

Viele Sorgen unbegründet

Insgesamt hielten die beiden Fachleute vom Baubetriebshof alle technischen Probleme jedoch für lösbar. „Größere Mühe wird es machen, den Leuten Sorgen und Ängste zu nehmen, die diese mit der Einführung verbinden.

Es geht hier um gute Aufklärung, denn viele dieser Sorgen sind eigentlich unbegründet“, meint Sandra Ramming und führt ein Beispiel an: Oft werde ins Feld geführt, dass eine Biomülltonne Ratten und anderes Getier anziehe. Ihrer Einschätzung nach ist das nicht der Fall, „denn wenn es so wäre, dann hätten wir das Problem schon jetzt“.

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Der Ratte sei es schließlich egal, ob sie nach Fressbarem in einer Restmüll- oder einer Biotonne suche. Man dürfe nicht vergessen: „Der Biomüll kommt nicht neu hinzu, er ist ja jetzt schon da, wird nur in anderer Form entsorgt“.

Der letzte ihrer Informationsbesuche zur Biomülltonne führt den Arbeitskreis zum Baubetriebshof. Im Vorfeld war man schon in Wasserburg und Eiselfing.

Mit Beschwerden und Fragen rechnen

In der Phase vor und in der ersten Zeit der Einführung müsse man jedenfalls mit vielen Fragen, wohl auch mit einigen Beschwerden rechnen, mein Sandra Ramming. Ihrer Erfahrung nach seien viele Menschen gegenüber dem Thema Müll und seiner sinnvollen Aufbereitung jedoch aufgeschlossen. „Diejenigen, denen alles egal ist, sind in der Minderheit“ ergänzt Christian Bielmeier.

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Diese Minderheit aber bereitet dem Baubetriebshof auch jetzt schon Probleme, wenn der Müll vor allem Einwegverpackungen von Getränken oder Speisen einfach dort fallengelassen werde, wo man sich gerade befinde, egal ob in der Stadt oder am Happinger See.

Keine größeren Investitionen bei 14-tägigem Turnus

Vorabinformation, eventuell auch Kontrolle, sind also wichtig. Dies und auch die Betreuung der Kunden in der Einführungsphase sei am besten beim Umweltamt angesiedelt, so die Überzeugung der grünen Besuchergruppe, und es sei wohl nicht zu vermeiden, dass hierfür zusätzliches Personal benötigt werde.

Positiv aber war für die Gäste aber auf jeden Fall, dass der Abtransport des Mülls den Baubetriebshof vor keine größeren Probleme stellt, zumindest bei einer Leerung in 14-tägigem Turnus nicht, und dann auch keine größeren Investitionen notwendig macht.

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