Engel im Einkaufspark – Kunst im Rosenheimer Stadtbild

Vier tanzende Engelssilhouetten, von dem Traunsteiner Künstler Rolf Wassermann zu einem Reigen zusammengefügt, lassen die Besucher des Aicherparks unterm Einkauf auf andere Gedanken kommen. Frick

Ein Engelsreigen bringt im Aicherpark einen Hauch von Kunst zwischen die Geschäfte und Parkplätze. Vier rostbraune Engel, aus Cortenstahl mit dem Laser geschnitten, reichen sich auf einem Sockel die Hände, tanzen leichtfüßig über angedeutete Wolken und bieten je nach Blickwinkel überraschende Perspektiven.

Rosenheim – Schöpfer des sehr filigran wirkenden „Engelstanzes“ ist der Traunsteiner Rolf Wassermann. Ein Zinkengel im Barockstil diente dem Künstler und Restaurator als Vorlage. Daraus entwickelte er seine reduzierte Engelssilhouette in einem kräftigen Spiel aus Hell und Dunkel, Licht und Schatten.

Leicht, zart und dennoch stabil

Der Engel sollte so leicht, zart und aufgelöst wie möglich werden, aber dennoch die notwendige Stabilität für „Kunst im öffentlichen Raum“ aufweisen, die Wind und Wetter und grober Behandlung trotzen muss.

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Entwickelt hatte Rolf Wassermann den Schattenriss im Jahr 2009 und damals wollte er eine zauberhafte Idee Realität werden lassen. Traunstein sollte die „Stadt der Engel“ werden, die von den Dächern der Altstadt grüßen sollten. Wie das leider so oft mit visionären Ideen ist, sie zerplatzen wie Seifenblasen. Geblieben von diesem Traum ist ein einziger, über zwei Meter hoher Engel, der, wie könnte es anders sein, auf der Atelierwerkstatt des Künstlers in der Fuchsgrube steht.

Inspiriert von zwei Filmen

Wem bei „Stadt der Engel“ der Film mit Nicolas Cage und Meg Ryan in den Sinn kommt, der das Thema Engel, Liebe und Tod von Wim Wenders ungleich stärkerem Film „Der Himmel über Berlin“ adaptiert, liegt richtig. Auch aus diesen beiden Filmen bezog Wassermann seine Inspiration.

Preisträger im Skulpturenwettbewwerb

Was in Traunstein im Großen nicht klappte, konnte Wassermann in Rosenheim im Kleinen realisieren. 2013 war er mit seinem „Engelstanz“ einer der drei Preisträger im damaligen Skulpturenwettbewerb für die Kunstmeile des Aicherparks, die 2010 ins Leben gerufen worden war.

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Die Kunstwerke der beiden anderen Preisträger, die „Glückskugel“ von Peter Schwenk und „Die Nackte“ von Gottfried Brenner, sind mittlerweile nach Vandalismus entfernt, wie Hans Schussmann, der Manager des Aicherparks erläutert, der die öffentliche Kunstpräsentation als besonderen Akzent auf dem Einkaufsgelände initiiert hat und betreut.

Reizvolle Kombination

Besonders reizvoll beim „Engelstanz“ ist die Kombination der vier Engelssilhouetten, die im Quadrat angeordnet sind. Zwei Engel im Positiv wechseln sich mit zwei Engeln im Spiegelbild, nennen wir es Negativ, ab. So funktioniert es, dass sich die leichtfüßigen Gestalten die Hände reichen können, denn die Linke ist etwas weiter erhoben als die Rechte. Angedeutete Flügel und üppige barocke Gewandbauschungen verleihen Volumen und Schwung.

Metallsilhouetten als Werbeträger

Mit aus Metall geschnittenen Silhouetten kennt sich Rolf Wassermann aus. Seine „Landsknechte“ wurden zum vielbeachteten Werbeträger von Traunstein und sein „Ochsengespann“ in Pittenhart erinnert an die Salzstraße.

„Wenn der Entwurf einmal im Computer ist, kann man ihn in vielfachen Größen vom Laser ausschneiden lassen“, erklärt Rolf Wassermann.

Engel zwischen 40 und 220 Zentimetern

So gibt es seinen Engel im Kleinformat von 40 Zentimeter bis zum Großformat von 220 Zentimeter. Die vier Engel im Aicherpark liegen mit 100 Zentimetern dazwischen. Ach ja, wer sie kaufen möchte, denn manche der Objekte der Kunstmeile stehen wie in einer Galerie zum Verkauf, was Hans Schussmann wichtig ist, da er so Künstler finanziell unterstützen kann, kann sich bei Rolf Wassermann oder der Interessengemeinschaft Aicherpark melden.

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