Kindern das Lesen beibringen

„Fruchtige Buchstaben“ zum Lernen: Alex Geyer aus Rosenheim hat Kinderbuch herausgebracht

Alex Geyer aus Rosenheim hat ein Kinderbuch mit eigenen Illustrationen veröffentlicht. In kleinen Bildgeschichten erleben Fruchtfiguren verschiedene Situationen.
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Alex Geyer aus Rosenheim hat ein Kinderbuch mit eigenen Illustrationen veröffentlicht. In kleinen Bildgeschichten erleben Fruchtfiguren verschiedene Situationen.
  • Alexandra Schöne
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Um Lesen zu lernen, müssen Kinder erst einmal alle Buchstaben kennen. Alex Geyer aus Rosenheim hat sich das Alphabet vorgenommen und es quasi zu Obst verarbeitet. Das steckt hinter ihrem Buch „Fruchtige Buchstaben“.

Rosenheim – „Können Clementinen Flamenco tanzen? Clara will es heute lernen.“ Diese Sätze stehen auf einer Doppelseite in dem Kinderbuch von Alex Geyer (50). Links neben dem Text liegen ein paar leuchtend orangefarbene Clementinen, aus einer wachsen zwei Augen hervor. Eine vierte Clementine tanzt. Schalenstücke bilden ihre Arme und Beine. Auf dem linken Teil der Doppelseite sind ein großes und ein kleines C aufgedruckt.

Früchte erleben „Auf und Ab der Gefühle“

Es ist eine von 80 Seiten in Alex Geyers Kinderbuch, das sie 2019 veröffentlicht hat. In kleinen Bildergeschichten erleben Fruchtfiguren „das Auf und Ab der Gefühle“. Kinder sollen so spielerisch das Alphabet lernen. In dem Buch der Rosenheimerin steht neben dem Buchstaben A kein Auto, wie in vielen anderen Büchern. Sondern eben ein Apfel. „Ich habe mir gedacht, mit dem Auto fahre ich nicht. Ich wollte etwas machen, zu dem ich auch einen Bezug habe. Und ich esse gern Obst“, sagt Alex Geyer.

Früher, als ihr Sohn noch klein war, habe sie ihm mithilfe von Früchten das Alphabet beigebracht. Sie schälte Bananen, zeichnete den Buchstaben B auf ein Blatt Papier daneben und sprach mit ihrem Sohn darüber. Die Unmengen an Obst-Zeichnungen habe sie vor einigen Jahren in einer Schublade wiedergefunden. So kam ihr die Idee, ein Buch daraus zu machen.

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Drei Jahre habe sie dafür gebraucht. Sie habe Vollzeit in einem Gestaltungsbüro gearbeitet und in ihrer Freizeit das Manuskript erstellt. Die 50-Jährige ist Grafikerin, hat in Rosenheim Innenarchitektur studiert und entwirft private Gärten sowie öffentliche Anlagen. Ihre Kreativität ließ sie in ihr Buch einfließen.

Erlebnisse, die Kinder mit nach Hause bringen

In „Fruchtige Buchstaben“ verarbeitet sie die „Vielfalt an kleinen Erlebnissen, die Kinder haben und mit nach Hause bringen“. Sie denkt dabei an Alltagssituationen mit ihrem Sohn oder an ihre langjährige Arbeit in einer Kinderzirkusgruppe. Das alles habe ihr zur Inspiration gedient. „Es ist eine Szenerie aus Erinnerungen“, sagt sie. In ihrem Buch gebe es zum Beispiel eine extrovertierte Banane, die ihren Freunden laut etwas vorsingt. Das Gegenstück dazu heiße Gunter der Granatapfel und spiele allein und selbstvergnügt auf einer Wiese. Es sind ganz unterschiedliche Charaktere, wie sie Alex Geyer über viele Jahre hinweg auch bei Kindern beobachtet hat.

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Für die Gestaltung der Obstfiguren in ihrem Buch habe sie in erster Linie heimische Früchte verwendet. Gab es für einen der 26 Buchstaben keine, verwendete sie exotisches Obst und packte etwas hinzu, dass Kinder kennen. Wie zum Beispiel bei der Papaya, neben der im Buch eine Pusteblume zu sehen ist.

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Als Vorlage beim Zeichnen habe sie echte Früchte verwendet, berichtet die 50-Jährige. Doch diese mussten erst beschafft werden. Viele habe sie in Supermärkten nicht kaufen können. Ihr Problem löste der Inhaber des türkischen Gemüse- und Obstladens in der Innstraße. „Er hat mir vom Großmarkt in München immer das mitgebracht, was ich gebraucht habe“, erinnert sie sich. Ein Beispiel: Ugli, eine aus Jamaika stammende Kreuzung aus Mandarine, Grapefruit und Orange.

Sprache soll sich mit Erlebnis verbinden

Alex Geyer ist es wichtig, dass Kinder nicht nur die Früchte und die Buchstaben sehen. Sie sollten das Obst auch fühlen und schmecken können, also mit ihren Sinnen erleben. „Die Sprache soll sich in dem Kind mit dem Erlebnis verbinden“, sagt sie. Aus diesem Grund hat sich auch die Stadtbibliothek Rosenheim dazu entschieden, das Buch der Rosenheimerin anzubieten. „Das Buch ist praktisch, weil es die Buchstaben mit etwas verknüpft, dass die Kinder kennen und sogar essen“, sagt Kinderhaus-Leiterin Gabriela Schmidt. Clara Clementine, Gunter Granatapfel und Co. sollen dabei helfen.

Ausführliche Informationen

Mehr Informationen zur Autorin und zum Buch gibt es im Internet unter www.frubu.de.

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