Rund 2.500 Einsätze

Feuerwehrler Harald Unkauf aus Rosenheim hängt nach 49 Dienstjahren den Helm an den Nagel

Sein Helm als Erinnerung an seine Dienste: Stadtbrandrat Hans Meyrl (links) übergab den Feuerwehrhelm zum Abschied an Harald Unkauf.
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Sein Helm als Erinnerung an seine Dienste: Stadtbrandrat Hans Meyrl (links) übergab den Feuerwehrhelm zum Abschied an Harald Unkauf.

Als Harald Unkauf mit 16 Jahren bei der Feuerwehr Rosenheim begann, hatte die Wehr noch eine Drehleiter mit einem Leitersatz aus Holz im Fuhrpark. Das war 1971. Inzwischen hat sich viel geändert, Unkauf aber ist geblieben – und war 49 Jahre aktiv im Einsatz. Mit 65 Jahren musste er jetzt aufhören.

Von Martin Binder

Rosenheim – Unkauf hat das Ignaz-Günther-Gymnasium besucht. Es lag direkt neben der damaligen Hauptfeuerwache in der Heilig-Geist-Straße. Wolfram Höfler, später Kommandant der Feuerwehr in Bad Aibling, damals ein Schulspezl, nahm ihn mit in die Wache. Nach der Grundausbildung, eher einer Einweisung, wie sich Unkauf erinnert, durfte er in den Einsatzdienst.

Rund 2500 Einsätze gefahren

Dass er bis zu seinem Dienstende etwa 2.500 Einsätze fahren würde, ahnte der junge Feuerwehrler damals noch nicht. Seine Motivation war aber vom ersten bis zum letzten Ausrücken immer gleich: „Ich sehe dieses ehrenamtliche Engagement als gesellschaftlichen Auftrag. Und wenn ich es mache, dann richtig“, so Unkauf.

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Unkauf wurde zum Atemschutzgeräteträger ausgebildet. Auch eine Taucherausbildung hat er absolviert. Ungewöhnlich ist, dass er sowohl beim Atemschutz als auch beim Tauchen, bis zum „Feuerwehr-Ruhestand“ aktiv war, also bis zum 65. Lebensjahr.

Auch im Beruf ist er zum Wohl der Menschen unterwegs. Unkauf studierte Medizin und arbeitet seit Jahrzehnten im RoMed Klinikum Rosenheim als Anästhesist. Ebenso lange ist er als Notarzt im Einsatz und hat schon an vielen Unfallorten mit den Kollegen der Feuerwehr zusammengearbeitet.

Immer noch als Arzt im Dienst

Wenn der heute 65-Jährige im Ehrenamt als Feuerwehrler unterwegs ist, kann er bei Bedarf medizinische Hilfe leisten und die Kräfte des Rettungsdienstes unterstützen. Er stand und steht der Rosenheimer Wehr weiterhin als Feuerwehrarzt zur Verfügung, macht die Erstuntersuchungen von neuen Kräften und kümmert sich um Fortbildungen, etwa zum Thema Reanimation.

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2500 Einsätze hinterlassen viele Erinnerungen, oft verbunden mit harten Bildern, wenn etwa Menschenleben nicht mehr zu retten waren. Oder die Anspannung bei der Serie von Brandstiftungen 2002 in Rosenheim mit mehreren heftigen Großbränden in der Stadt. Aber auch die kleinen, unspektakulären Einsätze, die „nicht mal in der Zeitung stehen“ bleiben im Gedächtnis. Ob es nun darum geht, eine Straße von Trümmerteilen freizukehren oder angebranntes Essen vom Herd zu nehmen, erzählt Unkauf.

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„Harald war immer zuverlässig, überall einzusetzen und voller Engagement dabei“, so Stadtbrandrat Hans Meyrl, Kommandant der Rosenheimer Feuerwehr. Einige Tage nach seinem 65. Geburtstag überreichte Meyrl ihm seinen Feuerwehrhelm als Erinnerung an einen langen ehrenamtlichen Dienst.

Sohn tritt in seine Fußstapfen

Sein Engagement war, so Unkauf, nur durch Unterstützung seiner Frau möglich. Sie hatte stets Verständnis dafür, dass das Familienleben oft auf den Feuerwehrdienst ausgerichtet werden musste. Abschreckend war das offensichtlich nicht. Denn Sohn Simon hat zusammen mit zwei Freunden schon mit zwölf Jahren bei der Jugendfeuerwehr begonnen. Der Sohn hat also gute Chancen, die 49 Jahre Dienstzeit seines Vaters zu überbieten.

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