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Brandserie vor 20 Jahren

Flammenmeer in Rosenheim: Rückblick auf einen spektakulären Rosenheimer Kriminalfall

Die Lagerhallen der Firma Haimmerer in Aising wurden am 3. Oktober 2002 ein Raub der Flammen.
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Die Lagerhallen der Firma Haimmerer in Aising wurden am 3. Oktober 2002 ein Raub der Flammen.

Vor knapp 20 Jahren hielt ein Feuerteufel die Region Rosenheim in Atem. Ein Blick auf die Folgen der damaligen Brandserie und wie es den Betroffenen von damals heute geht.

Rosenheim - Max Haimmerer erinnert sich. Der 49-Jährige, selbst bei der Feuerwehr Aising, besitzt die nach ihm benannte Holzhandelsfirma Haimmerer in Aising. Auf dem Firmengelände befinden sich zwei Lagerhallen, sowie sein Wohnhaus. Seit Beginn der Brandserie im März 2002, war er in ständiger Alarmbereitschaft, da seine Firma als potenzielles Ziel in Frage kam. Außerdem war er bei vorigen Bränden wie dem im Möbelhaus Fallender vor Ort an den Löscharbeiten beteiligt. Er habe deswegen bereits unruhig geschlafen und sei oft nachts aufgewacht. „Da die Brände meist um drei oder vier Uhr nachts waren bin ich aufgrund meiner inneren Uhr oft um diese Zeit aufgewacht“, erzählt der 49-Jährige.

Firmengelände wird zum Flammenmeer

Am 3. Oktober passierte es dann. In den frühen Morgenstunden wurde Haimmerer von seiner Mutter per Telefon geweckt. Sie wohnte nur wenige Häuser weiter und sah die Flammen als erstes. Zu diesem Zeitpunkt brannten die beiden Lagerhallen bereits lichterloh. Außerdem wurden die Flammen durch aufkommenden Wind an die Fassade des Wohnhauses gedrückt. Während Nachbarn die Feuerwehr alarmierten, versuchte Haimmerer verzweifelt mit einem Gartenschlauch die Fassade seines Hauses zu löschen. Schnell wurde aber klar, dass er keine Chance hatte die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Schließlich fiel so auch das Wohnhaus dem Inferno zum Opfer.

Die Feuerwehr kam mit einem Großaufgebot und versuchte den Schaden zu begrenzen. Allerdings gestalteten sich die Löscharbeiten als gefährlich für die Einsatzkräfte, da sich in der Lagerhalle zwei Gabelstapler befanden. Haimmerer berichtet von zwei dumpfen Schlägen als die Gastanks dieser beiden Fahrzeuge explodierten.

Metallsplitter wurden in Brusthöhe durch die Luft geschleudert und verwandelten sich in lebensgefährliche Geschosse. Getroffen wurde glücklicherweise niemand, lediglich ein parkendes Auto wurde beschädigt.

Als die Flammen dann unter Kontrolle gebracht waren wurde das Ausmaß des Schadens sichtbar. Die beiden Lagerhallen, sowie das Wohnhaus wurden. Auch Häuser in der nahegelegnen Wohnsiedlung waren aufgrund der enormen Hitzeentwicklung in Mitleidenschaft gezogen worden.

Eine meterhohe Rauchsäule stieg am 16. März aus dem Möbelhaus Fallender auf.

Auch Rosenheimer Brauerei betroffen

Personen wurden zum Glück nicht verletzt, allerdings war der Sachschaden beträchtlich. Auch die Brauerei Auerbräu war hiervon betroffen, da zum Zeitpunkt des Brandes Herbstfest-Utensilien, vor allem Dekorationen, in einer der Lagerhallen aufbewahrt wurden. So wurden zum Beispiel die alten handbemalten Schilder der Ochsenbraterei zerstört.

Der Schaden auf dem Firmengelände belief sich schlussendlich auf mehr als eine halbe Million Euro. Doch der Fall von Haimmerer war leider nur einer von vielen.

Max Haimmerer aus Aising hat die damals abgebrannte Lagerhalle neu aufgebaut.

Es war eine prägende Zeit

Stadtbrandrat Hans Meyrl, damals zweiter Kommandant bei der Feuerwehr Rosenheim spricht bei der Brandserie von einer „prägenden Zeit“ für die Rosenheimer Feuerwehren.

Er selbst erlebte die Brände oftmals aus Sicht des Einsatzleiters. „Der Täter wusste auf jeden Fall, wie man an einem Großobjekt Schaden anrichten kann und hatte sich vermutlich gut vorbereitet und seine Ziele gut erkundet“, berichtet Meyrl. So konnten die Einsatzkräfte bei Ankunft vor Ort oft nur noch Schadensbegrenzung betreiben.

Eine der wenigen positiven Erinnerungen die Meyrl aus dieser Zeit mitnimmt, war die Tatsache, dass es bei den Feuerwehrlern keine schwereren Verletzungen gab. Dies war nicht selbstverständlich, den einige Einsätze bargen teilweise große Gefahren. Besonders der Brand bei der Firma Eder in Bahnhofsnähe hätte auch schlimmer enden können. Hier waren potenziell explosive Gasflaschen gelagert, welche bei zu großer Hitze hätten explodieren können. Außerdem lobte er den Zusammenhalt innerhalb der Feuerwehren zu dieser Zeit.

Täter war psychisch krank

Der Täter, Markus S., konnte schlussendlich gefasst werden. Es stellte sich heraus, dass er nicht nur im Landkreis Rosenheim aktiv war, sondern Brände in ganz Oberbayern zu verantworten hatte. Grund für seine Taten war eine psychische Krankheit. Er wurde vor dem Landgericht München wegen Brandstiftung in 25 Fällen zu 10 Jahren Haft verurteilt. Außerdem wurde eine Unterbringung in einer Psychiatrie angeordnet.

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