LESERFORUM

Entsetzen über Fällaktion im Mangfallwald

Zur Berichterstattung über die Fällarbeiten aufgrund des Eschentriebsterbens (Lokalteil):

Ich bin vor knapp zwei Jahren in das Wohngebiet in unmittelbarer Nähe des Mangfalldamms, der Mangfall und der dazwischen liegenden „Insel“ gezogen, auf der die aktuellen Fällarbeiten stattfinden.

Ich arbeite für einen Verlag in München. Dass ich mich für diesen Ausgleich zum Berufsleben nicht erst ins Auto setzen muss, bedeutet mir sehr viel. Die Spazier- und Radwege an Mangfall und Inn sind toll.

Vielleicht können Sie sich mein Entsetzen darüber vorstellen, dass die Trampelpfade verschwunden sind, stattdessen führen nun zwei riesige Schneisen durch den Wald, auf denen die gefällten Bäume mit schwerem Gerät abtransportiert wurden. Die Markierungen an den Bäumen auf der anderen Seite des Mangfallufers lassen nur vermuten, dass der Kahlschlag nicht beendet ist. Muss man alles Schöne immer kaputt machen? Kann man nicht mal auf Profit und (Wirtschafts-) wachstum verzichten? Überall wird der Klimawandel beklagt, Depressionen und Burnout werden zu Volkskrankheiten und ausgerechnet jetzt, wo die Corona-Pandemie uns in unseren Rechten, Freiheiten und Lebensfreuden massiv einschränkt, wird mir auch noch mein Erholungsgebiet vor der Haustür genommen.

Vielleicht ist es aber wert, zu prüfen, ob nicht Artenvielfalt, CO2-Ausgleich, Naturschutz, Erholung und Entschleunigung für die Stadtbewohner von Rosenheim durch die Möglichkeit, Zeit draußen in der Natur und im Wald verbringen zu können, gegen die Fällarbeiten sprechen. Ich habe mich mit bereits an den Oberbürgermeister Andreas März gewandt.

Juliane Fricke

Rosenheim

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