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„Für meine Verwaltung warst du das personifizierte schlechte Gewissen“

Der Rosenheimer Wirtschafts-Netzwerker Paul Adlmaier zieht sich von Ehrenämtern zurück

Die Ehrenmedaille der Stadt Rosenheim erhält Paul Adlmaier (links) von Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März für seinen Einsatz für die lokale Wirtschaft.
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Die Ehrenmedaille der Stadt Rosenheim erhält Paul Adlmaier (links) von Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März für seinen Einsatz für die lokale Wirtschaft.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Paul Adlmaier hat sich aus dem Vorstand des Rosenheimer City-Managements (CM) zurückgezogen. Es ist einer vieler Abschiede aus seinen zahlreichen Ehrenämtern. Für ihn ist es ein bewusster Schritt, ohne Wehmut.

Rosenheim – Schon im Frühjahr kandidierte der Inhaber des gleichnamigen Modegeschäftes nicht mehr für den Regionalausschuss der IHK für München und Oberbayern. Im Herbst will sich Adlmaier auch beim Wirtschaftlichen Verband Rosenheim nicht mehr zur Vorstandswahl aufstellen lassen. Und auch für Rosenheimer Ortsstelle des Handelsverbands Bayern trat er nichtt mehr an.

Jahrzehntelanges Engagement

Das jahrzehntelange Engagement des Rosenheimers würdigte die Stadt zur Jahreshauptversammlung des Rosenheimer City-Managements mit der Verleihung der städtischen Verdienstmedaille an Adlmaier. „Du hast dem City-Management im Chor der Rosenheimer Wirtschaftsverbände eine unverwechselbare Stimme gegeben“, sagte Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März zu den Leistungen Adlmaiers.

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Er habe gemeinsam mit dem Team des CM mit verschiedenen Aktionen dafür gesorgt, dass Rosenheim zu einem Anziehungspunkt für das südliche Oberbayern bis weit in das Inntal geworden sei. Und: „Für meine Verwaltung warst du das personifizierte schlechte Gewissen“, erinnerte der Rathauschef an all jene Momente, wenn in Rosenheim Bau- und Sanierungsprojekte mit Behinderungen für die Gastronomen und Geschäfte einhergingen.

Treiber und Gestalter für die Stadt

Paul Adlmaier gehört seit dem Gründungsjahr des City-Managements 1999 dem Vorstand der Gemeinschaft an. Er war 38, als ihn die Mitglieder zum Vorstandschef wählten. Ein Posten, den er durchgängig seit 2001 innehatte. „Er kennt Rosenheim wie seine Westentasche“, sagt die Geschäftsführerin des Rosenheimer City-Managements, Sabrina Obermoser zum Abschied.

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Er habe viele Stadträte kommen und gehen gesehen und mit der Politik, allen voran mit den drei Oberbürgermeistern seit dieser Zeit engen Kontakt gepflegt. „Sein überdurchschnittliches Engagement beschränkt sich nicht nur auf unzählige Stunden, die er für das CM investiert hat“, lobt Obermoser. Er sei bei nahezu allen Aktionen als „Treiber und Gestalter“ aufgetreten: als treuer Partner für die Open-Air-Modenschauen und als Sponsor für verschiedene Aktionen.

Auch bei Widerstand gekämpft

Auch deutschlandweit sei der 58-Jährige bestens vernetzt und bringe seine Expertise in Sachen Textil ein. „Durch diesen Austausch hat er auch Ideen nach Rosenheim mitgebracht. Ob IHK, Handelsverband oder Wirtschaftlicher Verband – er ist ein Netzwerker mit Leib und Seele.“ Adlmaier habe kein Blatt vor den Mund genommen, wenn Kritik angebracht gewesen sei. „Er hat gekämpft, auch wenn Widerstand herrschte.“

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Egal ob es um die Parkplatzsituation in Rosenheim gegangen sei oder geplante Projekte wie die Rosenheim Arcaden oder das geplante Einkaufszentrum Aventura, wogegen sich das City-Management seinerzeit massiv gewehrt habe.

Dabei scheidet Adlmaier ohne Wehmut aus seinen Ämtern. Die Entscheidung sei von ihm ausgegangen, und er stolz darauf, was man alles gemeinsam erreicht habe. Mit Blick auf den neugewählten Vorstand gibt er sich optimistisch für die Zukunft des City-Managements. Dort folgt ihm Rainer Pastätter an der Spitze des Gremiums.

Zeit für neue Köpfe und Ideen

„Ich bin jetzt seit 25 Jahren ehrenamtlich in den verschiedensten Verbänden und Bereichen tätig und der Meinung: Man sollte diese Sachen nur so lange machen, wie man Spaß daran hat“, sagt Adlmaier. Im vergangenen Jahr habe er sich entschieden, sich von all seinen Ehrenämtern zu verabschieden.

Mehr Zeit für Geschäft, Familie und Hobbys

Wobei ihm der Spaß an seinen Aufgaben eigentlich noch nicht abhandengekommen sei. Aber: „Es ist an der Zeit, dass auch mal neue Köpfe hinkommen und neue Ideen mitgebracht werden, und ich denke, das ist jetzt ein guter Zeitpunkt.“ Dabei denkt Adlmaier nicht, dass ihm künftig die Langeweile übermannt.

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Die Arbeit in seinem Unternehmen steige eher, als dass sie abnehme, die Aufgaben würden vielfältiger. Aber auch die Familie und die Hobbys Adlmaiers sollen von der neu gewonnen Zeit profitieren. „Ich werde all diesen Dingen gerne nachgehen.“

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