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Ortsdurchfahrt Gehering soll entlastet werden

Des einen Freud, des anderen Leid: Regierung gibt grünes Licht für die Kraglinger Spange

Eine Straße führt scheinbar direkt in einen Erdwall. Tatsächlich endet hier eine Staatsstraße in einer Haarnadelkurve.
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Die Miesbacher Straße, eine Staatsstraße, mündet derzeit in Stephanskirchen mit einer Haarnadelkurve in die Salzburger Straße. Das wird sich ändern.
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Die Kraglinger Spange wird gebaut. So hat es die Regierung beschlossen. Was die von 20.000 Fahrzeugen am Tag geplagten Geheringer freut. Die Menschen in den Weilern nördlich von Stephanskirchen nicht.

Stephanskirchen - Die Regierung von Oberbayern hat den Planfeststellungsbeschluss für den Bau der „Kraglinger Spange“ zwischen den Stephanskirchener Ortsteilen Gehering und Entleiten erlassen. Mit dem Neubau der Umfahrung soll die Ortsdurchfahrt Gehering, die derzeit von rund 20.000 Fahrzeugen am Tag befahren wird, entlastet und eine leistungsfähige Verbindung für den Durchgangsverkehr zwischen Rosenheim und Vogta­reu­th geschaffen werden, erklärt Pressesprecher Wolfgang Rupp. Die nicht vermeidbaren Eingriffe in Natur und Landschaft werden laut Rupp mit einer knapp 0,8 Hektar großen Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Schechen ausgeglichen.

Stephanskirchens Bürgermeister Karl Mair erinnert daran, dass genau dies die Erwartung des Gemeinderates war, als er sich 2019 mit 13 zu sechs Stimmen für den Bau der Kraglinger Spange aussprach. „Mit der Trasse werden zwei Staatsstraßen verbunden, wodurch sich die Gemeinde eine spürbare Entlastung der Ortsdurchfahrt von Schloßberg und Gehering erhofft.“

Die jetzt genehmigte Maßnahme beinhaltet den 600 Meter langen Bau der Kraglinger Spange östlich der Vogtareuther Straße sowie die Rückstufung der alten Staatsstraße 2359 zwischen Gehering und Entleiten zur Ortsstraße. „Ich hoffe, dass der Bau der Trasse so verträglich wie möglich für die betroffenen Anlieger erfolgen wird“, sagt Mair dazu. Die haben da vermutlich ohnehin noch ein Wörtchen mitzureden, denn bei dem Erörterungstermin zu diesem Vorhaben vor einem Jahr verfügte das Staatliche Bauamt nicht über alle Grundstücke, über welche die Kraglinger Spange gebaut werden soll.

Die Kraglinger Spange soll bei Entleiten in die Vogtareuther Straße (Staatsstraße 2359) münden.

Des einen Freud, des anderen Leid: „So sehr mich das für die Geheringer, Schloßberger und auch die täglichen Pendler freut, wird das für unsere Ortsdurchfahrt bei Niedernburg der absolute Wahnsinn werden. Es ist dort jetzt schon ein Zustand, der untragbar ist“, so die Reaktion des Pruttinger Bürgermeisters Johannes Thusbaß. Auch sein Amtskollege Rudolf Leitmannstetter aus Vogtareuth ist nicht begeistert: „Das sind keine guten Nachrichten“, sagt er. In seinem Gemeindegebiet trifft es für allem die Anlieger der Staatsstraße in Lochen und Aign, „da wird die Belastung wohl wachsen“.

Denn mit der Kraglinger Spange werde die Strecke für den Schwerlastverkehr aus Richtung Salzburg nach Norden und auch in die Gegenrichtung deutlich attraktiver, ist Leitmannstetter überzeugt. Das sieht Thusbaß genauso: Für den Mautausweichverkehr werde es nochmal interessanter, keine übergeordneten Straßen, sondern die mautfreie Staatsstraße zu nutzen. Auch Mair ist sich dessen bewusst: „Wir müssen das Thema der Maut-Ausweichler der B 15 mit den Nachbargemeinden und den Fachbehörden im Auge behalten.“

Zumal das Landratsamt gerade eine von den Anliegergemeinden Stephanskirchen, Prutting, Vogtareuth und Griesstätt gemeinsam beantragte Beschränkung des Verkehrs auf Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen auf dieser Strecke abgelehnt hat. Mit der Begründung, die Staatsstraße 2359 sei eine Hauptverkehrsstraße und als solche dazu bestimmt, den Anschluss an den überörtlichen Verkehr herzustellen. Da könne das Landratsamt den Verkehr über 7,5 Tonnen nicht verbannen.

Verbesserung für Radfahrer

Der Radweg an der Salzburger Straße wird täglich von vielen Radfahrern genutzt. Diese seien gerade an den unübersichtlichen Kreuzungen und wegen der beengten Straßenverhältnisse durch größere Fahrzeuge besonders gefährdet, heißt es aus München. Allerdings nutzen mittlerweile mehr und mehr Radfahrer die von der Gemeinde zurückgebaute Kraglinger Straße, um vom Osten des Gemeindegebietes Richtung Schloßberg und Rosenheim beziehungsweise umgekehrt zu fahren, so Frank Wiens, der Fahrradbeauftragte der Gemeinde Stephanskirchen. Genau diese Kraglinger Straße wird von der Kraglinger Spange gequert. Allerdings gibt es Pläne, dort eine Brücke zu bauen, die Kreuzung zu verhindern. Was ganz im Sinne des Fahrradbeauftragten wäre.

Der Planfeststellungsbeschluss wird nach Ablauf der einmonatigen Rechtsbehelfsfrist bestandskräftig, soweit keine Klagen erhoben wurden. Diese aber, das wurde beim Erörterungsverfahren vor einem Jahr deutlich, sind von Anliegern durchaus zu erwarten. Die Genehmigung liegt demnächst mit den festgestellten Planunterlagen nach vorheriger ortsüblicher Bekanntmachung in den Gemeinden Stephanskirchen und Schechen zwei Wochen lang zur Einsicht aus und ist dann zudem auf der Internetseite der Regierung von Oberbayern abrufbar. Wann es losgehen kann mit den Arbeiten, das können derzeit weder die Regierung von Oberbayern noch das Staatliche Bauamt Rosenheim sagen. Dazu gibt es noch zu viele Unwägbarkeiten.

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