Freiheit auf dem Damm

- Eine Zeitung ist dafür da, so schnell wie möglich Nachrichten zu verbreiten. Manchmal muss sie aber auch ein Geheimnis bewahren können.

Zum Beispiel, dass der Dammweg an der Mangfall zwischen Rathaus- und Innstraße am Schwimmbad entlang wieder offen ist. Das haben wir gesehen, aber nicht berichtet - aus gutem Grund. Es ist nämlich offensichtlich nicht offiziell. Es sieht so aus, als habe ein genervter Mensch, der endlich wieder den Dammweg benutzen wollte, die Barriere mit Schwung auf die Seite gepfeffert. Schon vor fünf Wochen. Und bei der Stadt hat's keiner gemerkt.Gesperrt war der Dammweg wegen der Bauarbeiten für die Brücke vom Landesgartenschaugelände hinüber zum Schwimmbad. Die ist zwar schon seit Monaten fertig, doch die Sperre blieb bestehen. Einfach vergessen oder geht es mal wieder um die Sicherheit? Die Fußgänger bewegen sich jedenfalls seit fünf Wochen wieder ganz normal auf dem Damm, froh, dass sie wenigstens auf der einen Seite gehen können, die andere ist ja noch bis nach der Landesgartenschau tabu, was viele Bürger durchaus mit gewissem Zorn erfüllt.

In den letzten fünf Wochen ist kein Unfall passiert, niemand ist über das Auflager der Brücke gestolpert, keiner ist ins Wasser gefallen. Stellen wir uns mal vor, es war doch die Stadt, die für die Freigabe gesorgt hat. Dann wird es Zeit, die Barriere ordentlich wegzuräumen. Und wenn sie es nicht war, was zu vermuten ist, sollte sie das gleichfalls tun: ganz still und heimlich aufräumen, auf jeden Fall nicht wieder sperren. Argumente dafür zu finden, dürfte ihr nach fünf Wochen auch schwerfallen.

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