Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Schaufenster neu dekoriert

Ein Hauch von „Downton Abbey“ in Rosenheim? Museum begibt sich auf die Spur der Dienstboten

„Dienstbare Geister“: Das neu dekorierte Schaufenster des Städtischen Museums thematisiert das Leben der Dienstboten in Rosenheim.
+
„Dienstbare Geister“: Das neu dekorierte Schaufenster des Städtischen Museums thematisiert das Leben der Dienstboten in Rosenheim.
  • VonKarin Wunsam
    schließen

Das Schaufenster des Städtischen Museum Rosenheim ist wieder neu dekoriert und thematisiert das Leben der Dienstboten in der Stadt.

Rosenheim – Einblick in das Leben der Dienstboten zu erhalten, ist gar nicht so einfach. „Die einzelnen Personen haben nur wenig Spuren hinterlassen“, erzählt Walter Leicht, Leiter des Städtischen Museums Rosenheim. Was man weiß ist, dass etwa vier Prozent der Bewohner Rosenheims – in der Mehrheit Frauen – um 1900 ihren Lebensunterhalt als Dienstboten verdienten.

Lange Arbeitszeiten, geringer Verdienst

Meist kamen sie aus ländlicheren Gebieten in die Stadt, weil sie hier als Mägde, Hausmädchen, Kindermädchen oder Köchinnen Arbeit finden konnten. Sie lebten und wohnten im Haushalt ihrer jeweiligen Dienstherrschaft. „Ihr Leben war hart, Verdienst und soziale Sicherheit gering, die Arbeitszeiten lang, die Abhängigkeit von den Dienstherren groß und Privatleben nicht möglich“, erzählt Walter Leicht.

Zumindest einen kleinen Einblick in das Leben einer Magd bekommt man durch das Dienstbotenbuch, das jeder Dienstbote damals besitzen müsste. Bis heute erhalten geblieben ist das Dienstbotenbuch von Franziska Fuchshuber. Geboren wurde sie im Jahr 1834 in der Gemeinde Raitenhart im Landkreis Altötting. Im Alter von 16 Jahren trat sie zum ersten Mal bei einem Bauern in der Nähe ihres Heimatortes in Dienst. 1884 – also 50 Jahre später, sind in ihrem Dienstbotenbuch bereits 25 verschiedene Arbeitsstellen verzeichnet.

Zweimal wurde die ledige Magd wegen „nicht entsprechendem“ Betragen entlassen. Anfangs war Franziska Stallmagd, später dann als Köchin, Haus- oder Kindsmagd beschäftigt. Über Kraiburg und Wasserburg gelangte sie schließlich nach Rosenheim.

1886 fand sie in Rosenheim beim Lebzelter Sebastian Ruedorffer eine neue Stelle. Dort konnte sie bis zu ihrem Tod bleiben. Am 8. Mai 1922 meldete Christine Ruedorffer, dass die Dienstmagd im Haus der Familie in ihrem Beisein mit über 87 Jahren verstorben sei.

Klägliches Lebensende

Wohl eher ein Einzelfall, wie andere alte Aufzeichnungen zeigen. Viele Dienstboten wurden aufgrund ihres harten Lebens bei Weitem nicht so alt und fristeten nach ihrem Arbeitsleben nicht selten ein klägliches Dasein.

Zu der Geschichte der Dienstboten gehören auch die „Schlenklmärte“, die lange Zeit in ganz Bayern an Mariä Lichtmess stattfanden. Der Feiertag am 2. Februar begrenzte das bäuerliche Wirtschaftsjahr. Viele Dienstboten wechselten dann mehr oder weniger freiwillig ihre Dienstherren. Eine gute Möglichkeit, um eine neue Anstellung zu finden, waren die „Schlenklmärkte“. In Rosenheim fand der „Schlenklmarkt“ beim Bräu am Anger statt. Die Straße „Am Anger“ erinnert auch heute noch an diesen Teil der Geschichte.

Der „Schlenklmarkt“ in der Stadt Rosenheim verlor seine Bedeutung, als 1920 ein städtisches Arbeitsamt ins Leben gerufen wurde. Zuerst stationiert beim Mittertor – also dort, wo heute das Städtische Museum beheimatet ist, bis es dann, acht Jahre später unter staatliche Fittiche kam und in die ehemalige Brauerei und Gaststätte „Bräu am Anger“ zog. Im Jahr 1968 wurde das Gebäude abgebrochen.

Mehr zum Thema

Kommentare