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Christian Felber plädiert für humanere Wirtschaft zum Wohle aller

"Gemeinwohl-Ökonomie in Verfassung"

Christian Felber (rechts) referierte im Bildungszentrum auf Einladung von Justus Dallmer (links) von Attac Rosenheim. Foto : Sieberath
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Christian Felber (rechts) referierte im Bildungszentrum auf Einladung von Justus Dallmer (links) von Attac Rosenheim. Foto : Sieberath

Rosenheim - Rund 200 Zuhörer folgten den Worten des Begründers der "Gemeinwohl-Ökonomie", Christian Felber, der im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Was kostet unser Wohlstand? " im Bildungszentrum gastierte.

Die Gemeinwohl-Ökonomie beschreibt zentrale Elemente eines sozialeren, ökologischeren und demokratischeren Ordnungsrahmens für die Wirtschaft.

Mit Zitaten untermauerte der Unternehmer und Mitbegründer von Attac Österreich: "Wirtschaft, die nur auf Geldgewinn ausgerichtet ist, ist widernatürlich" - so schon Aristoteles. Die derzeitige Wirtschaftsordnung sei in vielen Staaten verfassungswidrig. Auch die Bayerische Verfassung binde in den Artikel 151 und 157 wirtschaftliche Tätigkeit an das Gemeinwohl.

Derzeit sei allerdings diese Wirtschaftsordnung auf den Kopf gestellt: "Heute gibt die Wirtschaft Werte vor, die von der Politik umgesetzt werden." Die Wünsche der Bürger würden nicht mehr geachtet. Als Beispiel nannte der Referent das Bankenrettungsgesetz "für Banken, die es gar nicht geben sollte".

Es fokussiere sich alles zunehmend aufs Geld, anstatt dass Geld Mittel des Wirtschaftens sei, betonte der Mitbegründer der Bank für Gemeinwohl in Österreich. So sei es kein Wunder, dass über 80 Prozent der Bürger eine neue Wirtschaftsordnung wünschten.

Für die Vertreter der Gemeinwohl-Ökonomie stehe fest: Nicht Profit und Kannibalismus solle die Wirtschaft bestimmen, sondern ethisch-moralische Werte, die soziales, nachhaltiges, verantwortungsvolles wirtschaften ermöglichen. Das sei realisierbar, so Felber. Wirtschaftlicher Erfolg solle demzufolge nicht mehr nach Bruttoinlandsprodukt oder Gewinn definiert werden, sondern nach einer "Gemeinwohlbilanz", in der "20 Zutaten von Lebensqualität" ermittelt werden und so die ethische Aufstellung eines Unternehmens widerspiegeln. Dass dies funktioniere, bewiesen Unternehmen aus allen Branchen, die bereits nach dem Prinzip der Gemeinwohl-Ökonomie arbeiten - hier seien das zum Beispiel die St.-Leonhards-Quelle oder die Regionalwährung "Chiemgauer". Selbst Banken und Metallbauer hätten sich diesem "Wirtschaftsmodell für eine bessere Zukunft" verschrieben. re

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