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Stadtrat für Bebauung an der Wittelsbacherstraße

Brez‘n soll Hochhaus weichen: Flötzinger-Brauerei will in Rosenheim neuen Wohnraum schaffen

Neues Gesicht für die Wittelsbacherstraße: Dort wo sich im Moment noch das Wirtshaus „Zur Brez‘n“ und das Kundendienstbüro einer Versicherung befinden soll neuer Wohnraum geschaffen werden.
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Neues Gesicht für die Wittelsbacherstraße: Dort wo sich im Moment noch das Wirtshaus „Zur Brez‘n“ und das Kundendienstbüro einer Versicherung befinden soll neuer Wohnraum geschaffen werden.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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In der Wittelsbacherstraße, direkt zwischen Finanz- und Landratsamt, wird sich in den kommenden fünf Jahren einiges verändern. Geplant ist ein neues Hochhaus, das Platz für Wohnungen und Gewerbe bietet. Doch nicht alle Stadträte sind von dem Konzept überzeugt.

Rosenheim  – Andreas Leupold könnte vermutlich stundenlang über seine Pläne für die Wittelsbacherstraße reden. „Es ist ein tolles Projekt, bei dem wir auf eine individuelle Weise viel Wohnraum schaffen können“, sagt er. Leupold arbeitet als Architekt und hat vor sieben Jahren gemeinsam mit Wyly Brown und Christian Goldbach das Architekturbüro „Leupold Brown Goldbach“ in München gegründet. Seitdem hat er unter anderem an der Entwicklung des Posthöfe-Areals gearbeitet, aber auch die Spinnerei in Kolbermoor trägt seine Handschrift.

Neue Balkone für bestehende Gebäude

Jetzt steht – gemeinsam mit der Familie Steegmüller und Werndl & Partner – ein neues Projekt im Bereich der Ecke Wittelsbacher- und Aventinstraße an. Und zwar genau dort, wo sich im Moment noch das Wirtshaus „Zur Brez‘n“ und das Kundendienstbüro einer Versicherung befinden. Beides soll 2023 abgerissen werden, um auf der 8888 Quadratmeter großen Fläche Platz für Neues zu schaffen.

Wandhöhe orientiert sich an angrenzenden Gebäuden

Geplant ist ein Sockelbau, der sich über die volle Grundstückslänge erstreckt und die Bauflucht der Wittelsbacherstraße aufnimmt. „Die Wandhöhe orientiert sich mit drei bis vier Geschossen an den jeweiligen angrenzenden Gebäuden des Landratsamtes im Osten und des Finanzamtes im Westen“, teilte die Verwaltung während der jüngsten Sitzung des Stadtrates mit.

Grundstück gehört Familie seit 100 Jahren

An dieser nahm unter anderem auch Marisa Steegmüller, geschäftsführende Gesellschafterin der Flötzinger Brauerei teil. „Das Grundstück gehört unserer Familie schon seit über 100 Jahren“, sagt sie einige Tage später am Telefon.

Doch jetzt soll sich die Fläche grundlegend verändern. So sollen unter anderem die beiden bereits bestehenden Wohntürme aus den 70er-Jahren aufgewertet werden.

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Das Wirthaus „Zur Brez‘n“ ist für viele Menschen aus der Wittelsbacherstraße nicht mehr wegzudenken. Doch für den Neubau muss das Lokal weichen. Traurig darüber ist Pächter Resad Beyazit (60) der das Wirtshaus seit sieben Jahren betreibt.

„Die äußere Erscheinung sowie die Grundrisse der Wohnungen und das Platzangebot für private Freiflächen auf den Balkonen entsprechen nicht den Anforderungen an die heutigen Wohn- beziehungsweise Lebensbedürfnisse“, heißt es aus dem Rathaus. Aus diesem Grund sollen die Balkone rund um das Gebäude vorgesetzt werden. Dadurch entstehen nicht nur größere Flächen, sondern auch eine Neugestaltung der gesamten Fassade, die zudem noch begrünt werden soll.

Dynamische Verjüngung nach oben

Neben der Aufwertung der bestehenden Gebäude soll zudem ein neues Hochhaus entstehen, das sich aus dem Sockelbau entwickelt und dynamisch nach oben verjüngt. Geplant sei hier eine Gebäudehöhe von 34,50 Metern. „Wir wollen mit der Christkönig-Kirche respektvoll umgehen“, sagt Marisa Steegmüller, der eine Nachverdichtung in zentraler Lage am Herzen liegt – ohne dabei allzu viele neue Flächen zu versiegeln.

75 neue Wohneinheiten

Im neuen Gebäude sollen laut Verwaltung bis zu 75 neue Wohneinheiten entstehen – zusätzlicher Wohnraum, der in Rosenheim dringend benötigt wird. „Neben nichtstörenden gewerblichen Nutzungen sollen im Sockelbau auch größere Wohnungen für Familien entstehen“, hieß es während der Sitzung.

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Zur Wittelsbacherstraße hin seien kleinere Einheiten für Singles vorgesehen. In den oberen Etagen sollen – so sehen es die Pläne vor – zusammen mit Dienstleistungsangeboten unterschiedlichste Wohnformen errichtet werden, die zu „einer Vielfalt und Lebendigkeit im Quartier beitragen können“.

Dachgarten für alle Bewohner

Auf dem Sockel-Neubau entsteht laut Architekt Andreas Leupold ein Dachgarten für die Bewohner. Das Besondere: Der Garten soll an ein Bestandsgebäude angebunden werden, um einen „Ort der Begegnung“ zu schaffen. Geplant ist außerdem der Neubau einer Tiefgarage mit „großzügigen Abstellmöglichkeiten“ für Kraft- und Fahrräder.

Das Gebäude grenzt unter anderem an das Finanzamt an.

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Der Investor – Werndl & Partner – plant zudem ein Mobilitätskonzept. So soll die Anzahl der privaten Pkw durch ein quartierseigenes Carsharing reduziert werden. Zudem sollen den Bewohnern Elektrolastenräder zur Verfügung gestellt werden.

Teil der Grünen gegen Planungen

Es ist ein Konzept, das bis in das letzte Detail durchdacht ist. Das lobte auch ein Großteil der Stadträte. „Die Bebauung ist optisch sehr schön und passt sich dem Rest des Areals an“, sagte beispielsweise Herbert Borrmann, Fraktionsvorsitzender der CSU. Ähnlich äußerte sich Abuzar Erdogan, Fraktionsvorsitzender der SPD.

Eine deutliche Aufwertung

Er finde den Vorschlag sehr gelungen, sprach von einer deutlichen Aufwertung. Deutlich kritischer bewerteten die Grünen das Vorhaben. So würden weder die Abstandsflächen eingehalten werden, noch würde die geplante Bebauung in die Straße passen. „Es ist zu massiv und schaut sehr klobig aus“, sagte Stadtrat Franz Lukas (Grüne). Zwar sei er prinzipiell für eine Bebauung, nur über die Gestaltung sollte sich der Architekt seiner Meinung noch einmal Gedanken machen. Er fühle sich an „Aida“-Tourismus erinnert, meinte er mit Blick auf den Baukörper, der einem Kreuzfahrtschiff ähnele.

Mit drei Gegenstimmen hat der Stadtrat den Vorentwurf des Bebauungsplans jetzt für die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit freigegeben. Läuft alles nach Plan, kann mit einer Fertigstellung im Jahr 2026 gerechnet werden.

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