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Verkehrssituation in Rosenheimer Ortsteil „völlig fatal“

Baustelle macht Schulweg noch gefährlicher: Für Schüler in Westerndorf geht’s im Slalom durch die Blechlawine

Unfreiwilliger Parcours: Eine Schülerin schlängelt sich mit ihrem Rad durch die Autos in der Römerstraße.
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Unfreiwilliger Parcours: Eine Schülerin schlängelt sich mit ihrem Rad durch die Autos in der Römerstraße.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Die Verkehrssituation vor der Grund- und Mittelschule Westerndorf St. Peter war schon immer angespannt. Gerade, wenn Eltern mit ihren Autos vorfahren, um die Kinder bis zum Schulhof zu bringen. Die neue Baustelle der Stadtwerke hat die Situation noch verschärft.

Rosenheim – Seit August arbeiten die Stadtwerke in der Westerndorfer Römerstraße an der Erweiterung ihres Fernwärmenetzes. Aus diesem Grund ist die Westerndorfer Straße in Höhe der Römerstraße halbseitig gesperrt, Ampeln regeln den Durchgangsverkehr.

Die Baustelle hat neben den Verkehrsbehinderungen noch einen anderen Nebeneffekt: Der Weg für Schüler zur Grund- und Mittelschule in Westerndorf St. Peter ist noch ein wenig gefährlicher geworden. Zum Verkehrsknäuel an der Schule kommen nun noch die Baustellenfahrzeuge. Die Zufahrt zur Westerndorfer Straße ist gesperrt, Fahrzeuge müssen wenden und über die Römerstraße zurückfahren.

Autotrauben in der Römerstraße

Gegen 7.30 Uhr herrscht noch einigermaßen Ordnung an der Römerstraße. Peu à peu trudeln die ersten Grundschüler ein, einige allein, andere begleitet von den Eltern – zu Fuß, wohlgemerkt. Manche Eltern nutzen den Parkplatz des Sportvereins Westerndorf und begleiten ihre Buben und Mädchen von dort zur Schule. So wie es die Schulleitung empfiehlt.

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Sie sind nicht das Problem. Schon eher jene Mütter und Väter, die mit ihren Pkw bis zur Schule vorfahren und im absoluten Halteverbot stehen bleiben, um dort ihre Kinder hinauszulassen. Ein Auto wäre nicht das Problem, aber zusehends wird die Traube an Fahrzeugen größer, eine Schülerin schlängelt sich mit ihrem Fahrrad durch jene Pkw, die gerade versuchen, sich den Weg zurück zu bahnen.

Fatale Schulwegsituation

Als „völlig fatal“ beschreibt Schulleiter Robert Mayr die Verkehrssituation an seiner Schule, deren beiden Gebäudeteile durch die Römerstraße getrennt sind – auf der südlichen Seite die Grundschule, nördlich die Mittelschule. „Wir haben enorme Probleme wegen des Durchgangsverkehrs“, sagt Mayr. Gefährlich vor allem, weil die Kinder zwischen den Gebäuden der Grund- sowie der Mittelschule wechselten und dabei die Straße queren müssen. Eigentlich gilt in Höhe der Schule Schrittgeschwindigkeit. Doch die wenigsten hielten sich daran und seien schneller unterwegs.

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Damit beschreibt der Schulleiter nicht die einzige Schwierigkeit, die sich seinen Schülern offenbart, wenn sie sich auf den Weg zur Schule machen. Hinzu kämen Restmüllcontainer, die sich direkt an der Schule befänden. All jene, die mit ihren Fahrzeugen dort stehen blieben, um ihren Müll loszuwerden, verengten die Fahrbahn noch mehr.

Farbstreifen statt Bürgersteig

Die Grünen-Stadträtin Judith Kley-Stephan monierte zur jüngsten Sitzung des Rosenheimer Stadtrates die Wegeführung für die Schüler auf ihrer Strecke zur Grund- und Mittelschule Westerndorf Sankt Peter. Kley-Stephan arbeitet selbst an der Schule als Lehrerin. Sie stört zum einen, dass entlang der Römerstraße größtenteils nicht einmal ein Gehweg existiert.

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Stattdessen hat die Stadt mit einem Farbstreifen einen Teil der Fahrbahn abgetrennt, auf dem Fußgänger und Radfahrer ausweichen. Ein wenig sicheres Unterfangen, wie die Stadträtin findet. Gerade, wenn es neblig ist, steige die Gefahr, dass Autofahrer die unmotorisierten Verkehrsteilnehmer übersehen.

Insbesondere bei Nebel sind Schüler, die von diesem Feldweg kommen, für Autofahrer schwer zu erkennen.

Mehrere Gefahrenstellen

Vor allem für jene Buben und Mädchen, die sich von außerhalb auf den Weg nach Westerndorf Sankt Peter machen, gebe es entlang der Römerstraße gleich mehrere Gefahrenstellen.

Unter anderem ein Maisfeld südlich des Geländes des Sportvereins Westerndorf.

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Neben diesem verläuft ein Feldweg, den auch viele Schüler nutzen. Wenn die Kinder von diesem in die Römerstraße einbögen, seien die Kinder für die Autofahrer nur schwer zu sehen, findet Judith Kley-Stephan.

Hier endet der Rad- und Gehweg entlang der Römerstraße und mündet in einen schmalen Seitenstreifen.

In Kontakt mit der Stadt

In Kontakt mit der Stadt in dieser Sache stehe man bereits seit Längerem, berichtet Schulleiter Robert Mayer. Am Dialog beteiligten sich auch Mitglieder des Elternbeirats, die sich „positiv“ mit Vorschlägen in diesen einbrächten. Im Sommer habe es jüngst Gespräche gegeben.

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Ein Vorschlag seitens der Eltern: Die Stadt möge zwischen beiden Schulgebäuden einen Zebrastreifen auf der Römerstraße aufmalen. Dies habe die Stadt abgelehnt, man prüfe stattdessen, mit entsprechenden Piktogrammen auf der Strecke die Autofahrer an die Schrittgeschwindigkeit zu erinnern.

Zebrastreifen noch nicht vom Tisch

Die Stadt wiederum entgegnet auf Anfrage, dass die Piktogramme nur eine der vorgeschlagenen Optionen sei, welche die Verwaltung derzeit prüfe. Auch der Zebrastreifen sei noch nicht vom Tisch.

Rosenheim wisse um die besondere Situation in Westerndorf, mit beiden, durch eine Straße getrennte Schulgebäude.

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Dennoch findet die Verwaltung: „Die Schulwegsicherheit ist aus Sicht der Stadt Rosenheim grundsätzlich gegeben, da die Römerstraße im direkten Schulumfeld als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen ist und eine vom Fahrbereich abgegrenzte Fußwegeverbindung besteht.“

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