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BAUPROJEKT FÜR ALLES AN EINEM PLATZ

Frühere Lokhöfe in Rosenheim: Ein Mix aus Arbeiten, Wohnen und Einkaufen ist geplant

Hoch hinaus: Blick auf das Bürogebäude von der Münchener Straße.
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Hoch hinaus: Blick auf das Bürogebäude von der Münchener Straße.
  • Jens Kirschner
    vonJens Kirschner
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Auf dem Gelände der einstigen Lokhöfe in Rosenheim soll bis 2023 ein Komplex aus mehreren Bauten entstehen. Unterkommen sollen dort nicht nur Einkaufsmöglichkeiten, ein Hotel und Büros. In einem Gebäudeensemble planen die Projektierer, Studentenappartements mit seniorengerechten Wohnungen zusammenzuführen.

+++ Update vom 13. April: Inzwischen hat die Vermarktung der Studentenappartements begonnen. Wir haben den Beitrag entsprechend aktualisiert.

Rosenheim – Alles an einem Platz: Büros, Einzelhandel und Wohnen. Auf dem Gelände der früheren Lockhöfe sind die ersten Arbeiten schon angelaufen. Künftig sollen auf der Fläche von rund 11.000 Quadratmetern drei Gebäude stehen, ergänzt um eine Tiefgarage. Für Letztere sind die Arbeiten angelaufen, die Bagger rollen bereits für den Aushub.

Genehmigungen stehen noch aus

Für die Hochbauten hingegen stehen bislang noch die Baugenehmigungen aus, nur für die Arbeiten am Parkdeck liegt bereits eine Teilgenehmigung vor. Die Projektierer – die Gruppe „Sontowski und Partner“ – sind jedoch guter Dinge, dass die Bescheide in nächster Zeit eintreffen.

Den Baustart für den Komplex zumindest hat die Erlanger Gesellschaft noch für das laufende Quartal geplant, im übernächsten Jahr sollen die Gebäude stehen.

Büroturm ragt 45 Meter in die Höhe

Besonders auffällig dürfte der Büroturm auf dem westlichen Teil des Geländes sein, der 45 Meter in die Höhe ragen soll. Bislang einziger Mieter, den die Entwickler bestätigen wollen, ist die Creditreform, die mit 450 Quadratmetern eine gesamte Etage des zehnstöckigen Turms belegen will.

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Insgesamt stehen 10.600 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Hinter dem Turm entsteht ein Parkhaus mit 246 Stellplätzen, das bis zum Brückenberg hinausragt. Die Parkfläche ist jedoch den Mietern der Anlage vorbehalten. Dafür sollen rund um das Gelände zusätzliche öffentliche Parkplätze entstehen.

Edeka als Ankermieter

In der Mitte der Fläche sollen Einzelhandel und ein Hotel in das dort geplante Gebäude einziehen. „Sontowski und Partner“ bestätigen bislang nur Edeka als Ankermieter für die rund 2.200 Quadratmeter an Fläche. Im geplanten Hotel, das an „Premier Inn“ vermietet wurde, sollen die Gäste in 145 Zimmern Unterkunft finden. 

Blick in die Zukunft: So soll das Bauprojekt an den Rosenheimer Lokhöfen aussehen.

Auf dem östlichen Teil des Baugeländes wollen die Planer zwei Wohngebäude schaffen. Hier sollen sowohl 146 Studentenwohnungen zwischen 19 und 36 Quadratmetern entstehen, zudem 40 Seniorenwohnungen und 69 Pflegeappartements. Eine Fläche von 416 Quadratmetern sehen die Entwickler für Gastronomie vor. Beide Gebäudekomplexe bestehen aus je zwei Bauten.

Wohnungen: zur Miete oder zum Kauf?

Unklar war bislang, wie die Wohnungen dort vermarktet werden sollen: Zur Miete oder zum Kauf? Dennoch sei die Kombination von Seniorenwohnen und Studentenappartements „ein spannendes Konzept“, wie Stephan Meier findet.

Hierdurch rücke man das Thema „generationenübergreifendes Wohnen“ in den Fokus, wie der Projektverantwortliche und Prokurist bei „Sontowski und Partner“ findet. „Wir wollen, dass am Ende ein lebendiges Quartier entsteht“, sagt er.

Nur bei den Studentenwohnungen weiß man inzwischen: Die Immobilien sollen sich an private Käufer richten, um diese anschließend an Studenten oder Auszubildenden zu vermieten. Diese Nutzung ist im Bebauungsplan festgelegt, wie die Stadt Rosenheim auf Anfrage schildert. Der Preis für die Flächen liegt bei circa 7100 Euro pro Quadratmeter. Bis 2023 sollen alle Wohnungen fertig sein.

Zwei Entwürfe in der engeren Wahl Das Quartier wieder zusammenführen

Sein Arbeitgeber habe sich auf dieses Format spezialisiert und folge mit diesem einem Trend, der derzeit im Bausektor herrsche. Letztlich gehe es darum, Gebäude eines Quartiers wieder zusammenzuführen und damit eine gewisse Vielfalt zu sichern.

„In einem Bürokomplex wäre um 18 Uhr das Licht aus“, sagt er und meint zudem, dass mit unterschiedlichen Mietern an einem Platz die Aufenthaltsqualität gerade in zentralen Lagen zunehme.

Zwei Entwürfe in der engeren Wahl

Das Erlanger Unternehmen ging als Sieger aus einem Wettbewerb hervor, den Rosenheim für die Bebauung der Fläche ausgelobt hatte. „Es gab zwei Entwürfe in der engeren Wahl“, berichtet Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März über den Wettstreit.

Bei einem Entwurf habe vor allem die „mutige Architektur“ des Hochhauses am Brückenberg im Mittelpunkt gestanden. „Es hat sich im weiteren Verfahren aber herausgestellt, dass diese konzeptionelle Idee – auch aufgrund der bekannten Seeton-Probleme im Rosenheimer Untergrund – wirtschaftlich sinnvoll nicht zu verwirklichen war.“

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Überzeugt hätten „Sontkowski und Partner“ mit ihrem städtebaulichen Konzept. Dieses biete in sensibler räumlicher Lage zwischen Bahngleisen, Brückenberg und Münchener Straße sinnvolle, bedarfsorientierte und wirtschaftlich tragfähige Nutzungskonzepte.

Drei Gebäudekomplexe sollen auf der jetzigen Brachfläche entstehen.

„Speziell das geplante Bürohochhaus am Brückenberg wird einen markanten städtebaulichen Akzent setzen – so wie es die vom Stadtrat beschlossene Rahmenplanung – vorgesehen hat“, sagt der OB.

März: Dringend benötigter Wohnraum

Das Projekt erfülle mehrere Zwecke gleichzeitig: „Erstens entstehen dringend benötigte Studentenappartements, zweitens genauso dringend benötige Wohneinheiten für betreutes Seniorenwohnen“, findet März. Zudem entstünden Büroflächen, die trotz coronabedingtem Trend zum Homeoffice Abnehmer finden würden, ist sich der Rathauschef sicher.

„Weil moderne und flexible Büroflächen in Rosenheim durchaus Mangelware sind, und auch bei Büronutzungen ein gewisser Verlagerungsdruck aus dem Ballungsraum München in das Umland besteht.“

Zweifel an der Umsetzbarkeit

Das Bauvorhaben vollende die Entwicklungsspange vom zentralen Omnibusbahnhof bis zum Brückenberg. „Und ich darf daran erinnern, dass es bei der Entscheidung über den Ankauf des Areals durch die Stadt vor knapp zehn Jahren gewichtige Stimmen gegeben hat, die uns erklärt haben: Die Baufelder am Brückenberg werden auf Dauer eine Industriebrache bleiben, weil dieses Areal niemand entwickeln wolle. Die Realität ist heute eine andere. Das ist sehr erfreulich.“

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