„Einmal absteigen, bitte“: Rosenheimer Polizei zieht nach Schulwegkontrolle positive Bilanz

  • Anna Heise
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Fehlendes Licht, kaputte Bremsen und Radfahrer, die bei Rot über die Straße fahren: Die Rosenheimer Polizei hat – auf Wunsch eines Verkehrshelfers – am Montagvormittag eine Schulwegkontrolle durchgeführt. Die Bilanz fiel überwiegend positiv aus. Einige Verstöße gab es trotzdem.

Rosenheim – Christian Eggers (40) liegt die Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger am Herzen. Mit erhobener Kelle steht er an der Kreuzung Ebersberger-/Hofmillerstraße und behält die Autofahrer genau im Auge. Er winkt die Radfahrer über die Straße, nickt den Fußgängern zu. Seit drei Jahren ist der 40-Jährige als Verkehrshelfer tätig. Zwei Mal im Monat steht er an der Kreuzung, versucht, den Rosenheimern eine gefahrlose Überquerung der Straße zu ermöglichen. Einfach sei das nicht. „Es ist mega gefährlich hier“, sagt er. Viele Radfahrer seien ohne Licht unterwegs. Hinzu komme, dass etliche Autofahrer nicht in den Spiegel schauten oder den Schulterblick vergäßen. Laut Eggers komme es deshalb immer wieder zu Beinahe-Unfällen.

Eggers hat die Polizei eingeschalten

„Einen Teil dieser Probleme kann ich versuchen selber zu lösen, aber es hat einfach überhandgenommen“, sagt der Verkehrshelfer.

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Also beschloss er, die Polizei einzuschalten, erkundigte sich, ob es möglich wäre, eine Schulwegkontrolle durchzuführen. „Diesem Wunsch sind wir natürlich gerne nachgekommen“, sagt der Medienbeauftragte der Polizei, Robert Maurer.

Zehn Polizisten haben an Kontrolle teilgenommen

Auch er steht an der Ebersberger Straße. Neben ihm fünf seiner Kollegen. Fünf weitere stehen auf der anderen Straßenseite. Sie alle tragen eine Warnweste, beobachten das Verkehrsgeschehen. Nach fünf Minuten wird der erste Radfahrer zum Anhalten aufgefordert. Er ist ganz in schwarz gekleidet, ist ohne Licht unterwegs. Der junge Mann zeigt sich einsichtig, verspricht Besserung. Verwarnt wird er trotzdem – Radfahrer, die ohne Licht unterwegs sind, müssen 20 Euro bezahlen. Doch darum geht es den Polizisten gar nicht. „Wir wollen dafür sorgen, dass die Radfahrer sicher zur Schule oder zum Arbeitsplatz kommen“, sagt Maurer.

Riesenkompliment für die Radfahrer

Während er das sagt, wird schon der nächste Radfahrer angehalten. Er trägt Kopfhörer, Licht hat er keins. Auch ihn belehren die Polizisten. Er hört zu, nickt immer wieder und schiebt dann sein Rad in Richtung Schule.

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Aus dem Verkehr gezogen: Auch diesen Jugendlichen kontrollierten die Polizisten.

Während der einstündigen Kontrolle gibt es noch mehrere solcher Fälle. Einige probieren es mit Ausreden, fast alle versprechen beim nächsten mal mit Licht zu fahren. Trotz einiger Verstöße ist Robert Maurer zufrieden: „Wir müssen fast allen Verkehrsteilnehmern ein Riesenkompliment aussprechen. Die Verwarnungen und die Belehrungen waren wirklich minimal.“

Schulwegkontrolle soll auch im kommenden Jahr wieder stattfinden

Ähnlich schätzt Christian Eggers an diesem Tag die Situation ein. Noch immer steht er an der Kreuzung, hebt seine Kelle und winkt die Fußgänger über die Straße. „Es war überfällig, dass die Polizei jetzt mal da war“, sagt er und verspricht sich der Sache in Zukunft mehr anzunehmen.

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Er will in Zukunft hartnäckiger sein, will dafür sorgen, dass die Rosenheimer Polizei auch im kommenden Jahr wieder eine Schulwegkontrolle durchführt. Eben weil ihm die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer am Herzen liegt.

Bei der Kontrolle: Beamte der Rosenheimer Polizei haben zahlreiche Radfahrer angehalten. Einige waren ohne Licht, bei anderen haben die Bremsen nicht funktioniert. Ein Großteil hat sich vorbildlich verhalten. Heise
Will sich für die Schulwegsicherheit einsetzen: Christian Eggers hat die Polizei um Unterstützung gebeten.

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