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Unterwegs mit dem Laser-Messgerät

„Fahrt einfach langsam, Leute“: So lief der Blitzermarathon im Rosenheimer Stadtgebiet

Konzentriert schaut Polizeihauptmeister Kilian Hellthaler durch das Visier seines Lasers. Im Rahmen des bayerischen Blitzermarathons hat er sich am Schwaiger Kreisel positioniert.
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Konzentriert schaut Polizeihauptmeister Kilian Hellthaler durch das Visier seines Lasers. Im Rahmen des bayerischen Blitzermarathons hat er sich am Schwaiger Kreisel positioniert.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Beim bayerischen 24-Stunden-Blitzmarathon hat auch die Rosenheimer Polizei Raser ins Visier genommen. Wie das Urteil der Beamten ausgefallen ist.

Rosenheim – Konzentriert schaut Polizeihauptmeister Kilian Hellthaler durch das Visier seines Lasers-Messgeräts. Das linke Auge hat er zusammengekniffen, mit der rechten Hand bedient er den schwarzen Auslöseknopf. Er drückt ab, es piept, dann ploppt die Geschwindigkeit in der Anzeige an der Seite des Geräts auf. 81 km/h. Bevor Hellthaler etwas sagen kann, setzt sich sein Kollege, Polizeimeister Marc Schuchmann, bereits in Bewegung. Er hebt die Polizeikelle und winkt den schwarzen Audi aus dem Verkehr. Der Grund: Auf der Staatsstraße zwischen Stephanskirchen und Kolbermoor, kurz vor dem Schwaiger Kreisel, sind nur 70 km/h erlaubt.

Führerschein und Fahrzeugpapiere

Verwirrt kurbelt der Fahrer sein Fenster nach unten. Schuchmann klärt ihn auf, lässt sich Führerschein, Fahrzeugpapiere und den Personalausweis geben. Dann trägt er die Daten in seinen Computer ein und händigt dem Fahrer einige Minuten später einen Bußgeldbescheid in Höhe von 30 Euro aus. „Das tut mir total leid“, entschuldigt sich der Fahrer.

Neben ihm sitzt seine Frau, beide seien erst vor einigen Minuten losgefahren. Vom Blitzmarathon gewusst hätten sie nicht. Raser seien die beiden ohnehin nicht. „Es ist jetzt nun einmal passiert. Jetzt bekommen wir unsere Strafe“, sagt die Beifahrerin.

Das Lasergerät zeigt genau an, wie schnell die Autos gefahren sind und wie weit sie entfernt waren.

Drei Kontrollstellen im Stadtgebiet

Es ist einer von nur 15 Verstößen, die die Rosenheimer Beamten beim diesjährigen Blitzermarathon festgestellt haben. An insgesamt drei Kontrollstellen im Stadtgebiet haben zehn Beamte rund 30 Stunden lang kontrolliert. Grund hierfür war der europaweite „Speedmarathon“. Bayern hat sich – neben anderen Bundesländern – im Rahmen des Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms 2030 ‚Bayern mobil – sicher ans Ziel‘ am 24-Stunden-Blitzmarathon beteiligt.

109 Personen durch Geschwindigkeitsunfälle getötet

„Zu schnelles Fahren ist die Hauptursache für schwere Verkehrsunfälle“, erklärte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann im Vorfeld des neunten Blitzmarathons. Rund ein Viertel der Verkehrstoten auf Bayerns Straßen gehe darauf zurück. 2021 wurden in Bayern insgesamt 109 Personen durch Geschwindigkeitsunfälle getötet.

„Unser Blitzmarathon soll alle Verkehrsteilnehmer wachrütteln, sich unbedingt an die Tempolimits zu halten. Es geht nicht darum, möglichst viele Verwarnungen auszusprechen oder Bußgeldbescheide zu verschicken“, ergänzt Innenminister Herrmann.

Polizeimeister Marc Schuchmann winkt einen weißen Transporter aus dem Verkehr.

Mit 87 km/h unterwegs

Wirklich schwerwiegende Verstöße hat es in Rosenheim an diesem Vormittag keine gegeben. Auch nicht am Schwaiger Kreisel. Am schnellsten unterwegs war eine junge Frau mit 87 km/h. 17 km/h über der erlaubten Mindestgeschwindigkeit. „Das bedeutet ein Bußgeld in Höhe von 50 Euro“, sagt Polizeihauptmeister Kilian Hellthaler, während er mit seinem Lasergerät bereits auf der Suche nach dem nächsten Raser ist.

Mehr Sicherheit auf den Landstraßen

„Uns wäre es am liebsten, wenn wir überhaupt niemanden erwischen würden“, sagt Polizeihauptkommissar Robert Maurer. Auch er ist an diesem Vormittag im Einsatz und wechselt sich mit seinen Kollegen am Lasergerät ab. Maurer geht es mit der Aktion vor allem darum, die Zahl der Verkehrsunfälle zu minimieren, die Sicherheit auf den Landstraßen weiter zu steigern, und gefährdete Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Radfahrer noch besser zu schützen.

Nach zwei Stunden legen die Polizisten eine Pause ein. Nicht ohne vorher ein positives Fazit zu sehen. „Das haben die Autofahrer wirklich gut gemacht“, sagt Maurer. Trotzdem lautet sein Appell auch weiterhin: „Fahrt einfach langsam, Leute“.

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