Ferienprogramm des Rosenheimer Stadtjugendrings trotz Coronavirus und Unwetter ein Erfolg

Der Schreiner-Workshop war bei den Kindern besonders beliebt.schroeder
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Der Schreiner-Workshop war bei den Kindern besonders beliebt.schroeder

Weder die Corona-Pandemie noch das Unwetter mit Hochwasser in der vergangenen Woche kann den Teilnehmern am Ferienprogramm des Rosenheimer Stadtjugendrings die Stimmung vermissen. Die Buben und Mädchen haben viel Spaß, wie ein Besuch der OVB-Heimatzeitungen zeigt.

Von Kilian Schroeder

Rosenheim – Joni kann schon ziemlich gut mit dem Diabolo umgehen. Der Bub wirft ihn hoch in die Luft, schaut ihm hinterher und fängt ihn zielsicher wieder auf. Gelernt hat er das beim Ferienprogramm des Stadtjugendrings, das auch in diesem Jahr wieder am Jugendfreizeitgelände am Happinger Ausee und am Aktivspielplatz Hüttenstadt stattfindet – allerdings ein bisschen anders als sonst.

„Das ist dieses Jahr die Ferienmaßnahme des Stadtjugendrings während Corona“, sagt Markus Bundil. Der 48-jährige leitet zusammen mit seiner Kollegin Isabelle Schweier das Angebot am Happinger Ausee. „Normalerweise hätten wir jetzt das Projekt ,Mini-Ro‘, in dem die Kinder in verschiedene Gruppen gehen und alles Mögliche ausprobieren können.“

In festen Gruppen organisiert

Beim Drechseln: Carina Grabmeier.

In diesem Jahr ist das nicht möglich, die Kinder müssen in festen Kleingruppen zusammen bleiben. Trotzdem gibt es ein vielseitiges Programm: „Wir haben einen Drechselworkshop, eine Führung durch die Auen vom Bund Naturschutz und gehen auch zum Bowling“, sagt Schweier. Dazu kommen noch professionelle Theater- oder Zirkusworkshops.

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Verschiedene Verbände und Vereine unterstützen das Projekt, auch mit der katholischen Jugendstelle und dem evangelischen Jugendwerk hat sich der Stadtjugendring kurzgeschlossen. Auf dem weitläufigen Terrain verteilen sich die Gruppen gut. Die Teilnehmerzahl sei in diesem Jahr geringer als sonst, aber dadurch könne alles abgedeckt werden – so können auch bei schlechten Wetter alle in Sicherheit gebracht werden, ohne gegen die Auflagen zu verstoßen.

51 Kinder und zwölf Betreuer

Jeweils 51 Kinder und 12 Betreuer sind am Happinger Ausee und in der Hüttenstadt. Dort ist das Programm auf die Themen „Wildnis und Ökologie“ ausgerichtet. Dazu bieten die Rosenheim Rebels einen Schnupperkurs im „American Football“ an. Am Jugendfreizeitgelände sind außerdem noch vier Kinder mit Einschränkungen, die persönlich betreut werden.

Barbara Mahr ist schon seit 2016 dabei – wie alle Betreuer komplett ehrenamtlich. „Es läuft super, die Kinder haben Spaß“, sagt die 22-jährige. Ihre Gruppe hat gerade im Zirkusworkshop innerhalb von zwei Stunden eine kleine Vorstellung eingeübt und gönnt sich jetzt eine Pause. „Die Kinder haben jongliert, Teller gedreht oder Zaubertricks gelernt.“ Auch in der Pause probieren sich die Mädchen und Buben noch an allen möglichen Aktionen.

Große Aufführung muss ausfallen

Normalerweise hätte es am Ende eine Aufführung für die Eltern gegeben, in diesem Jahr zeigen die Kinder das Gelernte „nur“ ihren Freunden im Gelände. Und wem dabei etwas zu warm wird, der kann sich mit einer Schwimmweste bewaffnen und direkt in den See nebenan eintauchen. Das war Anfang der Woche noch etwas schwierig, die starken Regenfälle haben auch das Ferienprogramm vor neue Herausforderungen gestellt. „Während der Sintflut am Anfang haben wir dann die Kinder in den Lokschuppen ,evakuiert‘“, sagt Schweier. Im Saal des Stadtjugendrings fand dann der Theater- und Zirkusworkshop statt.

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Die Stimmung habe das Wetter aber nicht verregnen können: „Die Kinder waren trotzdem super motiviert“, sagt Justin Mulisch, der zum ersten Mal als Betreuer dabei ist. Die strengen Hygienemaßnahmen sind für alle Beteiligten eine Herausforderung. „Es ist schwierig, den Kindern beizubringen, dass sie die Maske tragen müssen“, sagt Betreuerin Steffi Dichtl. Ihre Schwester Kathi, die auch als Betreuerin dabei ist, fügt hinzu: „Bisher halten sie sich gut daran. Aber die Situation ist einfach anders.“

Die Kinder dürfen die Masken nur an ihren Plätzen abnehmen. Die Betreuer müssen alle Geräte desinfizieren und das dann sofort dokumentieren. „Wir sind mit unserem Konzept noch ein bisschen strenger“, sagt Bundil. „Im schlimmsten Fall könnte hier ja ein Hotspot entstehen.“

Eine Frisur mit Blumen geflochten

Es sei zwar schade, dass man nicht mit den anderen spielen und reden kann, sagt Anna-Luz, während sie gerade am Billardtisch steht. „Aber es macht trotzdem Spaß.“ Die Zehnjährige hat schon öfter am Ferienprogramm teilgenommen. Am Vormittag hat sie sich in einem Workshop eine Frisur mit Blumen geflochten. Silvia und Eva (beide 10), die stolz ihre gerade gedrechselten Schlüsselanhänger herzeigen, fügen hinzu: „Die Betreuer sind nett, in der Früh machen wir oft Aufwärmspiele.“

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Paul (10) sagt: „Ich bin froh, dass es nicht abgesagt wurde.“ Insgesamt sind sie sich auch einig, dass die Vorschriften nicht so schwer zu erfüllen sind. Am Jugendfreizeitgelände und in der Hüttenstadt können die Kinder etwas Normalität in nicht ganz so normalen Sommerferien erfahren. „Es ist trotz allem eine sehr schöne Aufgabe“, sagt Bundil. Die Kinder würden lernen, mit Corona zu leben. „Wir würden es wieder anbieten.“

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