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Einzeltat oder Bandenmitgliedschaft?

Ein 43-jähriger Rumäne musste sich jetzt wegen eines Einbruchs im Herbst 2016 in Rosenheim vor Gericht verantworten. Das Verfahren wurde allerdings ausgesetzt und ans Schöffengericht verwiesen.
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Ein 43-jähriger Rumäne musste sich jetzt wegen eines Einbruchs im Herbst 2016 in Rosenheim vor Gericht verantworten. Das Verfahren wurde allerdings ausgesetzt und ans Schöffengericht verwiesen.
  • VonTheo Auer
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Rosenheim – Weil ein 43-jähriger Rumäne, der sich wegen Einbruchs in Rosenheim vor Gericht verantworten sollte, eventuell an mehreren Einbruchsdelikten beteiligt war, setzte das Rosenheimer Gericht jetzt das Verfahren gegen den Mann aus.

Der Fall wurde stattdessen an das Schöffengericht verwiesen.

Im Oktober 2016 erlebten die Stadt Rosenheim und der Landkreis mehrfache Einbruchsdiebstähle in Firmen und Behörden. Pech hatte die Bande aus rumänischen Kriminellen, als sie in flagranti beim Einbruch in ein Gebäude der Deutschen Bahn an der Theodor-Gietl- Straße in Rosenheim überrascht wurden. Als sie vergeblich versuchten, dort einen Tresor zu knacken, kam eine Polizeistreife dazwischen.

DNA-Spurensichergestellt

Einer der Männer, der als „Schmiere-Steher“ schlafend in seinem Auto erwischt wurde, sowie die DNA-Spuren vom Tatort führten schließlich zu 15 Einbruchstaten und den meisten Tätern, die in Bad Birnbach ihr Ausgangszentrum hatten. Eine Reihe von ihnen wurde bereits vom Landgericht Traunstein zu langjährigen Strafen verurteilt (wir berichteten).

Der 43-jährige Rumäne, der jetzt vor der Amtsrichterin in Rosenheim des Einbruchsdiebstahls angeklagt war, gestand umfassend, damals bei dem Einbruch in dem Gebäude der Deutschen Bahn beteiligt gewesen zu sein.

Dass er hier überhaupt vor Gericht stand, war den französischen Strafverfolgungsbehörden zu verdanken. Im französischen Nancy war er 2019 wegen mehrerer Einbruchs- und Dieb stahlstaten zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Nach zwei Jahren im französischen Gefängnis wurde er schließlich nach Deutschland ausgeliefert.

Denn aufgrund der DNA-Spuren aus der Tat in Rosenheim stand der Angeklagte auf der deutschen Fahndungsliste. Nachdem dem Angeklagten in Deutschland nur dieser eine Fall nachgewiesen werden konnte, schien es zunächst ohne Erfolg, ihn als „Bandenmitglied“ überführen zu können. Aus diesem Grunde wurde er lediglich wegen versuchten Einbruchsdiebstahls vor dem Strafgericht mit Richterin Julia Haager angeklagt.

Wenige Tage vor der Verhandlung traf bei Gericht das Urteil des französischen Strafgerichtes ein. In dem französischen Urteil tauchten aus den Taten im Frühsommer 2016 die Namen derselben Mittäter auf, die im Zusammenhang mit den Taten des Oktober in Bayern offenbar wurden. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass der Angeklagte nicht nur bei einer einzigen Tat dabei gewesen, sondern möglicherweise nachweislich als Mitglied einer Bande diese und andere Straftaten begangen haben könnte.

Antrag derStaatsanwaltschaft

Mitglied einer Bande gewesen zu sein, würde jedoch einen Verbrechenstatbestand bedeuten. Deshalb beantragte der Staatsanwalt, das Verfahren an das Schöffengericht zu verweisen, weil nur dieses nach dem deutschen Gerichtsverfassungsgesetz einen solchen Tatvorwurf behandeln darf.

Der Verteidiger Rechtsanwalt Joachim Müller aus Düsseldorf widersprach heftig. Er behauptete, ein Zusammenhang der Straftaten in Frankreich und derer in Rosenheim sei willkürlich unterstellt und überhaupt sei eine derart späte Einbringung neuer Umstände in das laufende Verfahren unzulässig.

Nach Überprüfung aller Gesichtspunkte und vorliegenden Gegebenheiten beschloss das Gericht, das Verfahren auszusetzen und tatsächlich an das Schöffengericht Rosenheim zu verweisen. Dazu sei neben dem nun erhobenen Vorwurf der Bandentätigkeit auch die wechselnde Identität des Angeklagten zu klären, der mit verschiedenen Alias-Namen in den Akten auftaucht.

Der Verteidiger des 43-jährigen Rumänen kündigte noch vor Gericht an, Beschwerde gegen den Beschluss einzulegen.

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