Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Anwohnerbefragung steht an

Fußgängerzone in Wein- und Adlzreiterstraße? Das halten die Ladenbesitzer von den Plänen

Autos, die nur wenige Meter an der Bestuhlung vorbeifahren, ärgern viele Besucher der Weinstraße.
+
Einzelhandel und Gastronomie haben unterschiedliche Perspektiven auf eine mögliche Fußgängerzone 
  • VonThomas Stöppler
    schließen

Anwohner, Ladenbesitzer und Gastronomen blicken sehr unterschiedlich auf die angedachte Fußgängerzone in der Weinstraße. Nun soll die offizielle Anwohnerbefragung starten.

Rosenheim – Vergangenen Samstag sah es in der Weinstraße so aus, wie es aussehen könnte – oder sollte. Jedenfalls sieht das ein Antrag der FDP Stadtratsfraktion vor. Die Weinstraße soll zur Fußgängerzone werden und die Adlzreiterstraße eventuell auch gleich.

Auf Anfrage erklärte die Stadt, dass die Anliegerbefragung, die der Stadtrat im vergangenen Oktober einstimmig beschloss, „zeitnah erfolgen soll“. Konkret spricht ein Sprecher der Stadt von maximal zwei Wochen.

Kritik vom Einzelhandel

Doch ob die Anwohner, das Anliegen teilen ist nicht so sicher. So zeigt sich zum Beispiel Marina Triltsch wenig begeistert von der Idee: „In der Weinstraße wäre das okay“, sagt sie, aber die Adlzreiterstraße und die ebenfalls zur Diskussion stehende Färberstraße kämen für sie nicht in Frage. Triltsch leitet das Modegeschäft „Raphael“ am Ludwigsplatz 16. „Wir haben viele Kunden, die mit dem Auto kommen“, erklärt sie und die müssten schließlich ihr Auto auch in der Nähe abstellen können. Die Weinstraße betreffe sie also nur bedingt. Ganz anders steht es um die Adlzreiterstraße: „Die darf auf keinen Fall Fußgängerzone werden.“

Ähnlich sieht das Gerhard Buluschek. Er betrieb den Haushaltswarenladen Tavola und vermietet nun die Fläche an ein Modegeschäft. „Die Probleme liegen im Detail“, erklärt er. Zum Beispiel die Parkplatzsituation. „Es sind in letzter Zeit sowieso schon viele Parkplätze weggefallen wie zum Beispiel in der Kaiserstraße“, sagt Buluschek. In der Weinstraße befänden sich auch noch diverse Garagenstellplätze, die dann nicht mehr erreichbar wären. Dazu stellt er auch den Nutzen in Frage: Bei einer Fußgängerzone müsse immer noch ein Rettungsweg für Einsatzfahrzeuge frei bleiben. Immerhin 3,50 Meter in der Breite. Das mache dann kaum einen Unterschied für die schmale Straße aus.

Heidenlärm durch „Autoposer“

Aber Buluschek und Triltsch können auch die Anwohner verstehen, die sich für eine Fußgängerzone aussprechen. Insbesondere der Autolärm störe. Denn in der Weinstraße träfen sich immer wieder „Autoposer“, erzählen beide. Die aufgemotzten Fahrzeuge machten einen Heidenlärm.

Dabei ist die Weinstraße ab 20 Uhr eigentlich ohnehin für den PKW-Verkehr gesperrt. „Da würde es wohl genüge tun, wenn die Polizei ab und zu mal kontrolliere“, meint Buluschek: „Dann hätte sich das Thema erledigt.“ Und auch Triltsch bemängelt fehlende Polizeikontrollen.

Begeisterung bei Wirtin

Anders sieht das Inge Triebe vom „Weinländle“: „Meine Gäste würden es auch begrüßen, wenn sie nicht vom Stuhl gefahren werden.“ Die Wirtin ist „begeistert und bedingungslos dafür.“ Zwar gebe es nicht mehr Platz für Außenbestuhlung, aber vielleicht etwas mehr Gestaltungsspielraum. „Im Winter ist da morgens gleich alles zugeparkt“, berichtet sie. Ob die Adlzreiterstraße zur Fußgängerzone wird, ist Triebe freilich egal.

Hintergrund des Antrags ist primär, „die Aufenthaltsqualität erhöhen und zudem für eine Verkehrsberuhigung sorgen.“ Unterstützung gab es für den Antrag auch von der SPD-Fraktion: „Der Autoverkehr in diesen Bereichen ist mehr als störend“, erklärte SPD-Stadtrat Robert Metzger.

Bis es die Ergebnisse der Umfrage gibt, wird es allerdings noch dauern. Bis Mitte September bekommen Eigentümer und Anlieger von Wein- und Adlzreiterstraße die Möglichkeit, den Fragebogen der Stadt zurückzuschicken. Eine Auswertung der Ergebnisse soll dann im Verkehrsausschuss Ende Oktober diskutiert werden.

Mehr zum Thema

Kommentare