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Workshop im Bildungswerk

Blick in die Vergangenheit - So geht Familienforschung in Rosenheim

Hinterlassene Dokumente bieten für viele Hobbyforscher erste Anhaltspunkte zur Familiengeschichte. Doch in den meisten Fällen muss man auf Archive sowie kirchliche Tauf- und Geburtsregister zurückgreifen. Archiv Bildungswerk
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Hinterlassene Dokumente bieten für viele Hobbyforscher erste Anhaltspunkte zur Familiengeschichte. Doch in den meisten Fällen muss man auf Archive sowie kirchliche Tauf- und Geburtsregister zurückgreifen. Archiv Bildungswerk
  • VonKilian Schroeder
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Woher kamen die Vorfahren? Der Blick in die Familiengeschichte kann interessante Details aufdecken. Ein Kurs im Bildungszentrum Rosenheim zeigt, wie Familienforschung funktioniert.

Rosenheim – Kinofilme, Romane oder Theaterstücke über Familiengeschichten gibt es zuhauf. Wer die eigenen Vorfahren waren und was sie gemacht haben, fasziniert die Menschen bis heute. Entsprechend viele begeben sich selbst auf die Suche nach den Ahnen der eigenen Familie. Doch wie geht man dabei vor, ohne sich im Meer an potenziellen Quellen zu verlieren? Ein neuer Workshop am katholischen Bildungswerk in Rosenheim will dazu Werkzeug an die Hand geben.

„Ahnenforschung wird für viele zum Hobby“

„Ahnenforschung wird für viele zum Hobby“, sagt Barbara Schwendenmann. Sie ist als Fachreferentin im Bildungswerk Rosenheim für Seniorenbildung zuständig. Ihre eigene Familie brachte sie auf die Idee, einen Workshop zur Familienforschung anzubieten: „Mein Vater hat sich auch schon für unsere Vorfahren interessiert“, sagt sie. „Teilweise kamen dann auf einmal Anrufe von irgendwoher, weil wir anscheinend im gleichen Stammbaum auftauchen.“ Gerade neue, digitalisierte Archive böten Anlaufpunkte – auch für diejenigen, die kein Geschichtsstudium absolviert und noch nie mit älteren Quellen gearbeitet haben.

Die Teilnehmer des Workshops „Einführung in die Familienforschung“ sollen genau das in drei Modulen lernen. Zuerst gibt der Leiter des Rosenheimer Stadtarchivs, Christopher Kast, eine Art Fahrpan zu den ersten Schritten der Familienforschung und den Möglichkeiten der Online-Recherche. In einem zweiten Teil am Donnerstag, 3. Februar, erklärt der stellvertretende Leiter des Archivs des Erzbistums München-Freising die Möglichkeiten der Ehe-, Tauf- und Sterbebücher in den Pfarreien.

Bei einem dritten Termin am Donnerstag, 11. Februar, geht es dann ins Rosenheimer Stadtarchiv. Gemeinsam mit Kast sollen die Teilnehmer an konkreten Quellen arbeiten. Wenn es sich ergibt, vielleicht auch schon mit Dokumenten zu den Vorfahren der Teilnehmer.

Ahnenforschung ist sehr zeitintensiv

Der Leiter des Stadtarchivs ist sich sicher, dort fündig zu werden. „Dort und in den kirchlichen Archiven wird mit Sicherheit etwas sein“, sagt Kast. Dennoch dürften sich die Teilnehmer nicht darauf einstellen, schnell einen umfassenden Stammbaum mit nach Hause nehmen zu können. „Ahnenforschung ist sehr zeitintensiv. Zwar reichen Standesamtsunterlagen oft bis in die 1870er Jahre zurück, aber der Dreißigjährige Krieg hat eine enorme Lücke in die Quellenforschung gerissen. Dass es weiter zurückgeht, ist eine absolute Ausnahme“, so der Archivleiter.

Das scheint jedoch viele nicht aufzuhalten. Kast berichtet von vielen Anfragen, die das Stadtarchiv wegen Familienforschung bekäme. Und das quer durch alle Altersgruppen: Von Studierenden bis hin zu pensionierten Lehrern begäben sich immer mehr Menschen auf die Suche nach Dokumenten über ihre Vorfahren. Doch ganz einfach ist die Arbeit mit diesen Quellen oft nicht: „Die größte Schwierigkeit ist, die alten Schriftarten zu lesen“, sagt Kast. Zwar könne man sich im Selbststudium mit diesen Schriften beschäftigen, das sei jedoch wieder ein großer Zeitaufwand. Unter anderem deshalb soll ein großer Fokus im Workshop auf den verschiedenen Quellenarten liegen.

Die Teilnehmer brauchen für den Workshop nur einen Laptop und eine Internetverbindung. Die ersten beiden Module am heutigen Donnerstag und in einer Woche finden online statt. Ob das dritte Modul am 11. Februar stattfinden kann, hängt noch von der Infektionslage ab – notfalls soll es verschoben werden.

Startpunkt für eigene Nachforschungen

Im Idealfall soll der Workshop ein Startpunkt sein. „Das Ziel ist, dass die Teilnehmer etwas an die Hand bekommen, wie sie in dem Wust im Internet interessante Quellen finden können“, sagt Schwendenmann. Auch Kast hofft, dass die Teilnehmer danach weiterforschen. „Am Besten sind sie danach motiviert und haben einen bunten Blumenstrauß an Quellen, verstehen vielleicht mehr von einer altertümlichen Schrift und haben einen Fahrplan für die Ahnenforschung.“ Und vielleicht findet sich unter den Vorfahren sogar eine filmreife Geschichte.

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