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Zuschauer schauen bei Einbau zu

Nach fast 80 Jahren werden an der Heilig-Geist-Kirche an Fronleichnam wieder die Glocken läuten

Die Glocken hängen, jetzt kann Perner-Mitarbeiter Patrick Murauer den Induktionsmotor montieren.
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Die Glocken hängen, jetzt kann Perner-Mitarbeiter Patrick Murauer den Induktionsmotor montieren.

Zahlreiche Zuschauer waren dabei, als die beiden neuen Glocken mit einem Mobilkran in den Turm der Rosenheimer Heilig-Geist-Kirche gehoben wurden. Fronleichnam wird es das erste Mal seit fast 80 Jahren wieder Glockengeläut geben.

Von Dr. Evelyn Frick

Rosenheim – Nun hieß es Abschied nehmen für die Stifterfamilien Bachmann und Wenz, die ihre Glocken auf dem langen Weg von der Idee über den Entwurf bis zum Guss Ende April in der Glockengießerei Perner in Passau begleitet hatten.

Die beiden Stifter Dr. Ernst Bachmann (links) und Dr. Dr. Günter Wenz müssen sich von ihren Glocken verabschieden, die nun nicht mehr zu sehen, aber zu hören sind.

Höhepunkt war die Glockenweihe am Pfingstmontag durch Weihbischof Wolfgang Bischof in St. Nikolaus. Corona-bedingt hatte man in die deutlich größere Kirche ausweichen müssen. Nun wurden die beiden Glocken aus der Pfarrkirche geholt, wo sie eine ganze Woche von Kirchenbesuchern betrachtet werden konnten, und zur Heilig-Geist-Kirche transportiert.

Millimeterarbeit: Patrick Murauer nimmt die Glocke entgegen.

Am Vormittag schon hatten Patrick Murauer und Jürgen Demuth von der Glockengießerei Perner den historischen Holzglockenstuhl oben in der Glockenstube des Turmes für die Aufnahme der Glocken vorbereitet. Die mittlerweile verrosteten alten Lagerplatten, die vor fast 80 Jahren zum letzten Mal Glocken aufliegen hatten, bevor diese 1942 im Zweiten Weltkrieg abgeliefert werden mussten, wurden ausgebaut und durch neue Lagerplatten ersetzt.

Die beiden Österreicher sind erfahrene Handwerker und routiniert in allen Arbeiten rund um die Renovierung und Wartung von Glockenstühlen und das Montieren von Glocken, neben dem Guss ein weiterer Zweig der Passauer Firma Perner.

Lesen Sie auch: Eine dreifach wunderbare Mutter: das Bronze-Relief in der Rosenheimer Heilig-Geist-Kirche (Plus-Artikel ovb-online.de)

Erleichterung machte sich bei allen Beteiligten breit, als auch die größere Glocke mit ihren 80 Zentimetern Durchmesser durch die Schallöffnung passte. „Das war Millimeterarbeit, da war ja rechts und links nur noch ein Zentimeter Luft“, stellte Architekt Sven Grossmann mit fachmännischem Auge fest. „Wir hatten der Glockengießerei Perner die Breite der Schallöffnung genau angegeben. Breiter durfte die Glocke nicht werden. Ob es tatsächlich passt, sahen wir erst jetzt. Puh, bin ich froh. Wir hätten sonst ein Stück aus der Laibung herausbrechen müssen. Ich will gar nicht daran denken.“

Schelmisches Grinsen im Gesicht des Architekten

Architekt: Sven Grossmann begleitet die Arbeiten im Turm.

Über das Gesicht von Architekt Sven Grossmann, der mit seinem Architekturbüro Krug Grossmann Architekten und tatkräftig unterstützt von seiner Mitarbeiterin Silvia Gaab die jahrelangen Renovierungsarbeiten der Heilig-Geist-Kirche plante und durchführte, zieht ein schelmisches Grinsen. „Ich kenne alle meine Bau-Maße und offensichtlich die Firma Perner die Maße ihrer Glocken. Passt.“

Zahlreiche Zuschauer folgten von der Straße aus dem Einbau der Glocken im Turm der Kirche.

„Da die Glockenstube hier sehr eng ist, kommt modernste Technik zum Einsatz“, erklärt Patrick Murauer. „Ein Induktionsmotor, angetrieben durch einen kräftigen Magneten, bewegt das Holzjoch, an dem die Glocken hängen.“ Wenn der Elektriker dann noch alles verkabelt und angeschlossen hat, kann das Geläut auf einem Display in der Sakristei programmiert werden. „Die Klöppel hängen wir als letztes ein, damit wir uns nicht immer wieder den Kopf daran anschlagen.“

Pünktlich zum Fronleichnamstag am Donnerstag, 3. Juni, werden nach fast 80 Jahren wieder Glocken von der Rosenheimer Heilig-Geist-Kirche klingen.

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