SPATENSTICH FÜR DEN SPINNEREIHOF

Gebäude als Bindeglied

Strahlten gestern mit der Sonne um die Wette (von links): Andreas Leupold, Maximilian Werndl, Peter Kloo und Florian Eisner.

Ein Bindeglied, wie ein Gelenk zwischen den Gebäuden der Alten Spinnerei und der Innenstadt, soll das neue Wohn- und Geschäftshaus zwischen der Akademie der Bildenden Künste und Rewe werden. Gestern war symbolischer Spatenstich.

Kolbermoor – Bauherr ist die Werndl & Partner GmbH mit den Geschäftsführern Maximilian Werndl und Florian Eisner. Beide griffen beherzt zum Spaten, unterstützt von ihrem Architekten Andreas Leupold (Leupold Brown Goldbach Architekten München) und Bürgermeister Peter Kloo.

„Richtig“ gearbeitet wird auf dem 3300 Quadratmeter großen Areal schon seit mehreren Wochen: So wurde der Oberboden bereits abgetragen. Momentan geht es um das Verlegen bestehender Leitungen im Boden. So muss auch eine Starkstromleitung der Bayernwerke umgelegt werden. Bis Mitte nächster Woche sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein. Dann steht der Aushub für die Tiefgarage an. Dabei stellt man sich, so Maximilian Werndl, auf „einige Überraschungen“ im Untergrund ein – Reste früherer Bebauungen. Deshalb wird auch ein Gutachter dabei sein, der sich direkt neben dem Bagger des Aushubs annimmt.

Die Tiefgarage, die 85 Parkplätze umfassen wird (25 oberirdische Plätze kommen noch dazu), soll heuer noch fertig werden. so Werndl und Eisner. Mitte des nächsten Jahres hofft man auf die Fertigstellung des Rohbaus; dann beginnen Innenausbau- und Installationsarbeiten. „Mitte 2020 wollen wir das Gebäude in Betrieb nehmen“, so Maximilian Werndl.

Das Gebäude wird zum Teil – als Mieter oder Käufer – eine große Firma aus dem IT-Bereich beziehen. „Sie wird bis zu 200 Arbeitsplätze bieten“, freut sich Werndl. Dazu kommen 24 Wohnungen und zehn Boardings-Appartements. Werndl zeigte sich beim Spatenstich „sehr froh, dass wir endlich anfangen konnten. Dieses Gebäude an dieser Stelle ist wichtig und identitätsstiftend für die Alte Spinnerei. Es bedeutet eine weitere Belebung – vorher war hier ein städtebauliches Vakuum.“

Diese Einschätzung teilt Architekt Andreas Leupold. Das Haus sei eine moderne Ergänzung des Areals, das aber respektvoll mit den Traditionen der Alten Spinnerei umgehe und auch Elemente aufnehme. Zudem sei es das Bindeglied zwischen der Spinnerei und der Kolbermoorer Innenstadt. Nach erfolgreicher Sanierung und Wiederbelebung der historischen Gebäude widmete sich die Familie Werndl der Erschließung des Spinnereiparks. Die Devise „Strukturen brauchen Zeit zum Wachsen“ war der Firma zufolge stets im Vordergrund. So gab es erste Überlegungen zum Projekt bereits vor 15 Jahren. Es ist eines der letzten Puzzleteile im Areal. Die Firma Werndl & Partner nimmt dafür 25 bis 30 Millionen Euro in die Hand.

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