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Einmal zu oft geklaut

Rosenheim – Drei Ungarn suchten regelmäßig Süddeutschland auf, um hier mit Taschendiebstählen ihr Einkommen aufzubessern. Die Beamten beschlossen, die Aktivitäten der Insassen zu beobachten.

So auch am 11. August des vergangenen Jahres. Allerdings beobachteten Schleierfahnder auf der A8 die ungarische Zulassungsnummer und stellten fest, dass das Fahrzeug als Fluchtfahrzeug von von Taschendieben registriert worden war.

Am zentralen Busbahnhof in Rosenheim verließen zwei der drei den Wagen und begaben sich zum Max-Josefs-Platz in eine Gaststätte. Dort „filzten“ sie unbemerkt Mäntel und Jacken in der Garderobe. Dabei fiel ihnen eine Geldbörse in die Hände, in der sich neben 100 Euro Bargeld noch eine Bankkarte befand. Unglücklicherweise hatte der Besitzer darin auch die Pin-Nummer dazu aufbewahrt.

Die Diebe begaben sich schnurstracks zurück zum Auto. Zwei Beifahrer hoben mittels der Bankkarte insgesamt 1500 Euro ab. Dabei wurden sie von der Überwachungskamera gefilmt und vor Gericht zweifelsfrei wieder erkannt. Auf der Autobahn griffen die Beamten schließlich zu. Der Beifahrer saß noch auf der Beute. Unter ihm auf dem Sitz fanden sich die erbeuteten Geldscheine.

Leugnen war damit zwecklos. Lediglich der Fahrer, der tatsächlich zu keiner Zeit aktiv in das Geschehen eingegriffen hatte, behauptete, von den Vergehen nichts mitbekommen zu haben. Seine Mitfahrer hätten ihn weder über ihre Absichten, noch über ihre Taten informiert. Nachdem die Polizisten als Augenzeugen auch keine aktive Tatbeteiligung des Fahrers bestätigen konnten, war diesem eine solche nicht zweifelsfrei nachzuweisen.

Die Diebe versuchten, die Geldbörse als „Fundstück“ darzustellen. Angesichts ihres ellenlangen Vorstrafenregisters in Ungarn, wovon sie nicht einmal ihre eigenen Verteidiger informiert hatten, wollte ihnen das niemand glauben. So beantragte die Staatsanwaltschaft, eine Strafe von je zwölf Monaten Gefängnis auszusprechen. Die Verteidiger, Rechtsanwalt Harald Baumgärtl und Rechtsanwalt Benjamin Pethö, beantragten eine Haftstrafe von sieben Monaten und erbaten, weil das Tatopfer das Geld zurückerhalten habe und beide sich geständig gezeigt hatten, eine Strafe von sieben Monaten Haft, die auf Bewährung ausgesetzt werden solle.

Das Schöffengericht Rosenheim unter dem Vorsitz von Richter Christian Merkel erklärte, dass aus Gründen der Prävention eine Bewährungsstrafe nicht in Frage komme. „Die Bevölkerung würde es nicht verstehen wenn Täter, die ausschließlich zu kriminellen Zwecken einreisen, so davon kommen würden.“ So verurteilte das Gericht die Täter zu acht und zehn Monaten Haft. au

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