Erhalt von Bäumen prüfen

Vier Bäume in dem rot eingekreisten Bereich können möglicherweise erhalten werden. Sicher ist das noch nicht. CSU und Freie Wähler/UP machten deutlich, dass die Funktionalität des Platzes auf keinen Fall davon beeinträchtigt werden darf. Foto Schellmoser
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Vier Bäume in dem rot eingekreisten Bereich können möglicherweise erhalten werden. Sicher ist das noch nicht. CSU und Freie Wähler/UP machten deutlich, dass die Funktionalität des Platzes auf keinen Fall davon beeinträchtigt werden darf. Foto Schellmoser

Der Protest von mehr als 5400 Bürgern gegen das Fällen aller Bäume auf dem Bahnhofsvorplatz hat ihnen zu einem ersten Erfolg verholfen. Die Stadt lässt zumindest prüfen, ob und wie sich vier als erhaltenswert eingestufte Bäume in das Konzept einbeziehen lassen.

Rosenheim - Nach der Bürgerbeteiligung im Kuko zeigten sich im Stadtentwicklungs- und Bauausschuss alle Seiten baumfreundlich. Die Planer erhalten den Auftrag, zu prüfen, ob sich vier Bäume - zwei Rotbuchen, eine Hainbuche und eine Birke - in das Gesamtkonzept integrieren lassen, ohne dass sie Schaden nehmen. Grundvoraussetzung ist, dass die Bagger den sensiblen Wurzelbereichen in einem kreisförmigen Bereich von acht bis 15 Metern nicht zu nahe kommen. Gleichzeitig ist festzustellen, welche Pflegemaßnahmen notwendig sind, um die Qualität der Bäume langfristig zu sichern. Außerdem sind Möglichkeiten zu untersuchen, Grünbereiche auf dem Platz zu schaffen. An dem alten Bunker will grundsätzlich keine Seite mehr festhalten. In geeigneter Form will man an ihn und seine Geschichte erinnern.

Als besonders wichtig gilt ein barrierefreier Ausbau. Dies stellt, wenn die vier alten Bäume stehenbleiben, eine besondere Herausforderung dar. Um diesem Anspruch zu genügen, muss die Höhe des Platzes verändert werden, während die Wurzelbereiche der Bäume gleich bleiben. Auch die Frage, wie sich die Taxi-Vorfahrt ohne negative Auswirkungen auf die Bäume und ihre Schutzbereiche gestalten lässt, steht noch im Raum.

Mit dieser Vorgehensweise, die in der nächsten Woche vom Stadtrat noch bestätigt werden muss, zeigten sich die Ausschussmitglieder einverstanden. Gleichzeitig formulierten sie Vorbedingungen. So erklärte der CSU-Fraktionsvorsitzende Herbert Borrmann, der Bunker müsse auf jeden Fall weg. Wenn sich die Bäume dabei nicht erhalten ließen, müsse man eben auf sie verzichten - es würden ja neue gepflanzt.

Für die SPD stellte Andreas Lakowski genau die umgekehrte Bedingung: Müssten die Bäume dem Rückbau des Bunkers zum Opfer fallen will die SPD auch den Bunker erhalten.

Dr. Beate Burkl stellte, wie die CSU, den Wunsch in den Vordergrund, den Platz nach den Bedürfnissen der Bahnkunden zu gestalten.

Aus Sicht der Grünen hat sich bei der Bürgerbeteiligung gezeigt, dass es der Wunsch der Bürger ist, mehr Bäume zu erhalten. Der Grünen-Stadträtin Anna Rutz hielt der CSU-Fraktionsvorsitzende Herbert Borrmann jedoch entgegen, "den" Bürgerwillen gebe es nicht, die Bandbreite der Meinungen sei groß. Rutz zeigte sich zumindest davon angetan, dass nun möglicherweise vier Bäume zu retten sind und auch mehr Grün den Platz prägen könnte.

Eine Vorstellung von der Wirkung des Bahnhofsvorplatzes, mit oder ohne alte Bäume, mit Neupflanzungen, mit oder ohne Grünflächen, ist schwierig. "Wir haben bisher immer nur über die Funktion gesprochen, aber noch nicht über die Gestaltung", betonte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer. Deshalb will man den Planern auch den Auftrag erteilen, Visualisierungen vorzulegen. Auch Laien sollen sich ein Bild machen können, wie es in Zukunft am Bahnhof aussieht. bi

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