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AMTSGERICHT VERHÄNGT BUßGELD

In Rosenheim eskaliert ein Streit um die lautstarke Waschmaschine des Nachbarn

Mit einem Bußgeld kam ein Rosenheimer davon, der seinen Nachbarn beleidigt haben soll.
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Mit einem Bußgeld kam ein Rosenheimer davon, der seinen Nachbarn beleidigt haben soll.
  • VonTheo Auer
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Keine Strafe, dafür ein Bußgeld: Vor dem Rosenheimer Amtsgericht musste sich ein 61-jähriger Rosenheimer verantworten, der seinen Nachbarn ausländerfeindlich beleidigt haben soll. Denn am Schluss des Prozesses tauchte der Belastungszeuge nicht auf.

Rosenheim – Ohne Strafe ist ein 61-Jährige Rosenheimer davon gekommen, der sich wegen Beleidigung vor dem Rosenheimer Amtsgericht verantworten musste. Über ein halbes Jahr habe der Kraftfahrer mit seiner Frau unter der Geräuschkulisse, welche die Waschmaschine seines Nachbarn erzeugt habe. Mehrfach sei er deshalb beim Nachbarn vorstellig geworden.

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Weil der dies jedoch mit einem Schulterzucken abgetan habe, wendete er sich schriftlich an den Vermieter – ohne feststellbare Änderung.

In der Wortwahl vergriffen

Im März dieses Jahres war dem Angeklagten in dieser Sache offenbar der Kragen geplatzt. Gegen 11.30 Uhr dröhnte es erneut aus der Nachbarwohnung. Erneut klopfte er beim Nachbarn um auf die Störung hinzuweisen und auf deren Beendigung zu dringen. Allerdings hatte er sich dabei, lautete die Anklage, deutlich in der Wortwahl vergriffen. Der Nachbar hatte Anzeige erstattet weil er von dem Angeklagten als „Kanake“ und als „Scheißausländer“ bezeichnet worden sei der „vergast werden müsse“.

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Vor dem Amtsgericht unter dem Vorsitz von Richterin Melanie Lanzendorfer bestritt der Angeklagte eine solch verbale Entgleisung vehement. Dass es zu einem lautstarken Wortwechsel auf beiden Seiten gekommen sei, wollte er nicht in Abrede stellen.

Enger Freund als Zeuge

Ganz im Gegenteil arbeite er beruflich mit vielen Nichtdeutschen Kollegen zusammen und habe überhaupt keinerlei Aversionen gegen Ausländer. Mit einer Ausnahme gebe es auch gegen weitere Mitbewohner überhaupt keine Probleme. Nur ein Nachbar unter ihnen gegen den sie wegen nächtlicher Ruhestörung schon mehrmals die Polizei mobilisieren mussten, sei ihnen deshalb nicht wohlgesonnen.

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Bezeichnenderweise sei dieser Mieter ein enger Freund jenes Mannes, der den Angeklagten angezeigt hatte und in der Sache als Belastungszeuge benannt worden war.

Veraltete Wasserleitungen

Der 20-jährige Bulgare, den der Angeklagte beleidigt haben soll, berichtete als Zeuge: Es stimme, dass von seiner Waschmaschine eine unangenehme Geräuschentwicklung ausgegangen sei. Auf Veranlassung des Vermieters habe sich ein Installateur der Sache angenommen. Dabei hab dieser aber festgestellt dass die Ursache der Geräusche nicht bei der Waschmaschine, sondern viel mehr in den veralteten Wasserleitungen zu suchen sei.

Nur auf Streit aus gewesen

Dazu, seinem Nachbarn dies zu erklären, sei er jedoch gar nicht gekommen weil dieser nur auf Streit aus gewesen sei. Dies habe sich so sehr gesteigert, dass die genannten Beleidigungen gefallen seien. Der Nachbar habe ihn sogar körperlich angreifen wollen, woran ihn aber seine Ehefrau gehindert habe.

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Wegen der lautstarken Streitereien sei auch der Nachbar unter ihnen in das Treppenhaus getreten und könne die ausländerfeindlichen Beleidigungen bezeugen.

Die Ehefrau des Angeklagten bestätigte die lautstarke Auseinandersetzung, es habe aber weder eine körperliche Attacke von der sie ihren Mann hätte abhalten müssen, noch die vorgeworfenen ausländerfeindlichen Schimpfworte gegeben.

Juristisch aus der Welt

Weil der Belastungszeuge aus dem Stockwerk darunter, obwohl ordnungsgemäß geladen, vor Gericht nicht erschienen war, stellte die Richterin fest, dass nunmehr Aussage gegen Aussage stehe.

Es gebe nun die Möglichkeit den Zeugen vorführen zu lassen, oder aber das Verfahren nach ein Bußgeld wegen Geringfügigkeit einzustellen. Die Staatsanwältin stellte sich dem nicht entgegen und nach längerer Beratung mit seinem Verteidiger stimmte auch der Angeklagte der vorgeschlagenen Einstellung zu. Juristisch ist damit die Sache aus der Welt.

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