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Jugendempfang des Stadtjugendrings

Führt Langeweile zu Kriminalität? Stadträte stellen sich Fragen von Rosenheimer Jugendlichen

Austausch und Diskussion: Zahlreiche Jugendliche und Vertreter der Stadt unterhalten sich beim Jugendtreff des Stadtjugendrings über aktuelle Themen.
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Austausch und Diskussion: Zahlreiche Jugendliche und Vertreter der Stadt unterhalten sich beim Jugendtreff des Stadtjugendrings über aktuelle Themen.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Mehr Basketballkörbe, ein Treff in der Finsterwalderstraße und sichere Radwege: Beim Empfang des Stadtjugendrings hatten Jugendliche die Möglichkeit, mit Stadträten, Dezernenten und Oberbürgermeister Andreas März über Themen, die ihnen am Herzen liegen, zu diskutieren – und da gab es so einige.

Rosenheim – Tobias ist keiner, der locker lässt. Schon gar nicht, wenn es um Dinge geht, die ihm am Herzen liegen. Der junge Mann steht im Lokschuppen. Auf der Bühne vor ihm liegen Sitzsäcke, auf denen neben dem Leiter des Kulturamts, Wolfgang Hauck, auch Oberbürgermeister Andreas März Platz genommen hat. Schräg gegenüber steht eine Pinnwand, auf der ein weißer Zettel mit den Worten „Jugendkultur“ angebracht ist. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, durch die eine der sechs Moderatoren führt, erklärt März die Arbeit seiner Verwaltung, bevor er sich den Fragen der Jugendlichen stellt.

Nimmt sich für die Jugendlichen viel Zeit: Oberbürgermeister Andreas März.

Führt Langeweile zu Kriminalität?

Da wäre zum Beispiel die Situation rund um die Finsterwalderstraße. „Zwei Jahre hat es gedauert, bis die Tore auf dem Bolzplatz neue Netze bekommen haben“, kritisiert Tobias. März hört zu und rät dem jungen Mann, in solchen Fällen, direkt bei der Verwaltung anzurufen.

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„Das habe ich gemacht. Jeden Tag. Gebracht hat das nichts“, entgegnet Tobias. Mittlerweile seien die Netze zwar da, dass es für die Umsetzung allerdings zwei Jahre gebraucht hat, sei für einen Großteil der Jugendlichen nicht nachvollziehbar. „Dadurch entstehen Frust und Langeweile. Und Langeweile führt oft zu Kriminalität“, sagt Tobias. März nickt und macht sich auf seinem kleinen Block eine Notiz. Später wird er sagen, dass er diesen Austausch durchaus genossen hat, weil er es „schätzt, wenn Leute ihm direkt sagen, was sie beschäftigt“.

Sechs Räume, sechs unterschiedliche Themen

Führt durchs Programm: Veronika Brunner, im Vorstand des Stadtjugendrings und eine der sechs Moderatoren.

Tobias ist nur einer von vielen jungen Menschen, die an diesem Abend die Chance nutzen, mit den Politikern und Vertretern der Stadt direkt ins Gespräch zu kommen. In insgesamt sechs Räumen wird über die Themen Verkehr, ÖPNV, Wohnraum, Klima, Freizeit und Schule diskutiert.

Mehr Basketballkörbe in der Stadt

Frank Leistner, Leiter des Amtes für Schulen, Kinderbetreuung und Sport, Stadträtin Alexandra Linordner (CSU) und die Dritte Bürgermeisterin der Stadt, Gabriele Leicht, nehmen sich beispielsweise dem Thema „Sport und Freizeit“ an. Sie unterhalten sich mit den Jugendlichen unter anderem darüber, warum es mehr Basketballkörbe in der Stadt geben sollte und wie es in Sachen „Dirtpark“ vorangeht.

Mentorenprogramm an der Grund- und Mittelschule

Einige Meter weiter sprechen Schuldezernent Michael Keneder, FDP-Stadträtin Maria Knott-Klausner und fünf Jugendliche über den Neubau des Karolinengymnasiums, ein mögliches Mentorenprogramm an der Grund- und Mittelschule in Westerndorf St. Peter und wann die Realschulen in der Stadt mit Wlan ausgestattet werden. „Im März sollte es soweit sein“, verspricht Michael Keneder.

Braucht es einen Nachtbus?

In einem anderen Teil des Lokschuppens dreht sich alles um das Thema Verkehr und ÖPNV. Oliver Kirchner, Geschäftsführer der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft, diskutiert mit den Jugendlichen über die Notwendigkeit eines Nachtbusses und regelmäßigere Fahrten in den Landkreis.

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Während die Jugendlichen auch die Zustände der Radwege kritisieren und vorschlagen, über eine bessere Markierung nachzudenken, startet im Nebenraum eine Debatte zum Thema Wohnraum, an der auch Stefan Ludwig von der GRWS sowie die beiden Grünen-Stadträte Karl-Heinz Brauner und Sandrine Lirsch teilnehmen. „Es gibt keinen bezahlbaren Wohnraum für junge Menschen in der Stadt“, kritisiert einer der Jugendlichen.

Alternative Wohnformen

Lirsch schlägt in diesem Zusammenhang vor, über alternative Wohnformen nachzudenken, beispielsweise das Projekt „Wohnen für Hilfe“ des Vereins Pro Senioren, das sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen in verschiedenen Lebensabschnitten zusammenzubringen. Zudem regen die Jugendlichen an, eine Plattform einzurichten, auf der sich junge Menschen rund um das Thema Wohnen austauschen können.

Ein Jugendtreff fehlt in der Finsterwalderstraße

Während sich der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Peter Rutz, Dr. Götz Brühl, Geschäftsführer der Stadtwerke, und Levente Sárközy, Dezernent für Stadtplanung, nur wenige Meter weiter über das Thema Mobilität austauschen, dreht sich bei Oberbürgermeister Andreas März und Wolfgang Hauck auch eine Stunde später noch alles um die Finsterwalderstraße und einen Jugendtreff, der dort fehle. „Seit 20 Jahren ist das ein Thema, das immer wieder verschoben wird“, sagte eine der Anwesenden.

Etliche Erkenntnisse nach vier Stunden

Ob sich jetzt etwas an der Situation ändert, bleibt abzuwarten. Bewirkt haben die Jugendlichen aber schon jetzt einiges. „Ich habe mitgenommen, dass wir besser erklären müssen, warum bestimmte Erklärungen fallen“, sagt März und lädt die Jugendlichen ein, an den öffentlichen Sitzungen teilzunehmen.

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„Ihr habt die Chance mitzugestalten. Nutzt das“, fügt Herbert Borrmann, Fraktionsvorsitzender der CSU, hinzu. Eine Aufforderung, die man zumindest Tobias sicherlich nicht zweimal sagen muss.

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