Einzelhandel zeigt sich zufrieden

Geschenke: Für Kinder gehören sie zu Weihnachten einfach dazu. Darum wurde auch in diesem Jahr für den Nachwuchs wieder besonders viel Geld ausgegeben. Foto : Wunsam
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Geschenke: Für Kinder gehören sie zu Weihnachten einfach dazu. Darum wurde auch in diesem Jahr für den Nachwuchs wieder besonders viel Geld ausgegeben. Foto : Wunsam

Als "durchwachsen" wird in deutschlandweiten Umfragen das Weihnachtsgeschäft 2011 beschrieben. Der Rosenheimer Einzelhandel zeigt sich da eine Spur zufriedener. Besonders gut ließen sich Flachbild-Fernseher und andere elektronische Geräte verkaufen. Viel Geld wurde aber auch für Spielzeug ausgegeben.

Rosenheim - "Wir sind mit dem Weihnachtsgeschäft sehr zufrieden", sagt Günther Hintereicher, Geschäftsführer des Elektrofachmarktes Expert. Fernseher hätten sich heuer noch besser verkaufen lassen als im Vorjahr. Beliebte Weihnachtsgeschenke seien aber auch Spielkonsolen oder Notebooks gewesen. Hintereicher rechnet auch noch für diese Woche mit einem sehr guten Umsatz - und das aus gutem Grund: "Viele Leute bekommen heutzutage Gutscheine oder Geld geschenkt."

Eine Feststellung teilt der Expert-Geschäftsführer mit vielen anderen Rosenheimer Einzelhändlern: "In der letzten Woche vor Weihnachten war es ruhiger als erwartet."

Woran das gelegen hat, erklären sich die Geschäftsleute auf ganz unterschiedliche Weise. Für viele lag es daran, dass es heuer keine Brückentage gegeben hat, die zum ausgiebigen Einkaufsbummel genutzt werden konnten.

Martin Kolb, Geschäftsführer vom Trachtengeschäft "Jäger", macht für diese Erscheinung aber auch die Wetterprognosen verantwortlich: "Die fielen sehr schlecht aus und darum blieben viele Leute zu diesem Zeitpunkt lieber Zuhause." Trotzdem zeigt sich auch Kolb mit dem Weihnachtsgeschäft 2011 zufrieden. "Das war in Ordnung", meint er. Tracht sei als zeitlos, schöne Kleidung eine beliebte Geschenkidee für Jung und Alt.

Auch beim Kaufhaus Karstadt gibt es keinen Grund zur Klage. "Wir sind sehr zufrieden", freut sich Matthias Ecke. Wie jedes Jahr habe besonders die Spielzeugabteilung einen großen Ansturm erlebt. Gut verkaufen ließ sich nach den Worten des Karstadt-Chefs aber auch "Spielzeug für die Großen" wie etwa Tablet-PCs oder Handys. Sehr zufrieden zeigt sich Ecke auch mit dem Geschäft im Karstadt-Sporthaus: "Accessoires für Skifahrer wie Helme oder Rückenprotektoren gingen gut."

Das bestätigt Iko-Geschäftsführer Sylvester Schütz nicht. "Heuer ließ der Winter lange auf sich warten und das spürten wir im Wintersportbereich", sagt er. Spontan-Käufe für die typischen "Sportler-Weihnachtsgeschenke" wie Ski-Rollys, Unterwäsche, Brillen, Schlitten und Schlittschuhe seien ausgeblieben. Auch der Boom von Skihelmen sei im Vergleich zu den vergangenen Wintern abgeflacht.

Umso mehr erstaunte Schütz das starke Interesse an Langlaufausrüstungen. In diesem Bereich hätten die Kunden gelernt, nicht auf den Schnee zu warten, sondern die große Auswahl zu nutzen. Motto: "Der Winter ist bis jetzt noch immer gekommen."

Auch beim "House of Christmas" hätte man sich winterlicheres Wetter für die Adventszeit gewünscht. "Am ersten Advent dachte man dank milder 18 Grad eher ans Grillen als an Weihnachten. Da kam nur schwer Weihnachtsstimmung auf", meint Geschäftsführer Guido Stöckmann. Trotzdem ist auch er mit dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft zufrieden. Seine Feststellung: "Es kamen zwar anfangs weniger Kunden als im Vorjahr. Aber die, die kamen, kauften dafür sehr hochwertige Dinge ein." Überhaupt gelte zunehmend wieder das Motto "Klasse statt Masse".

Angst vor zu stark werdender Konkurrenz durch Billiganbieter oder Internet hat Stöckmann nicht: "Gerade bei weihnachtlichen Dingen spielen Emotionen eine große Rolle." Außerdem schätzen ihm zu Folge die Kunden wieder guten Service. "Und das gibt's nur in guten Fachgeschäften."

Gerhard Buluschek, Vorsitzender des Rosenheimer Einzelhandelsverbandes und Inhaber des Geschäfts "Tavola", bezeichnet das Weihnachtsgeschäft ebenfalls als "zufriedenstellend". Er selbst habe in seinem Geschäft noch einen interessanten Trend erkannt: "Frauen freuen sich ja bekanntlich über Haushaltswaren als Weihnachtsgeschenk eher weniger. Anders sieht es aber nun anscheinend beim männlichen Geschlecht aus." Dieses koche laut Buluschek, immer lieber und schwöre dabei auf den Einsatz hochwertigster Gerätschaften. Anders als bei der Frauenwelt, fanden sich darum heuer auf vielen Wunschlisten von Männer häufig qualitativ hochwertige Messer und andere Küchenutensilien.

Hochwertig und fair gehandelt: Produkte des Projekts "Wiphala" in El Alto bei La Paz in Bolivien mit seiner Mütterstrickgruppe "Utan Phitiris" sind derzeit im "Weltladen" besonders gefragt. Laut Ladenleiterin Marianne Stohrer waren insbesondere Handschuhe und Mützen aus Alpakawolle wieder ein Verkaufserfolg. Unterstützt durch treue Spender, hat der Verein "Internationale Kinder- und Jugendhilfe Wasserburg" (IKJH) die Betreuung dreier anspruchsvoller Hilfsprojekte in Bolivien und Peru auch dieses Jahr fortgesetzt. wu

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