20-Jähriger spielt in der höchsten College-Liga

Starbulls-Stürmer Timo Bakos erfüllt sich in den USA seinen Eishockey-Traum

Timo Bakos bestritt in dieser Saison 27 Spiele für die Starbulls Rosenheim.
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Timo Bakos bestritt in dieser Saison 27 Spiele für die Starbulls Rosenheim.
  • Thomas Neumeier
    vonThomas Neumeier
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Nach einem turbulenten Jahr erfüllt sich für Eishockeyspieler Timo Bakos der Traum von einem Engagement in der höchsten College-Liga der USA. Der 20-Jährige erzählt im Interview über spannende Monate in schwierigen Corona-Zeiten.

Rosenheim– Der Wunsch vom Oberliga-Finale mit den Starbulls Rosenheim hat sich für Eishockeyspieler Timo Bakos zwar nicht erfüllt, dafür wird ein Traum des 20-jährigen Angreifers nach langem Hin und Her nun doch wahr: Das deutsche Talent darf in den USA aufs College und auch aufs Eis. Künftig wird er für die Lake Superior State University im Bundesstaat Michigan auflaufen. Die Lakers aus Sault Ste. Marie spielen in der NCAA, der höchsten College-Liga der Vereinigten Staaten.

Die Zukunft riskiert

Bakos war nach dem corona-bedingten Aus seiner Spielzeit bei Sioux Falls Stampede in der US-Hockey-League im Frühjahr 2020 nach Deutschland zurückgekehrt und fing in der Bayernliga beim EHC Königsbrunn an, nachdem eine Rückkehr nach Amerika aufgrund der Pandemie nicht möglich war.

Weil aber die Saison in der Bayernliga früh abgebrochen wurde, wechselte der Augsburger zu den Starbulls – und riskierte damit seine Zukunft, da die Rosenheimer in der Oberliga Süd als Profiteam eingestuft wurden und in den College-Teams keine Spieler erlaubt sind, die bereits als Profis im Einsatz waren. Im Interview spricht Bakos über seine Zukunft und erzählt, dass ihm vielleicht doch noch eine Strafe droht.

Wie froh sind Sie, dass es nun doch mit dem College geklappt hat?

Timo Bakos: Ich bin natürlich sehr glücklich. Möglicherweise bekomme ich aber eine Sperre von ein paar Spielen, weil ich in Rosenheim für ein Profiteam gespielt habe. Das weiß ich aber noch nicht. Jetzt bin ich erst einmal froh, dass ich meinen Vertrag unterschreiben konnte.

Warum nun Lake Superior und nicht New Hampshire wie ursprünglich angedacht?

Bakos: Weil New Hampshire mit mir bereits sechs volle Sturmreihen gehabt hätte. Ich habe dann mit den Trainern dort gesprochen, weil für mich Spielpraxis ganz wichtig ist. Vor allem nach dieser Saison, in der ich aufgrund Corona eben nicht so viele Spiele gemacht hatte, ist für mich wichtig, regelmäßig auf dem Eis zu stehen. Nachdem sich das mit New Hampshire zerschlagen hatte, haben sich mehrere Teams gemeldet. Mit Lake Superior hat das gleich gut gepasst.

Nun sind Sie in einem Ort gelandet, wo die nächsten größeren Städte schon relativ weit weg sind.

Bakos: Ich habe mir das schon angeschaut, das ist ein ganz schöner Fleck mit vielen Bergen und Seen. Das gefällt mir.

Mike York als Assistenzcoach

Beim Blick auf der Trainerstab sticht sofort der Name Mike York als Assistenzcoach ins Auge, der in Deutschland gespielt hat!

Bakos: Ja, der hat sich auch als Erster bei mir gemeldet. Ich glaube, dass ich von ihm viel lernen kann. Ich hatte auch schon mit Spielern Kontakt, mit Sebastian Miedema habe ich bereits bei Sioux Falls in einer Mannschaft gespielt.

Aktuell ist mit Lukas Kälble sogar ein Deutscher Kapitän bei den Lakers!

Bakos: Das ist eine lustige Geschichte. Der war sechs Jahre lang mein Nachbar, als wir mit der Familie in Mannheim gelebt haben. Und er trägt genau wie ich die Rückennummer 22, weil die mein Vater getragen hat. Leider ist er nächste Saison nicht mehr am College.

Auch Doug Weight spielte bei Lake Superior

Mit Doug Weight und Torwart Darrin Madeley haben zwei Akteure für Lake Superior gespielt, die später auch mal in Rosenheim aktiv waren.

Bakos: Das wusste ich nicht. Aber es ist schön, dass sich so eine Legende wie Weight dort entwickelt hat. Ich werde am College mit Sicherheit einiges über ihn erfahren.

Was nehmen Sie aus Rosenheim mit?

Bakos: Auf alle Fälle viele Kontakte mit den guten Leuten, die ich hier kennengelernt habe. Leider war es für mich nicht so leicht, immerhin konnte ich hier erstmals für eine längere Zeit Herren-Eishockey in Deutschland spielen. Ich bin sehr dankbar, dass das geklappt hat und dass ich hier bei den Starbulls spielen konnte.

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