ROSENHEIMER SPORTLER VERANSTALTEN SPENDENAKTION

Schwitzen für den guten Zweck: Fußballer vom SV Westerndorf sammeln 4110 Euro für Verein

Mit Laufschuhen und Kostümen bewaffnet: Die Fußballer Konstantin Reichmayr und Nepomuk Reichmayr vom SV Westerndorf sind auf Rosenheims Straßen unterwegs und sammeln mit jedem gelaufenen Kilometer Geld für den Verein „Silberstreifen“ in Vogtareuth.
+
Mit Laufschuhen und Kostümen bewaffnet: Die Fußballer Konstantin Reichmayr und Nepomuk Reichmayr vom SV Westerndorf sind auf Rosenheims Straßen unterwegs und sammeln mit jedem gelaufenen Kilometer Geld für den Verein „Silberstreifen“ in Vogtareuth.
  • Alexandra Schöne
    vonAlexandra Schöne
    schließen

9042 Kilometer, 113 Sportler, 4110 Euro: Die Fußballer vom SV Westerndorf wollen auch während der Corona-Pandemie fit bleiben und gleichzeitig Geld für den Verein „Silberstreifen“ in Vogtareuth sammeln. Dafür haben sie eine „Laufchallenge“ gestartet.

Rosenheim – 277,2 Kilometer, in drei Wochen. Diese Distanz ist Marinus Esterer gelaufen, ein junger Fußballer vom SV Westerndorf. Das ist eine Einzelleistung, die laut Bernhard Schwab zwar heraussticht, aber die auch nur zusammen mit den Kilometern aller anderen Sportler zum Ziel geführt hat: 9000 Kilometer laufen und damit Geld für einen guten Zweck sammeln.

Über 3000 Kilometer in einer Woche

Zu Beginn sei die „Laufchallenge“ nur ein Mittel zum Zweck gewesen, damit „die Leute sich auch im Lockdown bewegen“. Schwab organisiert innerhalb der Fußballabteilung Veranstaltungen. Er informiert die Trainer der verschiedenen Fußballgruppen, von der D-Jugend bis zur ersten Mannschaft. In einer Handy-App gründet er eine Gruppe mit den 113 Sportlern, die mitmachen wollen. Dort dokumentieren sie ihre gelaufenen Kilometer. Das Ziel zu Beginn: 2500 Kilometer. „Nach einer Woche hatten wir das schon um mehr als 1000 Kilometer überschritten“, sagt Schwab.

Lesen Sie auch:

Unsere OVB-Weihnachtsspendenaktion

Er ist stolz auf seine Fußballer, aber auch auf die Eltern, die mitgemacht haben. Nicht nur, weil sie so viele Kilometer gesammelt, sondern auch weil die Sportler sich selbstständig zum Laufen motiviert hätten. Bei dem kalten und verschneiten Wetter nicht selbstverständlich, findet Schwab. Nicht nur das Laufen an sich, sondern auch der Spaß daran sei wichtig. Er habe sich deshalb verschiedenen Aufgaben überlegt: Partnerlaufen, Kostümwettbewerbe, Zeitwertungen.

Bernhard Schwab (Mitte) und Georg Huber vom SV Westerndorf übergeben den Scheck über 4110 Euro an Sabine Kuhn, Erste Vorsitzende des Vereins „Silberstreifen“.

Mit dem Laufen Geld sammeln

Weil die Läufer auch nach dem ersten Ziel von 2500 Kilometern ihre Leistungen in der App festhalten, baut er die Aktion aus. Die Fußballer sollen nicht mehr nur laufen, um sich zu bewegen, sondern damit auch Geld für einen guten Zweck sammeln. Bernhard Schwab sucht Firmen, die pro Kilometer zehn Cent spenden. Diese hätten sich bereit erklärt, „noch was draufzulegen“, wenn insgesamt 9000 Kilometer zusammenkommen. Durch einen „Laufmarathon“ beim Vereinheim am letzen Tag der Aktion sei das Ziel erreicht worden.

Das könnte Sie auch interessieren:

Fast 60 Jahre Aschauer Fußballgeschichte dokumentiert

Er selbst besorgt Preise – zum Beispiel Sportgeschäftgutscheine – für diejenigen, die besondere Leistungen erbringen. Und er überlegt, wem die Vertreter der Abteilung das Geld spenden sollte. Er und seine Kollegen entscheiden sich am Ende für den Verein „Silberstreifen“ in Vogtareuth. Dessen Mitglieder unterstützen Eltern, deren neurologisch kranke Kinder in der Schön Klinik behandelt werden. Für Bernhard Schwab genau richtig: „Uns war wichtig, dass es ein regionaler Verein ist und dass er mit Kindern und Familien zu tun hat“, sagt er.

Mit dem Geld die Kasse auffüllen

Sabine Kuhn, Erste Vorsitzende der „Silberstreifen“, ist erst einmal „sprachlos“, als sie davon erfährt. Das sagt sie selbst. Es habe sie erstaunt, dass sich ein „Fußballverein, dem es selbst gerade nicht so gut geht, für so etwas einsetzt“. Mit den 4110 Euro wolle sie die Kasse des Vereins auffüllen, die momentan eher leer sei. Während der Corona-Pandemie spendete kaum jemand. Man habe im Monat jedoch 5000 Euro Fixkosten, unter anderem für die Wohnungen der Eltern der kranken Kinder. „Es ist schwierig.“ Das Geld von den Sportlern komme zum richtigen Zeitpunkt.

Das könnte Sie auch interessieren:

Fit trotz Corona: Waldkraiburger Trainerinnen bieten Workouts und Pilates für daheim an

Megatrend Spazieren: Waldkraiburger pflegen in Corona-Zeiten die neue Lust auf Langsamkeit

Die Westerndorfer Fußballer zählen währenddessen weiterhin Kilometer. Einige haben laut Bernhard Schwab eine neue Gruppe in der Handy-App gegründet, schicken sich Lauf-Bilder hin und her. Der Spendenlauf habe den Anreiz geschaffen, sich weiter zu bewegen.

Mehr zum Thema

Kommentare