Geht’s nicht einfacher?

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„Come in and find out“: Mit diesem Slogan warb vor Jahren eine bekannte Drogeriekette für ihre Shops.

Mittlerweile treibt der Trend zum D(e)nglisch auch im Alltag der Stadt Rosenheim kuriose Blüten.

Ein Pfarrkindergarten wirbt unter dem Motto „play, learn and grow together“ für seine Einrichtung – und für Erziehung an einem typisch deutschen Sehnsuchtsort: dem Wald. Ein Vortrag in einer städtischen Einrichtung widmet sich der „Slow Family“. Die fühlt sich am wohlsten, wenn Eltern und Kinder etwas ganz Banales tun: sich der Langsamkeit widmen. Und eine Kirchengemeinde lädt ein zur „Night of Worship“. Dabei geht es übrigens nicht, wie ein Vertipper im Übersetzungsprogramm von Google vermuten lässt, um eine Nacht mit Kriegsschiffen (warship), sondern darum, einen Abend lang Gott anzubeten.

Was auffällt: Je mehr sich Veranstalter für das sogenannte einfache Leben einsetzen, desto mehr sprechen sie der guten, alten deutschen Muttersprache die Wirkung ab.

Das wird wohl auch der Grund gewesen sein, warum die Südostbayernbahn bei der Kreation neuer Wortschöpfungen jetzt den Vogel abgeschossen hat. Das Betriebskonzept, Menschen von A nach B zu transportieren, ist anscheinend so simpel, dass es dringend aufgepeppt werden muss. Die PR-Abteilung hat deshalb einen Namen für eine neue Lok kreiert, der so innovativ wirkt, dass die Bahn ab sofort sicherlich in aller Munde ist: „Eco DeMe Train“. Das steht für „Eco Dieselelektrisch Multiengine Train“. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Zug nicht ständig einer typisch deutschen Unart frönt: nämlich „too late“ (zu spät) zu sein.

Am Rande notiert

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