Endspurt im Ärztezentrum „Medical Cube“ in Rosenheim: So ist der aktuelle Stand

32 Meter ist das Medical Cube groß. In dem kleineren Gebäude daneben befindet sich das Dienstleistungszentrum, unter anderem mit einem Hörgeräteakustiker, einem Sanitätshaus, einem Optiker und einer Apotheke.
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32 Meter ist das Medical Cube groß. In dem kleineren Gebäude daneben befindet sich das Dienstleistungszentrum, unter anderem mit einem Hörgeräteakustiker, einem Sanitätshaus, einem Optiker und einer Apotheke.
  • vonAnna Hausmann
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Mit dem neuen Ärztezentrum am Bahnhof zieht ein wenig Großstadtflair nach Rosenheim: Seit der Grundsteinlegung im März 2018 hat sich viel getan, die Bauarbeiten liegen in den letzten Zügen. Bis Ende des Jahres werden die Ärzte ihre Praxen beziehen.

Rosenheim – Vorab öffneten die Investoren Dr. Matthias Thurau und Dr. Dr. Ulrich Longerich die Türen für unsere Zeitung. Sehen die Passanten bereits von außen das fertige Gebäude, sind die Arbeiten in einigen der insgesamt neun Etagen noch in vollem Gange. Kabel hängen von der Decke, Rohre liegen frei. Handwerker laufen durch die Gänge, von allen Seiten rumort es. Tresen und Schränke lassen bereits erahnen, was die zukünftigen Patienten erwartet. Vier Praxen sind Mitte August bereits in das Ärztezentrum eingezogen. Mit prüfendem Blick schreiten die Investoren durch die Gänge. Jeden Tag ist einer von ihnen vor Ort, verschafft sich einen Überblick über das 25 Millionen Euro schwere Bauprojekt.

Ein Blick ins Gebäude

Thurau drückt den Aufzugsknopf. Geräuschlos fährt der Aufzug nach oben. Einen großen Schritt über Stangen und Kabel hinweg, hinaus auf dem Balkon. Von hier reicht der Blick bis weit über die Grenzen der Stadt. Am Fuße des Gebäudes liegen neben einer Gartenanlage für Patienten der Bahnhof. Das Ärztehaus befindet sich direkt am Knotenpunkt der Stadt. Die Vision der Investoren: Eine Anlaufstelle für die Patienten aus der Region.

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Das sind die Investoren

Normalerweise halten Thurau und sein Kollege Longerich sich eher im Hintergrund, meiden Fotos in ihrer Rolle als Investoren. „Wir kommen selbst aus der Medizin“, erklären die beiden. Thurau ist Kieferorthopäde, ebenso wie Longerich, der außerdem als Gesichtschirurg arbeitet. Ihre gemeinsamen Praxen hatten sie bisher in Bad Aibling und München. Auch sie werden ins Medical Cube einziehen, die bisherigen Praxen bleiben allerdings bestehen.

Eine Vision: Dr. Matthias Thurau (links) und Dr. Dr. Urlich Longerich verbindet eine lange Freundschaft.

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Die Mediziner verbindet eine jahrelange Freundschaft, sie lernten sich während ihres Studiums kennen. „Schon damals haben wir gesehen, wie wichtig die fachliche Verzahnung ist“. Genau das möchten sie im Medical Cube bieten – kollegialer Austausch, ob in der Mensa, im Treppenhaus oder in den regelmäßigen Ärzterunden. Ganz nach Vorbild der amerikanischen Kliniken.

65000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche

„Wir wollen auch den Gesundheitskassen beweisen, dass durch diese ärztliche Zusammenarbeit die Kosten reduziert werden können“, so Longerich. Die Idee eines solchen Komplexes hatten sie bereits vor zehn Jahren. Bei der Stadt Rosenheim seien sie damit „auf offene Ohren gestoßen“.

Vier Praxen konnten ihren Betrieb aufnehmen, in manchen Etagen sind die Arbeiten noch in vollem Gange.

Thomas Bugl, Wirtschaftsdezernent der Stadt Rosenheim, weiß: „Im MedCube werden medizinische Dienstleistungen mit einem Konzept gebündelt, das vom bayerischen Gesundheitsministerium ausdrücklich begrüßt und befürwortet wurde.“ Etwa 65000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche stehen für die Arztpraxen zur Verfügung, weitere 3000 Quadratmeter für das Dienstleistungszentrum. Hinzu kommt ein öffentlich zugängliches Parkhaus mit 296 Stellplätzen.

Acht Monate Verzögerung wegen Seeton

Doch es lief nicht alles glatt beim Bau des Medical Cube: Sieben Monate nach Baustart kamen die Arbeiten ins Stocken. Der Grund: der Rosenheimer Seeton, der schon so manchen Bauvorhaben einen Strich durch die Rechnung machte. Die Investoren mussten acht Monate Verzögerung in Kauf nehmen. „Bei uns hat es an keinem Punkt Zweifel gegeben, dass wir das Projekt realisieren.“ Dann, Anfang des Jahres, kam Corona, wieder verzögerte sich der Bau um zwei Monate. Zulieferfirmen aus Tirol durften nicht nach Deutschland einreisen. Es kam laut Investoren aber nie zum Stillstand.

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