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Neue Vorgaben zum Jahresende

Pfandsystem in der Gastronomie: Ricarda Krüger spricht von „verpasster Chance“ für Rosenheim

In anderen Städten wird das Rosenheimer Unternehmen „reCup“ von der Verwaltung gefördert.
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In anderen Städten wird das Rosenheimer Unternehmen „reCup“ von der Verwaltung gefördert.
  • VonThomas Stöppler
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Ab 2023 sind Pizzakartons, Plastik-Schalen und Co. in der Gastronomie verboten. Mehrweg-Geschirr heißt die Devise, die der Staat ausgegeben hat. Die Rosenheimer SPD hätte den Betrieben bei der Umstellung gerne unter die Arme gegriffen. Nun spricht SPD-Rätin Ricarda Krüger aber von einer „verpassten Chance“.

Rosenheim – „Man hätte das bündeln können“, sagt Ricarda Krüger, SPD Stadträtin in Rosenheim. Aber diese Chance hätte man nun verpasst. Krüger war die treibende Kraft hinter dem Antrag der SPD, die Gastronomen bei der Umstellung auf Mehr-Weg-Geschirr zu unterstützen. Denn zum Jahreswechsel sind Pizzakartons, Plastik-Schalen und Kaffeebecher aus beschichteter Pappe verboten. Die Bundesregierung reagiert damit auf die rund 770 Tonnen an Verpackungsmüll, die in Deutschland jedes Jahr entstehen.

Hohe Kosten für die Betriebe

Für die Gastronomen und Bäcker entstehen somit hohe Kosten. Mehrweggeschirr ist nicht umsonst und auch die Systeme, die den Rücklauf der Mehr-Weg-Schalen gewährleisten. Krügers Antrag sah sowohl einen Topf vor, der Gastronomen beim Kauf einer Grundausstattung ermöglichen sollte, sowie die Idee ein einheitliches System einzurichten. Für Kunden und Gastronomen, erklärt die Stadträtin gegenüber den OVB-Heimatzeitungen, hätte das einiges erleichtert. Kunden hätten das benutzte Geschirr überall bei allen Gastronomen abgeben können und nicht nur bei dem Restaurant, bei dem sie das Essen bestellt oder abgeholt hätten.

Die Verwaltung der Stadt, in Person von Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl, verwies auf die Eigenverantwortlichkeit „in einer marktwirtschaftlichen Ordnung“. Man solle Vertrauen in die Gastronomen haben, erklärte Bugl. Für eine finanzielle Förderung sei es ohnehin zu spät: Es gäbe weder Personal noch Mittel, um die Vorgaben umzusetzen. Des Weiteren gäbe es bereits Unterstützung durch die DEHOGA, die IHK und private Anbieter.

Auch sei es „aus rechtlicher Sicht in Frage zu stellen“, ob die Stadt überhaupt ein einheitliches System vorschreiben dürfe. Wieso das in zum Beispiel Greifswald funktioniert, bleibt offen. In der Ostseestadt hat die Verwaltung die Systemkosten von reCup für das erste Jahr übernommen.

Das war allerdings gar nicht Ziel des Antrags: „Wir wollten nur, dass sich alle an einen Tisch setzen“, erklärt Krüger und verweist auf andere Städte, die ähnliches gemacht hätten: In Marburg etwa haben sich Stadt und Gastronomie auf die Münchner Firma „reCup“ geeinigt, die sogar in Rosenheim gegründet wurde. Aber „man hätte sich mehrere Firmen anschauen können.“

Herausforderungen des Lockdowns

Gegenüber der OVB-Heimatzeitung erklärte Bugl weiter, dass die Gastronomie in der Corona-Pandemie „unter Beweis gestellt hat, wie schnell und erfolgreich sie sich über Lieferdienste und To-Go-Verkäufe an die noch deutlich schwierigere Herausforderung der Lockdowns anpassen konnte“. Für Krüger hingegen ist die Pandemie eher ein Argument, die Branche mehr zu unterstützen. Schließlich hätte diese mit enormen Umsatzeinbrüchen und Einschränkungen leben und zurechtkommen müssen.

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