LESERFORUM

Firma Kroiss sollte Unternehmensstrategie überdenken

Zum Leserbrief von Dr. Eva-Maria Glofka-Schulz und Dr.

Kurt Schulz (Lokalteil):

Der Empörung im Leserbrief der Drs. Schulz, Glofka-Schulz über den Busfahrer und das Busunternehmen Kroiss kann nur in vollem Umfang zugestimmt werden. Die Menschenverachtung, die hier zutage tritt, ist unbeschreiblich.

Zwar neige ich grundsätzlich auch dazu, dass der Staat/Öffentliche Hand den Bürgern zu angemessenen Bedingungen, Beförderungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen sollte. So habe ich auch die Privatisierung der Bundesbahn mit Skepsis verfolgt. Aber mit einem ÖPNV als „öffentliche Aufgabe in Öffentlicher Hand“ sind die Probleme nicht gelöst. Die Verstaatlichung ist kein Allheilmittel. In dem vorliegenden Fall handelt es sich doch um das inakzeptable Verhalten eines einzelnen Busfahrers sowie die Äußerungen der Unternehmensführung. Sowohl ein Busfahrer, der ein derartiges Verhalten gegenüber den zahlenden Fahrgästen zeigt, als auch der Unternehmenssprecher, der solch billige Erklärungen abgibt, sind in der Gesellschaft, in der ich leben möchte, fehl am Platz.

Die Firma Kroiss wäre gut beraten, ihre Unternehmensstrategie zu überdenken. Auch mir sind Fälle bekannt, in denen gute, vielleicht auch unbequeme Arbeitskräfte entlassen wurden, um möglicherweise bequemere einzustellen. Und es wäre sehr zu begrüßen, wenn die Stadtverwaltung die Praxis ihrer Auftragsvergabe an Verkehrsbetriebe kritisch überdenken und deutlich mehr Wert auf Serviceleistungen legen würde.

Gerhard Ritthammer

Rosenheim

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