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Trotz sinkender Kriminalität

Gewalt, Sexualdelikte, Verkehr: Diese Fälle bereiten der Rosenheimer Polizei Kopfzerbrechen

Polizeipräsident Manfred Hauser (Vierter von links.) übergibt Oberbürgermeister Andreas März (Sechster von links) den Sicherheitsbericht 2021.
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Polizeipräsident Manfred Hauser (Vierter von links.) übergibt Oberbürgermeister Andreas März (Sechster von links) den Sicherheitsbericht 2021.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Die Kriminalität in Rosenheim nimmt ab. Das geht aus dem Sicherheitsbericht 2021 des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd hervor, den Polizeipräsident Manfred Hauser an Oberbürgermeister Andreas März übergeben hat. Und doch gibt es auch einige Fälle, die nicht nur der Polizei Kopfzerbrechen bereiten.

Rosenheim – Es ist ein Fall, den die Rosenheimer so schnell wahrscheinlich nicht vergessen dürften: Mitte Februar verschafft sich ein ursprünglich aus Bosnien-Herzegowina stammender Rosenheimer (54) mittels eines nachgemachten Schlüssels Zutritt zu der Wohnung seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau (51). In der Küche versetzt er ihr Messerstiche in den Oberkörper, flieht anschließend. Parallel gehen bei der Polizei Notrufe zu einem lautstarken Familienstreit mit Hilferufen einer Frau ein.

In der Wohnung im fünften Stock in der Salinstraße finden die Beamten eine schwerverletzte Frau. Während sich ein Teil der Polizisten um die 51-Jährige kümmert, fahnden mehrere Streifen nach dem flüchtigen Tatverdächtigen und nehmen ihn Minuten später in einer Grünanlage fest. Es ist eines von drei Tötungsdelikten, das sich im vergangenen Jahr in der Stadt Rosenheim ereignet hat – eines mehr als 2020. In zwei Fällen überlebten die Opfer knapp.

Viel Arbeit mussten die Beamten auch in die Bearbeitung weiterer Kriminalitätsfälle stecken. Während die Diebstähle bei Einbrüchen um fast die Hälfte gesunken sind, haben vor allem die Sexualdelikte zugenommen. So hatte es laut Polizei 2020 insgesamt 49 Fälle gegeben, ein Jahr später liegt die Zahl bei 92. „Im Internet finden sich immer wieder Bilder von Minderjährigen mit pornografischen Inhalten“, sagt Polizeihauptkommissar Robert Maurer. Diese werden immer häufiger angezeigt, was sich wiederum in der Zahl der Sexualdelikte niederschlägt.

Im Großen und Ganzen aber zieht das Präsidium ein positives Fazit. So seien 2021 insgesamt 4 103 Straftaten in der polizeilichen Kriminalstatistik erfasst worden. Im Vergleich zum Vorjahr bedeute das einen Rückgang um 108 Straftaten.

Die Anzahl der Straftaten in der Stadt hat gegenüber 2020 im vergangenen Jahr erneut leicht abgenommen.

Alle Hände voll zu tun hatten die Polizisten auch rund um den Verkehr. So ereigneten sich in der Stadt 2076 Unfälle. „Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von 26 Prozent“, heißt es in dem Sicherheitsbericht. Hauptunfallursachen waren neben dem fehlenden Sicherheitsabstand (731), auch Fehler beim Abbiegen (660), die Missachtung der Vorfahrt (120) sowie die falsche Benutzung der Fahrbahn (80).

Insgesamt gab es bei den Unfällen 412 Verletzte und einen Todesfall. Letzterer ereignete sich, wie berichtet, Anfang Oktober. Gegen 11 Uhr befuhr ein 31-Jähriger mit seinem Kieslaster samt Anhänger die Ellmaierstraße in Richtung der Kreuzung Kaiserstraße/Frühlingsstraße. An der Kreuzung bog der Lkw-Fahrer, nachdem die Ampel auf „Grün“ schaltete, nach rechts ab – und übersah dabei eine 86-Jährige, die bei „Grün“ die Straße überqueren wollte.

Frau wird von Lkw erfasst und stirbt

Die Frau wurde vom Lkw erfasst und starb noch an der Unfallstelle. Weil sich einen Monat später an der Kreuzung Innsbrucker-/Chiemseestraße ein ähnlicher Abbiegeunfall ereignete, hat die Stadt ein Ingenieurbüro beauftragt, zu überprüfen, wie die Ampelschaltung verändert werden könnte, um die Kreuzung für Fußgänger und Radfahrer sicherer zu gestalten.

Doch es sind nicht nur die Unfälle, die die Beamten auf Trab halten. Auffällig im vergangenen Jahr sei auch das Fahren ohne Fahrerlaubnis gewesen. Während 2020 bereits 101 Menschen ohne das gültige Dokument unterwegs waren, hat es 2021 noch einmal eine Steigerung um 16,5 Prozent auf 120 gegeben. Ebenfalls zugenommen haben die Nötigung im Straßenverkehr (40), die gefährlichen Eingriffe in den Straßenverkehr (32) sowie Beleidigungen (44). Einen Rückgang um 30 Prozent – von zehn auf sieben – hat es bei den verbotenen Autorennen gegeben.

„Ich bin sehr zufrieden, dass die Sicherheitslage in unserer Stadt seit Jahren konstant gut ist“, sagte Oberbürgermeister Andreas März. Zwar sei jede Straftat eine zu viel, dennoch sei der seit Jahren zu verzeichnende Rückgang der Kriminalitätsbelastung ein „positives Signal“. Bürger und Besucher Rosenheims könnten sich sicher fühlen. Für die Täter bedeutet das im Umkehrschluss: „Aufgrund der hervorragenden Polizeiarbeit müssen sie jederzeit damit rechnen, erwischt und einer gerechten Strafe zugeführt zu werden.“

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