FÄRBERVIERTEL

Fünf Geschosse zulässig

Ein Baugerüst verdeutlichtdie Höhenentwicklung des geplanten Neubaus. Das Foto entstand 2016.  Kuhn
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Ein Baugerüst verdeutlichtdie Höhenentwicklung des geplanten Neubaus. Das Foto entstand 2016. Kuhn

Rosenheim – Die geplante Senioren-Wohnanlage mit Demenz-Tagesklinik in der Färberstraße darf fünfgeschossig gebaut werden.

Einen entsprechenden Bauantrag hatte der Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschuss im September 2016 abgelehnt. Gegen diesen Bescheid hat der Antragsteller beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof geklagt – und nun Recht bekommen. Dies wurde in der aktuellen Sitzung des Bauausschusses bekannt.

Unter Denkmalschutz steht das Ensemble Färberstraße nicht mehr. Dennoch hat das Viertel mit etlichen historischen Gebäuden einen besonderen Charme. Dort will der Bauwerber nun die drei Gebäude Färberstraße 25 bis 27 abreißen und durch einen Neubau ersetzen. 34 betreute Seniorenwohnungen, eine Demenz-Tagesklinik sowie eine Penthouse-Wohnung sollen entstehen. Die Wohnung im fünften Geschoss war im Antrag 2016 etwas zurückversetzt von der Gebäudekante geplant, sodass es optisch wohl nicht wie ein fünftes Vollgeschoss wirken wird.

Dem Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschuss waren 2016 die fünf Geschosse zu hoch erschienen, angesichts einer Umgebungsbebauung mit zwei- und viergeschossigen Bauten.

Zudem hatte der Ausschuss befürchtet, einen Präzedenzfall für weitere Bauwünsche zu schaffen: Nachbarn dürften dann ebenfalls fünfgeschossig bauen – mit einem vollen Stockwerk und nicht nur zurückversetzt.

Klage des Bauwerbers stattgegeben

Diese Bedenken teilte das Bayerische Verwaltungsgericht, das der Bauwerber angerufen hatte, offenbar nicht: Nach einem Ortstermin in Rosenheim gaben die Verwaltungsrichter der Klage statt und verpflichteten die Stadt, dem Kläger einen positiven Vorbescheid zur Frage der Zulässigkeit des Vorhabens zu erteilen. Dieser Vorgabe folgte nun – wenn auch mit etwas Zähneknirschen – der Ausschuss einstimmig. Das Genehmigungsverfahren wird nun seinen Weg nehmen.

Dabei muss noch eine weitere offene Frage geklärt werden. Der Bauherr hatte in dem vor zwei Jahren abgelehnten Vorbescheid angefragt, ob er alle Stellplätze unterirdisch nachweisen könnte. Laut städtischer Stellplatzsatzung wäre dies für die notwendigen Besucherstellplätze nicht möglich. Über diese Frage hatte der Bauausschuss vor zwei Jahren nicht entschieden. Hier muss nun im weiteren Verfahren eine Einigung gefunden werden.

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