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Einzug ab Juni

Ein Hotel für ukrainische Flüchtlinge: Warum Rosenheim den Kastenauer Hof angemietet hat

Seit März steht der Kastenauer Hof leer, jetzt sollen das Gasthaus als Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge genutzt werden.
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Seit März steht der Kastenauer Hof leer, jetzt sollen das Gasthaus als Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge genutzt werden.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Im ehemaligen Kastenauer Hof in Rosenheim entsteht eine Unterkunft für rund 50 Menschen aus der Ukraine, die aufgrund des Kriegs ihre Heimat verlassen mussten. Ab Juni sollen die ersten Zimmer bezogen werden – und auch sonst ist für die Kriegsflüchtlinge einiges geplant.

Rosenheim – Marisa Steegmüller will helfen. „Es ist unserer Aufgabe als Familienbrauerei Menschlichkeit zu zeigen“, sagt die geschäftsführende Gesellschafterin der Flötzinger Brauerei. Also hat sie sich, gemeinsam mit ihren Mitarbeitern, dazu entschieden, den Kastenauer Hof für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine zur Verfügung zu stellen.

5000 Quadratmeter großes Gelände

Wie berichtet, hat das Gasthaus seit Ende März geschlossen, nachdem die Flötzinger Brauerei das rund 5000 Quadratmeter große Gelände an den Rosenheimer Immobilienentwickler „Werndl & Partner“ verkauft hat. Bevor das Gasthaus jedoch abgerissen wird, um neuen Wohnraum zu schaffen, soll es als Unterbringungsmöglichkeit für Menschen aus der Ukraine dienen.

Gebäude für ein Jahr angemietet

„Der Kastenauer Hof wurde der Verwaltung Anfang März angeboten“, bestätigt der Pressesprecher der Stadt, Christian Baab.

Nachdem man mit den Inhabern des Gasthauses zu einer Übereinkunft gekommen ist und das Gebäude für ein Jahr angemietet hat, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. „Seitdem wurden Besichtigungen vorgenommen und die Planungen vorangetrieben“, heißt es aus dem Rathaus.

Küchen für die Selbstversorgung

So müssen beispielsweise die Küchen für die Selbstversorgung vorbereitet werden. „Es werden mehrere Herde, Spülen und Geschirr zur Verfügung gestellt“, erklärt Baab. Zudem müsse der Brandschutz durch ergänzende Baumaßnahmen gewährleistet und Rauchmelder installiert werden.

Läuft alles nach Plan, können die 20 Hotelzimmer und zwei Wohnungen ab Juni bezogen werden. „Die Zimmer werden nicht individuell für bestimmte Familiengrößen vorbereitet. Wenn erforderlich, erhalten größere Familien auch zwei Zimmer“, teilt die Verwaltung mit.

Verhandlungen mit verschiedenen Eigentümern

Mit Beginn des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine habe die Stadt mit den verschiedensten Eigentümern Verhandlungen geführt, um die zugewiesenen Flüchtlinge unterzubringen. So sind – Stand Dienstag – knapp 400 Kriegsflüchtlinge im Rosenheimer Stadtgebiet registriert.

Ein Großteil davon ist bei Privatpersonen untergebracht, 69 befinden sich aktuell noch in derLuitpoldhalle. Zudem hat die Stadt zehn Wohnungen angemietet, in denen rund 40 Kriegsflüchtlinge untergebracht werden konnten.

Freistaat Bayern übernimmt die Kosten

Weitere 50 können jetzt im Kastenauer Hof unterkommen – kostenlos. Denn weil der Kastenauer Hof als Unterkunft von der Regierung von Oberbayern genehmigt wurde, werden die Kosten vom Freistaat Bayern übernommen. Von der Stadt erhält die Flötzinger Brauerei zudem einen kleinen Mietbeitrag.

Autos und Fahrräder sollen gekauft werden

„Das Geld kommt den geflüchteten Menschen zugute“, sagt Marisa Steegmüller. Geplant sei beispielsweise, Autos und Fahrräder zu kaufen, damit die Menschen nicht im Stadtteil festsitzen, sondern sich frei bewegen können. Zudem soll in Schul- und Spielsachen für die Kinder investiert werden. Auch Getränke von der Brauerei wird es geben.

„Wir wollen gezielt helfen und dazu beitragen, dass das Leben der Menschen aus der Ukraine wieder lebenswert wird“, sagt die geschäftsführende Gesellschafterin der Flötzinger Brauerei. Ihr sei es wichtig gewesen, die Hilfe zu koordinieren und die Kräfte zu bündeln. „Wir sind eine Familienbrauerei, die anderen Familien hilft“, sagt sie.

Verhandlungen mit weiteren Hotels?

Ob die Stadt mit weiteren Hotels und Gasthäusern in Kontakt steht – wie es aus den verschiedensten Kreisen zu hören ist – steht im Moment noch nicht fest. „Über den aktuellen Stand der Verhandlungen mit weiteren potenziellen Vermietern kann keine Auskunft gegeben werden“, heißt es dazu aus dem Rathaus.

Verzögerung durch Baupreis-Explosion?

Unklar ist zudem, wann jetzt mit dem Abriss des Kastenauer Hofs begonnen werden soll. So habe der ursprüngliche Plan vorgesehen, dass die Arbeiten 2023 beginnen. Laut Maximilian Werndl, Geschäftsführer bei „Werndl & Partner, wolle man im Moment schauen, wie sich die Situation weiter entwickele – zum einen mit den Flüchtlingen, zum anderen mit Blick auf die Explosion der Baupreise.

„Vielleicht warten wir mit dem Bau auch noch“, sagt er. Fest steht, dass der Kastenauer Hof zumindest für das kommende Jahr geflüchteten Menschen aus der Ukraine ein Dach über den Kopf bietet.

Von der Kastenau nach Pittenhart

Die ehemaligen Pächter des Kastenauer Hofs haben bereits eine neue Herausforderung gefunden, wie sie auf ihrer Website schreiben. Sie bewirten und beherbergen zukünftig in der Alten Zollstation in Pittenhart – ein komplett saniertes und unter Denkmalschutz stehendes Gebäude. Die Eröffnung ist für 1. Mai dieses Jahres geplant. wu

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